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Samstag, 26. Dezember 2015

Weihnachten2015, Christmette

Weihnacht 2015
In der Heiligen Nacht (Lk 2,1-14)
 (Lk 2,1-14)

Begrüßung
Liebe weihnachtliche Festgemeinde!
In der heutigen hochheiligen Nacht versammelten wir uns, um die Geburt Jesu Christi zu feiern. Herzlich Willkommen! Bestimmt haben Sie heute Abend zu Hause mit ihren Lieben ein wenig Weihnachten gefeiert. Nun feiern wir als Gottes Gemeinde die Weihnacht, die geweihte Nacht. Mit dem Engel sagen wir auch: „Fürchtet Euch nicht, denn ich verkünde Euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll. Euch ist in der Stadt Bethlehem der Retter geboren“. Diese Freude der Weihnacht wünschen wir einander und sagen mit dem himmlischen Heer: „verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden Friede bei den Menschen seiner Gnade.“  Diese Gnade, Freude und Friede wünsche ich uns allen in dieser Eucharistiefeier. Wir schließen alle unsere Angehörigen und Freunde im Gebet mit ein, die aus Krankheit oder einem anderen Grund nicht mit uns feiern können oder wollen. Wir rufen den Neugeborenen Jesus in der Krippe mit voller Liebe und Hoffnung im Kyrie an.

Predigt
Liebe Festgemeinde!
Die schönste Weihnachtsbotschaft be-inhaltet, meiner Meinung nach, die Worte des Engels an die Hirten: „Fürchtet euch nicht. Ich verkünde euch eine große Freude“. (Lk.2,10).
Manchmal sagen die Menschen, dass sie sich lange nicht mehr gefreut haben oder dass sie lange nicht gut gelacht haben. Es gibt sogar Lachtherapien, wo die Menschen sich regelmäßig treffen und mit Hilfe eines Trainers lachen und lachen lernen, um gesund zu bleiben. Wir sind soweit in der Entwicklung, dass es sogar um lachen zu können, professionelle Hilfe gibt oder mit anderen Worten, manche Menschen brauchen sogar professionelle Hilfe, um wieder lachen zu können. Ob künstlich oder echt, mit Hilfe von Experten oder ohne äußere Hilfe, sich zu freuen und zu lachen ist sehr gesund.

Es ist unsere Erfahrung, dass viele Menschen merken und darunter leiden, dass ihnen die Freude fehlt und sie sich danach sehnen.
An Weihnachten wird Freude verkündet und viel Freude erlebt.
Aber viele Menschen fürchten sich auch vor unzähligen Dingen und Situationen.

Im Weihnachtsevangelium hören wir die tröstende Botschaft: „Fürchtet euch nicht“.

Nach einer Studie fürchten die Leute am meisten Veränderungen. Aber Veränderungen im Leben können auch Erfolg, Glück und Fortschritt bringen; das wissen wir aus eigenen Erfahrungen. Die Veränderungen in der Natur genießen wir als die vier Jahreszeiten mit Wechsel an Farben und Temperaturen. Die Veränderungen beim Menschen sind unter anderem das Wachsen von der Geburt eines Säuglings bis zum Erwachsensein, worüber sich alle freuen. Veränderungen in der Gesellschaft bringen neue Erfahrungen, Entdeckungen und oft auch Bereicherung. Die Menschen fürchten Veränderungen, wenn sie sie nicht verstehen, ihre natürlichen Gründe nicht kennen und nicht wissen damit umzugehen. Veränderungen sind meistens etwas Schönes und Frucht bringendes.

Studien über die Deutschen zeigen, dass sie sich am meisten vor Naturkatastrophen, Euro-Krise und Terrorismus fürchten. Es gibt auch Studien die zeigen, dass viele Menschen sich vor Krebs und Demenz fürchten. Manche Menschen fürchten sich vor Erinnerungen, vor der Zukunft, vor Krankheit oder vor dem Tod. Angst um die Kinder, in Angst um die Beziehung und Angst um die Ehe, Angst um die Existenz und um finanzielle Not, Angst vor Gesetzen. Alle diese oder ähnlichen Ängste erleben, erfahren oder hören wir heutzutage.

Manche Menschen fürchten sich vor den Fremden. Aber in der Heilsgeschichte war es sehr häufig, in ein fremdes Land zu gehen und in einem fremden Land zu leben.
Abraham sollte in das fremde Land gehen und Mose lebte unter den Fremden und diesen beiden Vätern sagte Gott. Fürchte dich nicht, ich bin bei Dir. 

Joseph, Maria und Jesus mussten auch in ein fremdes Land flüchten und waren auf die Gastfreundschaft der fremden Ägypter angewiesen.

Als der Engel des Herrn die Geburt des Johannes ankündigte sagte er zu Zacharias: Fürchte dich nicht. (Lk.1_12) Zu Joseph, dem Verlobten Marias, der sie geheim verlassen wollte, sagte der Engel, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen. (Mt.1:20)

Als die Jünger Jesu ihn auf dem See kommen sahen, schrien sie vor Angst und dann sagte Jesus zu ihnen „fürchtet euch nicht, habt Vertrauen! (Mt. 14:26)
Nach der Auferstehung sagte der Engel den verzweifelten Frauen: „Fürchtet euch nicht“ (Mt. 28.5).
„Warum habt ihr solche Angst. Habt ihr keinen Glauben? (Mk.4.40) fragt Jesus die erschrockenen Jünger beim Seesturm.

Die zentrale Botschaft der Bibel heißt „fürchtet euch nicht; Gott ist bei Euch:
Immanuel ist sein Name, Jesus Christus, Gott ist mit uns. Er sagte „ich bin bei Euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

Der Satz „Fürchtet euch nicht „ kommt 365 Mal in der Bibel vor, für jeden Tag eines Jahres einen neuen Satz und einen neuen Anlass aus der Hl. Schrift.
Das Wort Freude steht über 200 Mal in der Bibel.
Das Wort Shalom, Frieden finden wir 237 Mal in der Bibel.
D.h. diese drei Begriffe der Weihnachtsbotschaft: Fürchtet euch nicht, habt Freude, habt Frieden, prägen die ganze Botschaft der Bibel. Gott wünscht uns Menschen durch verschiedene Anlässe: Freude, Frieden und ein Leben ohne Angst und Furcht.

Die christliche Gemeinde ist keine traurige Gemeinde, keine streitende Gemeinde, sondern eine lachende, fröhliche und hoffnungsvolle Gemeinde. Wenn Gott mit uns ist, sollten wir voll Vertrauen und voll Freude lachen, beten und hoffen, dass unter uns Frieden herrschen kann. 
Frieden bedeutet Zufriedenheit, Glück, göttliche Ordnung, körperliche und seelische Gesundheit, Gabe Gottes, Segen Gottes, Gruß oder Wunsch. Wenn wir uns an Weihnachten Freude und Frieden wünschen, wünschen wir die Nähe Gottes und das Vertrauen mit ihm.

Gott ist uns in Jesus sichtbar, in seinen Worten hören wir Gottes Wort, in seiner Nähe spüren wir die Nähe Gottes; in seinem Brot des Altares erleben wir, dass Gott  bei uns ist. Jesus sagt uns:
- „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6),
- „Ich bin der gute Hirte“ (Joh 10,11),
- „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12),
- „Ich bin das Brot des Lebens“ (Joh 6,35),
- „Ich bin der Weinstock ...“ (Joh 15,5),
- „Ich bin die Tür ...“ (Joh 10,9),
- „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (Joh 11,25),
- „Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte.“ (Offb 1,17).
Auf ihn vertrauen wir. Seine Geburt feiern wir und freuen wir uns, weil Jesus geboren ist.
Frohe Weihnacht: Freut euch! Jesus ist geboren. Emmanuel ist da! Gott ist mit uns. Ihn preisen wir, ihn bejubeln wir, Halleluja!

Sonntag, 20. Dezember 2015

4. Advent 2015

Predigt
Evangelium vom 4. Adventssonntag, Lesejahr C:
Lk 1,39-45

Im heutigen Evangelium hörten wir die Worte von Elisabeth an Maria. Sie sagte:
Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. 

Bevor Maria diese Aussage von Elisabeth hörte, grüßte der Engel Gabriel Maria bei der Verkündigung der Geburt Jesu mit den Worten: „Sei gegrüßt, du Begnadete. Der Herr ist mit dir“.

Diese Worte Elisabeths und der Gruß vom Engel sind zusammen gefasst in dem schönen Gebet, das wir oft beten: „Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist Frucht deines Leibes Jesu.

Obwohl dieser Text seit der Formulierung des Lukasevangeliums den Gläubigen bekannt war, wurde dieses Gebet zum ersten Mal in der syrischen und ägyptischen Liturgie im 7. Jahrhundert nach der Gabenbereitung gesprochen und im 8. Jahrhundert wurde es von den Gläubigen auch außerhalb der Liturgie gebetet. Ab dem 12. Jahrhundert hat die Kirche das Gebet „Gegrüßet seist du Maria“ als eine der drei wichtigsten Glaubensaussagen festgelegt, neben dem „Vater unser“ und dem Glaubensbekenntnis.  

Wie der Engel Maria gegrüßt hat und sagte, dass Gott mit ihr sei, grüßen wir Maria und freuen uns mit Maria, immer wenn wir dieses Gebet sprechen, weil Gott sie auserwählte, die Mutter Jesu zu werden und ihr versprach, bei ihr zu bleiben, genauso wie Gott den Vätern Abraham und Moses bei ihrer Wahl, Gottes Wege zu gehen, versprochen hat. Wie Gottes Verheißung „Ich bin mit Dir oder ich bin bei Dir“ Abraham und Mose Kraft und Mut schenkte, gaben die Worte des Engels, „der Herr ist mit dir“ nicht nur Freude über die Erwählung, die Mutter Jesu zu werden, sondern  Kraft, Mut und Vertrauen über die Verheißung Gottes, um zu sagen „Siehe, ich bin die Magd des Herrn.

Als Jesus predigte sagte einmal eine Frau aus dem Volk. Selig die Frau, deren Leib dich getragen und deren Brust dich genährt hat“ (Lk.11.27) Der Inhalt der Worte Elisabeth an Maria: „Gesegnet bist du mehr als alle Frauen„ ist ähnlich wie diese Frau aus der Menge es zu Jesus ausdrückte. Die Antwort Jesu an diese Rede nämlich „Selig, die die das Wort Gottes befolgen“ wird in Maria erfüllt, weil bevor Elisabeth diesen Gruß an Maria richtete, ist sie dem Wort Gottes gefolgt und sagte, „Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, wie du es gesagt hast: D.h. Maria ist gesegnet unter allen Frauen, weil Maria das Wort Gottes empfangen hat, dem Wort Gottes gefolgt ist und das Wort Gottes verkündet hat, das Wort Gottes, ihr Sohn Jesus Christus. Maria ist gesegnet unter allen Frauen, weil die Frucht ihres Leibes gesegnet ist.

Das Gebet „Gegrüßet seist du Maria“ enthält Worte aus dem Evangelium, die das Geheimnis der Menschwerdung ausdrücken und die Erlösung der Menschheit durch die Menschwerdung erklären und die Rolle Marias im Leben und Wirken Christi darstellen.

In vier Tagen feiern wir den Heiligen Abend und versuchen die Freude der Geburt Christi zu erleben und diese innerliche Freude auf verschiedene Art und Weise weiter zu geben. In diesen Tagen der Vorbereitung  auf das Weihnachtsfest könnten wir die Worte des Engels an Maria und von Elisabeth in Form des Gebetes „Gegrüßet seist du Maria“ einmal bewusst beten oder hören und in uns die weihnachtliche Stimmung wirken lassen.




Sonntag, 6. Dezember 2015

Patrozinium 2015; 8. Dezember, Maria Immaculata

Predigt

Vor zwei Tagen wurde ich in einem Gespräch über die unbefleckte Empfängnis Marias befragt, wie eine unbefleckte Empfängnis möglich sei. Sofort bemerkte ich, dass die Frage aus einer Verwechslung mit der Verkündigung der Geburt Jesu an Maria entstand. Der Begriff unbefleckte Empfängnis Maria hat mit dem Wesen von Maria und mit ihrer Beziehung zu Gott zu tun, es bedeutet, dass Maria unbefleckt, d.h. ohne Makel der Sünde geboren wurde und ohne Sünde und Fehler gelebt hat, damit sie würdig war, die Mutter Jesu zu werden. Deswegen heißt dieses Fest: Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Gottesmutter Maria. Die traditionell geglaubte Erbsünde erklärt man als die menschliche Neigung zu sündigen, nämlich zu eigenem Vorteil und Profit falsche Wege zu gehen oder falsche Mittel zu verwenden und den Mitmenschen daraus Nachteil oder Schaden zu verursachen. Wenn wir daran glauben, dass Maria diese menschliche Neigung nicht hatte, sollte  man annehmen, dass Maria übermenschlich war, doch wir glauben daran, dass Maria in ihrem Leben diese Neigung überwinden konnte und immer in enger Beziehung mit Gott lebte und immer selbstlos für ihren Ehemann, ihren Sohn und ihre Mitmenschen sich einsetzte. Deswegen ist Maria makellos, heilig, ohne Sünde und Schuld, die Erwählte, das Vorbild aller Frauen und Vorbild aller Menschen. Diese Vorbildlichkeit Marias feiern wir heute und um ihre Fürsprache bitten wir heute, damit wir ihrer Wesensart ähnlich werden können.

Das Hochfest der Maria Immaculata dieses Jahres ist auch das Ende des 50-jährigen Jubiläums des zweiten Vatikanischen Konzils.  Am 8. Dezember 1965 hat Papst Paul VI. den Abschlussgottesdienst des zweiten Vatikanischen Konzils gefeiert und das drei jährige Konzil offiziell beendet. Seitdem geschieht in der Kirche eine große Erneuerung, um den Geist des Konzils und den Geist des Evangeliums zu verbreiten. Der Gottesdienst in der Muttersprache und viele Bewegungen und Experimente um sinnvoll Gottesdienste zu halten oder zu beten, gehören zu diesem Versuch der Erneuerung. Wenn die Juden ihren offiziellen Gottesdienst in hebräisch halten, die Muslime in arabisch beten, die Hindus in Sanskrit ihren Gottesdienst feiern und die Buddhisten in Pali oder in Sanskrit, beten und feiern die Christen ihre Gottesdienste in ihrer Muttersprache. Anstatt die antiken und schwierigen Sprachen zu lernen, um den Inhalt verstehen zu können, versuchen die Christen alles in der Muttersprache und sogar in verständlichen Begriffen auszudrücken und zu formulieren. Zum 50-jährigen Jubiläum dieses großen Ereignisses ist es überlegenswert, zu prüfen, ob wir dadurch als Glaubensgemeinschaft gläubiger, überzeugter und der Glaube lebendiger, missionarischer geworden ist als  der Glaube der Juden, Muslime, Hindus oder Buddhisten, die ihre Gottesdienste noch in der antiken Sprachen feiern, oder ob wir dadurch versuchen andere Werte in den Vordergrund zu stellen und ob diese Werte den Menschen helfen, religiöser und menschlicher zu sein. Zum Jubiläum haben wir die Aufgabe den Sinn des Konzils zu bewahren.  

Zum 50-jährigen Jubiläum des zweiten vatikanischen Konzils wird der Papst Franziskus am 08.Dezember das Heilige Jahr der Barmherzigkeit eröffnen, das am 20.11. 2016 zum Christkönigsfest beendet wird.

Von 1300 bis heute gab es 26 dieser Jubeljahre und das letzte war im Jahr 2000. Ich finde das Heilige Jahr der Barmherzigkeit als eine passende Entscheidung für die heutige Zeit nicht nur aus dem Grund vieler Probleme und Auseinandersetzungen weltweit, in allen Ebenen wo wir barmherzig sein sollten, sondern auch aus dem Grund des Wesens des Christentums, was wir manchmal vergessen. Am 08. Dezember 1965 sagte Papst Paul VI. in seiner Predigt beim Abschlussgottesdienst des zweiten vatikanischen Konzils folgendes: „die Religion dieses Konzils ist die Nächstenliebe. Die uralte Erzählung vom guten Samariter wurde ein Paradigma für die Spiritualität dieses Konzils“.

Das Gleichnis des barmherzigen Samariters, des barmherzigen Vaters oder verlorenen Sohnes, der verlorenen Schafe, der verlorenen Drachme, das Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht, die Worte Jesu „nicht siebenmal sondern siebzig Mal zu vergeben, oder „ sei barmherzig wie es auch euer Vater  ist“ (LK,6,36) zeigen deutlich, dass die biblische Botschaft einen barmherzigen Gott gegenüber den Menschen verkündet und fordert auch uns auf, barmherzig zu sein.

Papst Franziskus ruft auf, im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit die leiblichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit zu tun, die leiblichen Werke wie „Hungrige speisen, Durstigen zu trinken geben, Nackte bekleiden, Fremde aufnehmen, Kranke pflegen, Gefangene besuchen und die Toten begraben“ und die geistigen Werke wie „den Zweifelnden recht raten, die Unwissenden lehren, die Sünder zurecht weisen, die Betrübten trösten, Beleidigungen verzeihen, die Lästigen geduldig ertragen und für die Lebenden und die Verstorbenen zu Gott beten“.

Am 8. Dezember wird Papst Franziskus die Heilige Pforte, die Pforte der Barmherzigkeit im Vatikan öffnen und am 03. Advent in der Lateran-Basilika.  Der Papst ruft auf in Kathedralen, Bischofskirchen und allen passenden Kirchen und Orten Pforten der Barmherzigkeit zu öffnen. Im Bistum München wird unser Kardinal Marx am 13.Dezember im Dom die Pforte der Barmherzigkeit öffnen. Diese äußerlichen Öffnungen der Pforten sollen uns und viele Menschen bewegen ihre Herzen zu öffnen und barmherzig zu sein.

Papst Franziskus zeigt die heilige Maria als Vorbild der Barmherzigkeit Gottes. Die heilige Maria ist die Mutter der Barmherzigkeit. Ihr ganzes Leben war von der zu Fleisch gewordenen Barmherzigkeit Gottes geprägt. Maria Immaculata, die unbefleckte Empfängnis Maria hat seit dem zweiten Vatikanischen Konzil einen neuen Namen: Erwählung Maria.

Wie Maria und alle Erwählten in der Heilsgeschichte sind wir auch die Erwählten Gottes, um seine Botschaft zu hören, zu leben und zu verkünden. Wenn wir versuchen barmherzig zu sein wie Gott der Vater, wie Jesus, die Fleisch gewordene Barmherzigkeit Gottes, wie Maria, die Mutter der Barmherzigkeit, sind wir auch wie Maria erwählt, nicht gegenüber unserem Glauben und unserer Kirche gleichgültig zu sein, sondern als gläubige Christen zusammen zu halten, unseren Glauben, unsere Religion und unsere Kirche zu verkünden, Missionare der Kirche und Missionare der Barmherzigkeit zu sein. Das Fest der Erwählung Maria, das Ende des Jubiläums des zweiten vatikanischen Konzils und der Beginn des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit können uns helfen, zu unseren Mitmenschen und zu uns selber barmherzig zu sein und mit einem Bewusstsein als Erwählte Gottes missionarisch zu leben.














Mittwoch, 2. Dezember 2015

1. Advent 2015

Ungekürzte Fassung des
Evangeliums vom Ersten Adventssonntag, Lesejahr C:
Lk 21,25-36

Mit dem ersten Adventssonntag beginnen wir heute die Zeit des Advents, den Beginn des neuen Kirchenjahres und am Dienstag auch den Beginn des letzten Monates im Kalenderjahr.  In der Jahreszeit des Advents werden die meisten Kerzen angezündet und die meisten elektrischen Beleuchtungen in der Stadt und zuhause eingeschaltet. Diese Illumination mit Kerzen und der elektrischen Beleuchtung ist nicht nur wegen der Dunkelheit dieser Jahreszeit, dafür wäre die normale Beleuchtung ausreichend, sondern die Kerzen und die Beleuchtung sind auch ein Zeichen der Vorbereitung auf Weihnachten, als ein Zeichen der Hoffnung, die Christus uns bringen kann und als Zeichen der Erleuchtung, die durch diese Vorbereitung und Feier erhofft werden. Wir benennen diese Adventszeit als eine stille, ruhige  Zeit und als eine Zeit der Erwartung und des Wartens.


Im ersten Teil des heutigen Evangeliums sind aber durch die Ankündigung von Veränderungen bei der Sonne, dem Mond und den Sternen, Naturkatastrophen angesagt.  Verschiedene Naturkatastrophen wie Erdbeben, Stürme, Tsunamis oder Feuerkatastrophen erleben wir heutzutage häufig. Diese Veränderung in der Natur mit Klimaveränderung, Erwärmung der Erde erleben wir Jahr für Jahr öfter und gewaltiger. So denken viele Menschen, dass die in der Bibel angekündigten Katastrophen bald kommen werden.

Angst und Sorgen der Menschen sind als Zeichen der Zeit angegeben und diese Angst und Sorgen erleben wir zunehmend.
Wegen Krieg, Terror und der Flüchtlingsproblematik erfahren die Menschen weltweit Angst und Sorgen intensiver.

Nach der Aussage des Evangeliums kommt der Menschensohn mit Macht und Herrlichkeit wenn alle diese Zeichen der Endzeit erfüllt sind. Wir sollen uns auf sein Kommen vorbereiten und wachsam sein, damit wir Jesus nicht unerwartet empfangen müssen.

Die beschriebenen Zeichen passen schon zur heutigen Zeit. Aber wir sollten nicht vergessen, dass es zu  jeder Zeit der Weltgeschichte ähnliche Erfahrungen gab und unterschiedliche Probleme gab es immer in der Welt. Wenn wir an die verschiedenen Kriege  der Geschichte denken, vor allem an die beiden Weltkriege, können wir uns vorstellen, dass Grausamkeit, Elend und Terror damals nicht weniger vorkamen als heute.

Was wir heute feststellen können ist, dass trotz der Hochentwicklung und Erfahrungen der Vergangenheit, die Menschen nicht viel anders denken und agieren als früher.

Wenn wir die heutige Verkehrsmöglichkeit mit der vor hundert Jahren vergleichen, können wir heute  mit Autos, Zügen oder Flugzeugen, in wenigen Stunden in jeder Ecke der Welt sein und sogar nach Mond fliegen, was vor hundert Jahren unvorstellbar war. Wenn wir an die Kommunikationsmittel denken, können wir heute über Telefon, Handy, Email, Facebook oder Whatsup Nachrichten in alle Welt direkt senden, weiterleiten und sofort empfangen.

Aber wenn wir an die geistige Entwicklung der Menschen denken, an ihre spirituelle Entwicklung, an die Entwicklung des menschlichen Charakters, an das Miteinander der Menschen, an die Menschlichkeit, die Freundlichkeit, an die Nächstenliebe, Achtsamkeit, Erfahrung in einer Gemeinschaft, bin ich der Meinung, dass wir in diesem Bereich fast stehen geblieben sind. Wegen Mangel an menschlicher Entwicklung auf geistiger und geistlicher Ebene wissen die Menschen nicht mit der hochentwickelten Technologie  und schweren Waffen umzugehen. Deswegen setzen  Menschen sogar Waffen gegenüber anderen Mitmenschen ein oder Gewalt gegen die Mitmenschen ausüben. Es ist eine unvorstellbare Katastrophe und Dramatik der Menschheit. Fast wie ein einjähriges Kind schwere Waffen in die Hand bekommt und nicht weiß, was es damit tun soll und unbewusst sich und Andere verletzen kann, werden heute Waffen gekauft und verkauft von Menschen, die sie  kriegerisch anwenden und die schöne wunderbare Welt zerstören.

So sind die Stichpunkte des heutigen Evangeliums sehr aktuell für Jeden von uns: wachsam zu sein und Hoffnung zu bewahren auf das Kommen des Herrn, mit der Hoffnung auf eine positive geistliche und geistige Entwicklung der Menschen.


Die Firm- und Erstkommunionvorbereitung, der Besuch der Gottesdienste, das Gebet, das Lesen  geistlicher und spiritueller Lektüre, ein Besuch entsprechender Kurse und Seminare sind Wege um diese geistliche und geistige Entwicklung anzustreben. Ich wünsche Euch und Ihnen sehr, dass Sie diese wichtige Zeit des Advents nutzen um die Beziehung mit Gott zu vertiefen und die menschlichen Werte bewahren, damit die Menschheit  erhalten bleiben.