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Samstag, 30. November 2013

Missionskongregation vom Heiligsten Sakrament (M.C.B.S.) Missionary Congregation of the Blessed Sacrament


Die Tätigkeit und die Mission meiner Ordensgemeinschaft  (M.C.B.S.) 
 
 Einführung 

Als ich vor fünf Jahren als Pfarrer nach München-Harlaching kam, haben mehrere Gemeindemitglieder mich gebeten, einen Vortrag über meine Gemeinschaft, ihre Tätigkeit und ihrer Spiritualität zu halten und über mich, über Indien und über meine Gemeinschaft zu erzählen. Obwohl ich mich über diese wiederholte Anfrage und das Interesse sehr gefreut hatte, war es mir damals nicht möglich, mir dazu Zeit zu nehmen und Gedanken darüber zu machen, weil ich meine erste Priorität in der Betreuung unserer beiden Pfarreien gesehen habe und gleichzeitig für das gegenseitige Kennenlernen Zeit lassen wollte. Später kam die Zusammenführung unserer beiden Pfarreien in einen Pfarrverband dazu, was auch viel Zeit und Vorbereitung in Anspruch nahm. Inzwischen kennen viele Gemeindemitglieder mich und einige meiner Ordensmitbrüder ziemlich gut. Mehrere Personen aus der Gemeinde waren mit mir und mit anderen Gruppen oder sogar selbständig in Indien und viele Gemeindemitglieder zeigten Interesse an dem großen Land Indien und unserer Ordensgemeinschaft und holten sich Informationen und Wissen über Indien und die Gemeinschaft in Büchern oder im Internet. Mit dem heutigen Abend können sie dieses Wissen vertiefen und vielleicht noch besser einordnen.

Die Missionskongregation vom Heiligsten Sakrament gehört zu den vier einheimischen Kongregationen von Thomaschristen des Syro-Malabarischen Ritus der katholischen Kirche. Die meisten Christen in Kerala haben ihren Glauben vom Apostel Thomas empfangen; sie gelten als traditionelle Christen und zu den indischen Hochkasten der Brahmanen gehörige Christen. 

I. Geschichte

Die Missionskongregation vom Heiligsten Sakrament wurde am 7. Mai 1933 von Mathew Alakkalam und Joseph Paredom, zwei Priestern der Diözese Changanacherry im Bundesstaat Kerala in Südindien, unter dem Patronat des Bischofs James Kalassery gegründet. P. Joseph Paredom war der erste Prior (Vikar-Superior, 1933 bis 1953, mit einer Unterbrechung von drei Jahren, von November 1941 – Juni 1945 war Cyriac Mannanal der Prior) und der erste Prior-General  (1953-1959). Die beiden Gründungspriester hatten eine Vision vom Ordensleben und ihrer Tätigkeit. Heute, 80 Jahre nach der Gründung, können wir zurückschauen, ob ihr Traum einigermaßen in Erfüllung ging.

Der Name „Missionskongregation vom Heiligsten Sakrament“ kommt aus dem Wunsch der Gründer, ihre Priester als Missionare in alle Welt zu schicken und eine eucharistische Spiritualität zu leben und zu fördern. Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts hat die katholische Kirche eine besondere eucharistische Frömmigkeit gelebt und verbreitet. Der internationale eucharistische Weltkongress, der 1881 durch Papst Leo XIII. (1878-1903) eingeführt wurde, hat inzwischen 50mal stattgefunden. Durch Verbreitung der eucharistischen Frömmigkeit der späteren Päpste: Pius X. (1903-1914), Benedikt XV. (1914-1922) und Pius XI. (1922-1939) konnte weltweit das Interesse geweckt werden, mehr die Eucharistie zu verehren und zentriert zu leben. Bischof Thomas Kuryalassery (1911-1925), der Vorgänger des Ortsbischofs während der Zeit der Gründung,  hatte bereits für Frauen 1908 einen Orden mit dem Namen „Schwestern der Anbetung des Heiligsten Sakraments“ geschaffen, wonach unser Gründer P. Mathew Alakkalam schon 1914 eine eucharistische Priestergemeinschaft berief mit dem Ziel, eine Ordensgemeinschaft zu gründen, die er aber aus finanziellen Schwierigkeiten später wieder aufgeben musste. 17 Jahre danach, 1933, gelang ihm die Verwirklichung, gemeinsam mit P. Joseph Paredom die Missionskongregation des heiligsten Sakramentes zu gründen. Der englische Titel lautet „Missionary Congregation of the Blessed Sacrament“,  die  Ordensbezeichnung wird abgekürzt M.C.B.S.

Die Gründer

P. Mathew Alakkalam war ein sehr bekannter Exerzitien-Prediger, Verleger, Lehrer, Buchautor und Fachmann für die Sprachen Syrisch und Latein, er hat sogar ein Buch in lateinischer Sprache veröffentlicht. Er lebte sehr einfach, ging viele Kilometer zu Fuß für seelsorgliche Tätigkeit und teilte mit den Armen immer, wenn er etwas bekam, oder auch die Lebensmittel, die er zuhause für den eigenen Bedarf aufbewahrte.

Als P. Mathew im Priesterseminar als Dozent für syrische Sprache tätig war, schrieb er zusammen mit seinem Kollegen Andreas Kalappurackal eine Ordensregel und baute für die Ordensgründung auch schon ein Gebäude.  Aus verschiedenen Gründen gelang ihm aber nicht, die Ordensgründung zu verwirklichen. In der Zeit zwischen 1925 und 1927 bat er dann den Bischof um Erlaubnis, in eine bestehende Ordensgemeinschaft einzutreten, was ihm aber verwehrt wurde.

Der Mitgründer P. Joseph Paredom war Pfarrer und Exerzitien-Prediger, der seit seinem 14. Lebensjahr gewünscht hatte, in eine Ordensgemeinschaft zu gehen, um dann in Nordindien als Missionar tätig zu werden. Er setzte sich immer für die Armen und niedrigsten Kasten ein und versuchte ihnen zu helfen.

Er blieb zunächst ebenso ein Diözesanpriester in der Diözese Changanacherry.  Weil P. Mathew und P. Joseph Priester derselben Diözese waren, sich kannten und verwandt waren, erfuhr P. Joseph von dem Versuch der Ordensgründung seines geistlichen Mitbruders. So brachten die beiden ihre Ideen zusammen, und gemeinsam gelang ihnen die Gründung des Ordens. 

Gründung und Entfaltung 

P. Mathew organisierte die erste Versammlung  und die offizielle Diskussion mit dem Bischof für die Gründung eines Ordens am 23. März 1933.

An dieser Versammlung nahmen neben P. Mathew und P. Joseph noch zwei andere Priester teil, Pfarrer Mathai Paremmackal (1865-1943), Kalaripparampil Devasya (Chacko) und Mambalam Kosy (1866-1943). 45 Tage später, am 7. Mai 1933, wurde die Missionskongregation vom Heiligsten Sakrament durch den Bischof James Kalassery in Mallappally gegründet. An der Gründungsversammlung nahmen die ersten vier Mitglieder teil, Mathew Alakkalam, Joseph Paredom, Koshy Mambalam und Chako Kalaripparampil. Drei davon wohnten im Haus.  Weil das Haus für drei Personen zu klein war und finanzielle Schwierigkeiten auftraten, konnten sie nur 56 Tage dort wohnen. Am 2. Juli 1933 zogen die beiden Gründer um in ein Studenten-Wohnheim in Changanacherry (Pareel) und wohnten dort mit der Unterstützung des Bischofs mit zwei weiteren Priestern (Paremackal Mathai und Kuzhikattil Chacko).
 Drei Jahre später konnten sie mit der Unterstützung des Bischofs in Kadanchira, Kaduvakkulam, Kottayam ein kleines Haus bauen, das heute noch als Mutterhaus dient.

 Vier Jahre danach, 1937, legten die beiden Gründer nach dem Noviziat am 15. August  gemeinsam mit zwei anderen Priestern, P. Jakob Kuzhikattil und Mathew Paremakel, ihre ersten Gelübde ab. Damals waren P. Mathew 49 Jahre und P. Joseph 50 Jahre jung. Von den anderen beiden Mitgliedern war P. Jakob Kuzhikattil  69 Jahre und P. Mathew Paremackal 72 Jahre alt. 

1941, acht Jahre nach der Gründung, fand das zweite Noviziat statt, an dem vier weitere Diözesanpriester teilnahmen, die im September 1941 ihre ersten Gelübde ablegten.

Drei von ihnen waren Mitte 50 und einer schon 83 Jahre alt.

Sie waren Sebastian Mannanal (55 Jahre), Koshi Mambalam (55 Jahre), Peediekal Joseph (83 Jahre) und Mannanal Cyriac (57 Jahre ).

Das heißt, obwohl diese neuen Mitglieder des Ordens sehr gute und bekannte Priester mit Lebenserfahrung und verantwortungsvollen Aufgaben waren, waren es Diözesanpriester, die aufgrund ihres Alters eher ein ruhiges, geistliches Leben wünschten. Eine schwierige Situation.

1958 feierte die Gemeinschaft ihr 25-jähriges Gründungsjubiläum. Damals hatte sie drei Häuser (Kaduvakkulam, Athirampuzha und Karimpany), die von drei Familien gespendet waren, und ca. 10 Priester und einige Seminaristen. Deswegen war der  Nuntius für Indien, Dr. Martin Lukas, als er 1955 im Dezember Kerala besuchte, entschlossen, diese kleine Ordensgemeinschaft mit älteren Priestern aufzulösen, weil er  keine große Zukunft für die Gemeinschaft sah. Aber der damalige Bischof von Changanacherry, Mathew Kavukatt (1904-1969), der Nachfolger des Bischofs der Gründungszeit, unterstützte sehr, dass die Gemeinschaft bestehen blieb.

1960 versuchte sogar der Gründer des Ordens, P. Mathew, eine Fusion der Gemeinschaft mit dem Orden des Franz von Sales (M.S.F.S.), weil er  einerseits keine finanzielle Möglichkeit für das Bestehen und  eine gute Entwicklung sah und andererseits glaubte, durch die Fusion eine große Sicherheit zu erreichen für die Entfaltung des Ordens und die Möglichkeit der missionarischen Tätigkeit außerhalb  Keralas.

1983, als die Gemeinschaft ihr 50-jähriges Gründungsjubiläum feierte, zählte sie 75 Priester, 6 Ordensbrüder und 30 Seminaristen.

2008, beim 75-jährigen Jubiläum, waren es  271 Priester und 238 Seminaristen.

2013 besteht die Gemeinschaft aus 360 Priestern und 142 Seminaristen.

Ausbildung

Heute hat der Orden drei eigene Knabenseminare,  in Athirampuzha, Pariyaram in Kerala und Solapur in Maharashtra sowie zwei Noviziat- Häuser, ein Philosophisches Institut in Bangalore und eine theologische Hochschule in Thamarassery, Kerala.

 Die Ausbildung und das Studium der Ordenskandidaten dauern nach dem Schulabschluss (Abitur) der 12. Klasse noch 11 Jahre. Falls sie nach der 10. Klasse kommen, machen sie zuerst das Abitur, dadurch wird die Ausbildung 12 Jahre dauern. Nach der ersten zwei- bis dreijährigen Ausbildung und dem Kennenlernen des Ordens machen die Bewerber ein einjähriges Noviziat mit der Profess am Ende des Noviziates. Dann beginnt das Philosophiestudium mit dem Abschluss der Bachelorprüfung. Die meisten Studenten werden parallel ein zweites Fach studieren und eine zusätzliche Bachelorprüfung abschließen,  die anderen werden nach dem Philosophiestudium ein zweites Bachelorstudium anschließen. Für diejenigen, die nach dem Philosophiestudium ein zweites Studium beginnen, wird sich  dann die Priesterausbildung noch drei Jahre verlängern, was  aber den Studenten eine große Auswahl der Studienfächer ermöglicht und die Chance für einen Nebenberuf bietet, den viele Priester ausüben, z.B. als Lehrer. Danach verbringen die Studenten ein Jahr in einer Missionsstation für das Praktikum. Mit der Ablegung ihrer ewigen Profess entscheiden sie sich, endgültig im Orden zu bleiben. Dann beginnt das Theologiestudium für sieben Semester mit Abschluss und Priesterweihe.

Tätigkeit in mehreren Bundesländern Indiens und außerhalb Indiens

Die Tätigkeit des Ordens verteilt sich heute auf mehrere Bundesstaaten Indiens und  mehrere Länder außerhalb Indiens.

70 Patres sind in Indien in verschiedenen Bundesstaaten und Diözesen mit unterschiedlichen Aufgaben tätig, in Kerala mit 40 Stationen, dann in Tamilnadu, Karnataka,  Andhra Pradesh, Gujarath, Rajasthan, Delhi und in nord-östlichen Staaten Indiens.  Außerhalb Indiens arbeiten Patres in der Seelsorge in Afrika, in Deutschland, in Italien, in den USA, in Brasilien und in Australien.

II. Tätigkeit und Mission

Die Mitglieder unseres Ordens sind in unterschiedlichen seelsorglichen, missionarischen Tätigkeiten und Entwicklungsarbeiten tätig. Über einige davon möchte ich heute berichten.

Seelsorge

Da die Gründer leidenschaftliche Theologen, Schriftsteller, Exerzitienprediger und Seelsorger waren, hat die Gemeinschaft in ihrer Geschichte große Priorität auf eine seelsorgliche Tätigkeit gesetzt.  Viele Patres predigten zu Exerzitien in Indien und es gibt welche, die auch außerhalb Indiens Exerzitien hielten oder zu Predigten eingeladen wurden. Wir nennen unsere Exerzitien eucharistische Exerzitien, in der die würdige Eucharistiefeier im Mittelpunkt steht und die Prediger die Gläubigen motivieren, ihr alltägliches Leben auf die Eucharistie und ihren Geist zentriert zu gestalten. Die Erkennung Jesu durch die  Emmausjünger beim Brotbrechen wird als Beispiel für das Erkennen Jesu und für Mut und Zeugnis genommen. Oft gehen zwei oder drei Priester zusammen in die Gemeinde, damit sie sich Zeit nehmen können für die Gemeindemitglieder und für Einzelgespräche. Als Seelsorger sind die M.C.B.S. Patres in allen Kontinenten tätig. Veröffentlichungen von  Büchern und Zeitschriften, theologische und spirituelle Vorträge und der Unterricht in den theologischen Hochschulen gehören auch zu den Aufgaben unserer Patres. 

Betreuung der Armen und Waisen

Neben ihrer seelsorglichen Tätigkeit war es für unsere beiden Gründer wichtig, sich um die Armen und Schwachen zu kümmern. Motiviert von dieser Aufgabe unserer Gründers hat die Gemeinschaft unter Leitung eines Ordensmitbruders 1991 begonnen, Obdachlose und Bettler zu betreuen und für sie ein Heim zu bauen, das mit Gründung eines Freundeskreises unter dem Namen „Freunde der Vögel des Himmels“ startete. Unsere Gemeinschaft ist der Träger zweier solcher großen Einrichtungen mit ca. 550 Bewohnern. Nach diesem Beispiel sind später mehrere Gemeinschaften und Privatpersonen in den Freundeskreis eingetreten, und es gibt in Indien heute 100 solcher Heime unter der Schirmherrschaft von diesem Freundeskreis.

Daneben hat die Gemeinschaft 5 Altenheime in Indien, für arme zahlungsunfähige alte Menschen, die dort wenigstens ein Bett, Essen und notwendige Medikamente bekommen.

In drei Häusern für geistig behinderte Menschen wohnen ca. 120 Menschen, die von unseren Patres und Mitarbeitern betreut werden. Dazu gibt es auch ein Zentrum für körperlich behinderte Menschen, die dort wohnen, die ausgebildet werden und dann vielfach eine Arbeit finden. Wer keine Arbeit hat, kann in diesem Haus weiter wohnen bleiben.

In mehreren Kinderheimen des Ordens für Voll- und Halbwaisen wohnen über 1.600 Kinder, die Kleider, Essen und Schulgebühren vom Orden bekommen. Stipendien für die Berufsausbildung armer Jugendlicher sind auch ein wichtiges Projekt unserer Ordensgemeinschaft.

Darüber hinaus gibt es auch ein Zentrum für Aidspatienten, eins für Tuberkulosekranke und eins für Krebspatienten, diese Zentren werden von unseren Patres geleitet und vom Orden finanziert. Diese wichtigen sozialen Aufgaben werden durch die Gehälter der Patres, durch ihre Berufstätigkeit und durch Spenden finanziert.

Missionarische Tätigkeit

 Ein wichtiges Ziel und Grund für die Ordensgründung war damals der Wunsch der beiden Gründer, außerhalb des Heimatstaates Kerala missionarisch tätig zu werden. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts  gingen viele junge Männer und Frauen aus Kerala in andere Bundesländer Indiens, um dort als Priester oder Ordensschwester missionarisch und sozial tätig zu werden. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben viele Menschen aus diesem Bundesland Indiens begonnen, auch in andere Länder und Kontinente, wie Afrika, Europa, Amerika, Lateinamerika oder Australien als Missionar und Seelsorger zu gehen. Der Wunsch der Gründer wurde 1969 realisiert, als 10 junge Priester aus dem Orden nach Nordindien und Nord-Ostindien  gingen und in drei Missionsdiözesen ihre Tätigkeit als Missionar und Seelsorger aufnahmen. Ich selber habe eine gute Erinnerung an einige Mitbrüder, die uns in ihrem Urlaub in der Gemeinde berichteten, wie sie die neue Sprache lernten und wie viele Erwachsenentaufen sie hielten, weil einer von denen aus meiner Heimat stammte. Diese Priester sind zwischen 1978 und 1981 zurückgekehrt, um unterschiedliche andere Aufgaben zu übernehmen, besonders weil wir 1978 ein Gebiet in Südindien zur Missionierung und Evangelisation vom Bischof anvertraut bekamen, um dort tätig zu sein. Nach 30 Jahren missionarischer Tätigkeit in diesem Gebiet ist Shimoga 2008 eine Diözese geworden, wo ein Ordensmitbruder Bischof wurde.

1989 haben wir ein kleines Gebiet im Bundesstaat Rajasthan vom Bischof von Ajmeer zur Missionierung übernommen und 1992 das Gebiet Satara und Solapur vom Bischof von Kalyan, Bombay.  Heute sind die Patres in Nord-Ost Indien, Afrika und Brasilien als Missionare tätig.

Bildung und Schule 

In den ersten Jahrzehnten kamen einige Anfragen von Gemeinden an die Gemeinschaft, Schulen zu gründen oder bestehende Schulen zu übernehmen. Aus Mangel an Fachpersonen und finanziellen Mitteln war der Orden aber nicht in der Lage, in die Bildung einzusteigen.

1960 hat die Gemeinschaft ihre erste Schule gegründet.  Danach konnten wir eigentlich nicht viel für die Ausbildung tun.

Aber in den letzten 20 Jahren haben viele Patres sich dafür engagiert, weitere Schulen zu gründen und zu leiten.

Heute hat der Orden 26 Schulen und 21 Kindergärten in verschiedenen Bundesstaaten Indiens, um vielen Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen.

Kirchenmusik und Kunst

Die liturgische Musik war ein beliebtes Gebiet der Forschung vieler Priester des Ordens. Mehrere Priester haben Musik-CDs veröffentlicht, mehrere Zentren für den Unterricht der Musik und des indischen Tanzes eröffnet, traditionelle Tanzformen gefördert und Musikgruppen und Orchester organisiert. Unsere Gemeinschaft ist in Indien diejenige, die zu den Gemeinschaften gehört, die die meiste geistliche Musik produzieren.

Dazu gibt es auch Priester, die Landwirtschaft studierten und für die landwirtschaftliche Entwicklung der Dörfer sich einbringen, Krankenhäuser verwalten, sich um Slumbewohner und Straßenkinder kümmern, ein Heim für Gehörlose leiten oder als Dozent und Heilpraktiker tätig sind.  Nicht die Bereiche der Tätigkeit, sondern die Art und Weise, wie die Tätigkeiten ausgeübt werden, finden wir wichtig, obwohl nicht immer Realität und Ideal übereinstimmen.

Schlussbemerkungen

Wenn ich am Ende über meine Gemeinschaft einige Schlussbemerkungen machen darf, sind diese Bemerkungen sehr subjektiv und sehr persönlich. Die Missionskongregation vom Heiligsten Sakrament hatte einen sehr kleinen Anfang, sehr schwierige Überlebenskrise für die ersten 25 Jahre, stabile Entwicklung für die weiteren 25 Jahre und ein großes Aufblühen in den letzten 30 Jahren. Finanziell sind wir die Ärmsten in Indien, aber in der Entwicklung der Mitgliederzahlen sind wir die stärksten. Die meisten unserer Tätigkeiten sind sozial orientiert und unsere Schulen sind so neu, dass wir die Bauten noch abzahlen müssen. Theologisch haben wir den besten Namen: eucharistische Gemeinschaft, die dem katholischen Glauben zentral bleibt. Ob wir dem Namen entsprechend vorbildlich leben, das ist eine Frage, die noch zu prüfen wäre. Unsere neue Tätigkeit in Brasilien und Afrika ist heute für viele Priester eine große Motivation, weil unsere Missionare dort über ihre große Zufriedenheit berichten, über die Aufnahme der Menschen, über die Möglichkeiten, den Menschen viel Gutes zu tun. Nach mehreren Jahren Tätigkeit in Deutschland bleibt mir heute ein großer Traum, dass eine Zeit kommen wird, wie früher, wo viele Menschen aus Deutschland als Missionare in die weite Welt gingen.

Heute ist eher Deutschland das Missionsland, das angewiesen ist auf die Seelsorger aus fernen Ländern.
Ich danke Ihnen fürs Zuhören und stelle mich jetzt bereit für ihre Fragen.

1 Kommentar:

  1. "Heute ist eher Deutschland das Missionsland" ... leider wahr! Aber schön, daß Ihre Gemeinschaft wächst - einen gesegneten Advent!

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