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Dienstag, 23. April 2013

2. Fastensonntag

Verklerung Christi
Begrüßung
Heute ist der zweite Sonntag in der Fastenzeit. In dieser Zeit des Fastens und des Betens wollen wir unsere Beziehung mit Gott überprüfen und uns Zeit nehmen, Gott als die Hoffnung und das Ziel unseres Lebens zu erkennen. Damit wir würdig vor Gott stehen können, bekennen wir unsere Schwachheit und bitten um Gottes Kraft und sein Erbarmen.
Predigt
Die Verklärung Christi im heutigen Evangeliumsabschnitt ist eine einzigartige Erfahrung für Petrus, Johannes und Jakobus. Diese Jünger hatten Jesus als begnadeten Prediger, Wundertäter oder als barmherzigen Prophet erfahren. Sie hatten sich auch Gedanken gemacht, ob Jesus der Messias sein könnte, wie viele Zuhörer und Jünger Jesu es ähnlich dachten und untereinander redeten. Nun erleben sie Jesus auf dem Berg Tabor im leuchtend weißen Gewand und verändertem Gesicht. Sie haben mit Jesus zwei Männer gesehen und erkannt als Moses und Elija, die zu den größten Propheten des Alten Testamentes zählten. Sie wussten, dass sie auf dem Berg Gott näher und besser erfahren konnten. Sie hatten aus der Bibel gelesen, dass Moses auf dem Berg Horeb Gott besonders und nah erfahren hatte und seine Berufung empfing, ebenso mehrere Propheten wie Elija. Petrus, Johannes und Jakobus waren überzeugt, dass Jesus auf dem Berg Tabor eine besondere Erfahrung Gottes empfangen würde und die gesamte Atmosphäre war für sie eine besondere Offenbarung Gottes.
Es ist wichtig zu wissen, wo und wann Jesus verklärt wurde und Petrus, Johannes und Jakobus es miterleben konnten. Jesus nahm die drei Jünger mit auf einen Berg, um zu beten. Mehrmals stieg Jesus auf einen Berg oder ging in die Wüste, in die Einsamkeit, um zu beten und manchmal nahm er einige seiner Jünger als Verstärkung mit. Einmal auf den Berg Tabor wo Mose und Elija mit Jesus über sein Leiden und seinen Tod redeten. Das zweite Mal im Garten Getsemani wo Jesus betete, unmittelbar vor seinem Tod und Gott bat, ihm zu helfen. Beide Male waren diese drei Jünger bei Jesus, die mit Jesus sehr vertraut waren. Im Garten Getsemani haben sie geschlafen, während Jesus betete und dort bittet Jesus sie, wach zu bleiben und zu beten, die Jünger konnten diese Bitte Jesus nicht ganz verstehen. Durch ihre körperliche Müdigkeit wegen der Arbeit oder durch mangelndes Interesse am Gebet konnten sie nicht wach bleiben. Auf dem Berg Tabor sind diese beliebten Jünger Jesu auch eingeschlafen. Weil sie schliefen, als Mose und Elija mit Jesus redeten, konnten sie das Gespräch nicht miterleben. Dadurch haben die Jünger den wichtigsten Teil der Erfahrung auf dem Berg Tabor verpasst, obwohl Jesus sie diese besondere Erfahrung miterleben lassen wollten.
 
Wir lesen in der Bibel: Wachet und betet. Wach bleiben und zu Gott beten sind zwei wichtige Eigenschaften, die wir als Gläubige in der Fastenzeit auch besonders pflegen wollen, damit wir die wichtigen Ereignisse, Erfahrungen, die Zeichen der Zeit und die Signale der Gegenwart nicht verpassen.
 
In Ruhe, im Gebet, in Gelassenheit hören wir die Stimme Gottes als eine innere Stimme des Herzens, die uns auf dem richtigen Weg in die Zukunft führen kann. Die Stimme Gottes soll uns Raum schaffen, damit wir zufrieden und begeistert jeden Tag bewusst erleben können. Ich wünsche uns dazu viel Ruhe, Disziplin und Gelassenheit.

Gottesdienst zur Jahresversammlung, Eucharistische Missionare e.V.

Mt. 28.16-20
Liebe Mitbrüder,
zu unserem Gottesdienst zur Jahresversammlung, der als Höhepunkt unserer Zusammenkunft gilt, darf ich Euch alle recht herzlich begrüßen. Seit gestern diskutieren wir über verschiedene Themen und nun im Gottesdienst versuchen wir, uns überzeugen zu lassen von unserem missionarischen Auftrag, um die uns gestellten Herausforderungen weiterhin gut und gerne erfüllen zu können. Wir haben in unserem Wirkungsland eine große Aufgabe zu leisten, nämlich den Menschen, den Glauben über Gott, über Christus und die Kirche überzeugend zu verkünden und sie dafür zu gewinnen. Es ist keine leichte Aufgabe, aber wir sind dafür berufen und wir sind dieser Berufung gefolgt. Bitten wir um die Gnade und den Segen Gottes.
Predigt
Liebe Mitbrüder,
neben unseren alltäglichen Verpflichtungen mit ihren Problemen und Belastungen sind wir beschäftigt auch mit den Weltereignissen, mit den Geschehnissen der Kirche, des Ordens, der Heimat, der Familie und des Freundeskreises. Vor vielen Jahren haben wir vieles nicht gleich erfahren und daher war die geistige, psychische und körperliche Belastung nicht so hoch wie heute. Heute sind wir fast alles wissend. Die Medien und die Technik machen es uns möglich. Dadurch kann es passieren, dass wir nicht mehr die Ruhe und die Gelassenheit haben, die wichtigen Dinge wahr zu nehmen und die unwichtigen Dinge los zu lassen. Unsere jährliche Versammlung hilft uns, einen Tag über uns nachzudenken, zu sich selbst zu kommen und sich über sich selbst Gedanken zu machen. Ich hoffe und wünsche, dass alles, was wir gestern überlegten und diskutierten, in Erfüllung gehen kann.
 
Statt des Tagesevangeliums habe ich heute den letzten Abschnitt aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 28 gewählt. Zum Jahr des Glaubens und zum Thema der Neuevangelisierung, die heute sehr aktuell in offiziellen und nicht offiziellen Diskussionen in der Kirche in vielen Ebenen besprochen werden, ist dieser Abschnitt des Evangeliums sehr passend. Eine wichtige Aussage in diesem Text lautet: „Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern. Dieser Auftrag passt nicht nur zu den Themen der Diskussionen der Weltkirche, sondern auch zum Charisma unseres Ordens, ja der Name selber trägt diesen missionarischen Auftrag und unsere Tätigkeit in diesem Land.
Es ist nicht nur eine seelsorgliche Betreuung, sondern auch eine missionarische Tätigkeit, die wir hier in Deutschland ausüben, weil viele Menschen ihren Glauben verlassen und viele Menschen überlegen, sich von der Kirche zu distanzieren oder ganz auszutreten. Oft bezweifeln wir, ob es überhaupt möglich sei, die Menschen noch für die Kirche zu gewinnen. Vor 40 Jahren schrieb der bekannte deutsche Theologe Karl Rahner schon über den Mangel an Kirchenbesuchern und über den Rücklauf der Praxis des Glaubens; er meinte, dass die Kirche nur ein kleines Volk sein wird. Heute reden und schreiben viele Theologen und sogar Bischöfe ähnlich und wir erwecken den Eindruck, dass es nicht anders geht und wir mit einem kleinen Freundeskreis zufrieden sein sollen. Ich denke aber, weil viele Menschen irgendwo Halt brauchen und auch suchen, haben wir noch die Chance, Menschen für die geistlichen Aspekte des Lebens, für Kirche und Glauben zu gewinnen. In München gibt es einen Pfarrer, der behauptet, dass er pro Woche einen Wiedereintritt in der Kirche verzeichnen kann. Deswegen ist der Abschnitt des heutigen Evangeliums mit dem missionarischen Auftrag Christi für uns als Ordenspriester gerade heute von besonderer Bedeutung.
 
Wir sollen die Menschen taufen im Namen des dreifaltigen Gottes. Das Geheimnis der Dreifaltigkeit zu erfahren und zu verkünden gehört zu diesem Auftrag. Wenn die Menschen durch unsere Verkündigung zu Jüngern Christi geworden sind, sollen wir sie lehren, dem zu folgen, was Jesus uns geboten hat. Jesus hat uns ein faszinierendes und gleichzeitig ein schwieriges Gebot gegeben: Das Gebot der Liebe; das Gebot der Gottes- und der Nächstenliebe. Wenn wir zurück blicken in die Geschichte der Menschheit, angefangen beim Bericht über Neid und Brudermord zwischen Kain und Abel bis zu den heutigen Geschehnissen in Familien, in Orden und im Weltgeschehen, wurde dieses Gebot oft gebrochen und die Menschen finden es sehr schwierig ihr Leben nach diesem Gebot auszurichten. Ein Gebot, das Jesus uns durch seine Liebe zum Vater und zu den Menschen und bei Situationen mit seinen Feinden vorgelebt hat. Er gab uns die Sicherheit, dass er alle Tage unseres Lebens bis zum Ende der Welt, als Beistand und Stärkung bei uns sein wird. Dazu gehört auch sein Versprechen, dass er dabei sein wird, wenn zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind. Unsere Versammlungen können uns helfen, von der Stärke des Geistes Gottes ermutigt zu werden, von Christus unserem Halt beschützt zu werden und von unserer Berufung und dem Auftrag überzeugt zu sein. Wir haben nur einen Auftrag; den Auftrag Christi. Wir sind tätig, um die Menschen zum Glauben zu bringen und ihnen zu helfen mit der Kirche und Christus verbunden zu leben. Dieser Gedanke könnte als ein Idealismus gesehen werden. Aber aus einem gerechten Idealismus können wir gute Früchte bringen. Das wünsche ich uns allen.
 
Vor 25 Jahren habe ich für meinen Primizspruch aus dem Hebräerbrief, Kapitel 10, Vers 7 gewählt, der sagt: Ich komme, Gott, um deinen Willen zu tun. Heute nach 25 Jahren meiner Tätigkeit als Priester finde ich den Auftrag Christi zu allen Völkern zu gehen und die Frohbotschaft zu verkünden von großer Aktualität , besonders im Hinblick auf die Situation der heutigen Kirche und Gesellschaft, der päpstlichen Ausrufung zu einem Jahr des Glaubens, der Neuevangelisierung und unserer besonderen Situation hier in Deutschland mit unserer Tätigkeit. Ich wünsche Euch und mir viel Mut und Freude in unserer Verkündigung der Frohbotschaft Jesu und in allen Aufgaben unserer Tätigkeit. Im Glauben an den dreifaltigen Gott und in der Freude auf das Brot der Stärkung beim heutigen Brotbrechen wollen wir unsere Bitten und Anliegen vor Gott bringen.

5. Sonntag im Jahreskreis

Heute und in den nächsten Tagen feiern viele Menschen Fasching. Ich wünsche Ihnen für diese besonderen Tage im Jahreskreis, die im Rheinland auch als 5. Jahreszeit bezeichnet wird, viel echte Freude und gute Erholung. Heute im Gottesdienst begrüße ich alle neu gewählten Mitglieder der Kirchenverwaltung und besonders auch die jetzt ausgeschiedenen Mitglieder nach mehreren Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit. Mehr dazu am Ende des Gottesdienstes. Heute hören wir im Evangelium einen Bericht über die Nachfolge Jesu und die Verkündigung der Frohbotschaft. Um diese Aufgaben erfüllen zu können, bitten wir Jesus Christus, unsern Herrn und Gott um Beistand und Hilfe.
Predigt
Lk. 5.1-11
Seit Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu bis heute sind die Nachfolge Jesu und die Verkündigung seiner Botschaft die wichtigsten Themen des Christentums. Wenn die Nachfolge und die Verkündigung nicht gelingen, kommen Probleme und Vorwürfe. Deswegen müssen wir uns oft überprüfen, wie wir in der Nachfolge und in der Verkündigung treu und eifrig bleiben können. Probleme und Vorwürfe sollen uns nicht entmutigen, sondern sie sollen uns nur helfen uns zu prüfen, wie treu wir in der Nachfolge Jesu sind und wie eifrig wir das Wort Gottes verkünden.
Im heutigen Evangelium hörten wir, dass viele Leute zu Jesus kamen um das Wort Gottes zu hören. Dieses Mal redet Jesus am Ufer des Sees Genesareth und viele Menschen drängten sich um ihn. Nach Beendigung seiner Predigt rät Jesus, Simon und seinen Freunden noch einmal zu versuchen Fische zu fangen; sie entgegneten, dass sie die ganze Nacht draußen auf dem See waren und nichts fangen konnten. Auf die Worte Jesu warfen sie aber die Netze wieder aus und konnten zwei Boote voll Fische fangen, daraufhin waren sie sehr erstaunt und erschrocken, weil sie nicht glauben konnten, dass sie mit Jesus zusammen große Erfolge haben könnten. Gleichzeitig wurde Petrus bewusst, wie klein und sündig er sei. Deswegen sagt er, „Herr geh weg von mir, ich bin ein Sünder“. Der Beistand Jesu und die Erfahrung seiner Macht, seines Wissens und der Kraft haben Petrus ein großes Selbstbewusstsein geschenkt. Er bekennt seine Niedrigkeit.
Aus der Bibel haben wir viele Beispiele dafür, dass Gott einfache Menschen, die sich ihrer Niedrigkeit bewusst sind, mit großem Segen beschenkt. Ein bedeutendes Beispiel dafür ist das Magnificat, in dem Maria die Größe des Herrn preist und die großen Taten Gottes bekennt, die Gott an ihr getan hat. Ähnliches passiert auch im heutigen Evangelium. Petrus bekennt seine Niedrigkeit und Jesus verspricht ihm, ihn zum Menschenfischer zu machen und ermutigt ihn, sich nicht zu fürchten. Petrus, Jakobus und Johannes haben alles verlassen und folgten Jesus. Während Jesus predigte und wirkte, waren sie mit ihm und nach dem Tod Jesu haben sie die Lebensaufgabe Jesus fortgeführt. Durch die Verkündigung der Apostel wurde die Kirche größer, die Zahl der Gläubigen vermehrte sich und langsam gab es Länder, in denen fast alle Menschen sich taufen ließen und Christen wurden.
Heute erfahren wir, dass vieles in der Kirche abwärts geht. Wir haben berechtigte Sorge, dass die Kirche kleiner und kleiner werden wird. Schon vor vierzig Jahren hat der bekannte deutsche Theologe Karl Rahner gesagt, dass die Kirche ein kleines Volk werden wird und heute hören wir von vielen Theologen und Verantwortlichen der Kirche auch, dass wir damit rechnen müssen, dass die Kirche ein kleines Volk wird.
Ich denke, die Lösung für unsere heutigen Probleme sind nicht die Einstellung auf eine kleine Gemeinschaft, sondern es fehlt uns an Selbstbewusstsein und an Demut wie Petrus es zeigte und es fehlt vielen Christen in der heutigen Zeit auch das Vertrauen in Jesus, wie Petrus auf die Worte Jesu vertraute und zwei Boote voll Fische fangen konnte. Wenn wir demütig und selbstbewusst sind und auf die Hilfe und den Beistand Jesu vertrauen, könnte unser Menschenfang so groß sein, wie Petrus, Jakobus und Johannes es auf dem See Genesareth beim Fischfang erlebten. Wir brauchen Mut, Geduld und Standhaftigkeit. Wenn die Glaubenden den Glauben weitergeben, werden viele Menschen zum Glauben kommen. Ich bin sicher, dass wir auch wieder eine blühende Zeit der Kirche erleben werden.

Darstellung des Herrn

Lk. 2-22-40
Predigt
Nach altem Brauch ist mit dem heutigen Fest die Weihnachtszeit vorbei. Dieses Fest nennen wir Maria Lichtmess oder Fest der Darstellung des Herrn. Darstellung des Herrn, weil wir uns heute daran erinnern, dass Jesus als männlicher Erstgeborener von seinen Eltern nach jüdischem Brauch zum Priester in den Tempel gebracht wurde als Opfer für Gott. Dieses Fest ist auch noch bekannt als Maria Reinigung, es erinnert daran, dass Maria und Joseph 40 Tage nach der Geburt Jesu ein Reinigungsopfer im Tempel dargebracht haben, weil nach jüdischem Glauben, die Frau nach der Geburt eines erstgeborenen Sohnes 40 Tage als unrein betrachtet wurde. Seit dem 4. Jahrhundert wurde dieses Fest mit einer Lichterprozession gefeiert, daher stammt der Name Maria Lichtmess. Dieses Fest wird in der katholischen, evangelischen, orthodoxen, anglikanischen, koptischen und syrisch-orthodoxen Kirche am 2. Februar gefeiert und in der armenischen Kirche am 14. Februar.
Das Reinigungsopfer der Eltern Jesu und die Darstellung Jesu im Tempel zeigen uns, dass Maria, Joseph und Jesus nach jüdischem Glauben gelebt haben und die jüdischen Bräuche und Sitten achteten. Die Anwesenheit des Propheten Simon und der Prophetin Hanna und ihre Worte überzeugen uns, dass die prophetischen Traditionen des Alten Testamentes und das Wirken des Heiligen Geistes seit Beginn der Menschheitsgeschichte auch im Neuen Testament bis heute gültig sind und weiter wirken. Die Offenbarung Gottes in der Menschheitsgeschichte und die Offenbarung in Jesus Christus gehören zusammen, in dem wir in Jesus, Gott erleben; in seinem Leben, in seinen Worten und in seinem Tun. 
 
Die Worte Simon über Jesus: dass seine Augen das Heil gesehen haben, können auch uns bewegen zu bekennen, dass wir das Heil in Jesus erfahren und wir es bezeugen wollen und für die Mitmenschen verkünden. Simon redet über Jesus als ein Licht, das später Jesus selber über sich gesagt hat. Jesus ist das Licht der Welt. Dieses Licht, Jesus Christus, kann unser inneres Licht erleuchten, damit wir unseren Körper, unsere Seele, Gedanken, Gefühle und unsere Fähigkeiten mit dem Licht Gottes reinigen lassen und wir für die Welt als Licht leuchten können. Wir erkennen dieses Licht und wollen uns von diesem Licht erleuchten lassen.
Heute haben wir viele Kerzen angezündet. Oft zünden wir auch eine Kerze an zu Hause oder in der Kirche. Das Licht erinnert uns an Gott und an das innere Licht, das wir alle in uns haben. Lass‘ das Licht Gottes in uns erleuchten und möge die Kraft des Lichtes Gottes uns reinigen.
 
 

3- Sonntag im Jahreskreis

Die Predigt Jesu in Nazareth
Lk. 4.14-21
Im Evangelium haben wir eben die erste Predigt Jesu in seiner Heimatstadt Nazareth gehört, in der Jesus den Propheten Jesaja zitiert. Nach der Lesung aus dem Buch des Propheten sagte er: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.
Jesu bringt eine gute Nachricht: er verkündet den Gefangenen die Entlassung, den Blinden das Augenlicht, den Zerschlagenen die Freiheit: Er redete vom heiligen Geist erfüllt. Ihm war bewusst, dass Gott ihn gesalbt und gesandt hat. Im Namen Gottes predigte Jesus. Die Worte Jesu waren das Wort Gottes, das den Menschen Hoffnung brachte. Diese erste Hoffnung erweckende Predigt Jesu hat nicht nur Staunen bei den Zuhörern verursacht, sondern auch massive Ablehnung Jesu in seiner Heimat. 
 
Jesus kämpft durch Wort und Tat gegen alle Art von Armut, Sklaverei und Ausbeutung. Freiheit, Reichtum und Wahrheit sind die Werte, die Jesus verkündete und verbreitete. Dazu gehörte vor allem die Liebe, die Hoffnung und die Barmherzigkeit.
 
Eigentlich konnten die Leute wegen dem Tun und der Verkündigung Jesu sehr zufrieden sein. Aber Jesus hatte neben seinen Anhängern und Bewunderern auch viele Feinde, durch sie wurde er zum Tode verurteilt und gekreuzigt.
Genauso war es mit den Propheten des Alten Testamentes. Die Propheten, die das Wort Gottes verkündeten und die Liebe und die Barmherzigkeit predigten, erlitten oft Verfolgung und Tod. Später haben die Nachkommen dieser Mörder die Propheten verehrt. Im neuen Testament haben die Menschen Jesus gekreuzigt und ihn später als himmlischen König der Welt verehrt. Es war oft in der Geschichte des Christentums erfahrbar, dass die Menschen, die die christlichen Werte predigten und zu leben versuchten, nicht nur Freunde, sondern auch Feinde hatten. Manche davon mussten im Leben sehr leiden und erst nach dem Tod haben die Leute ihre Werte erkannt und dann haben die Menschen sie verehrt.
 
In der jetzigen Zeit geht dieser Auftrag Jesu an uns, wir Christen haben die Aufgabe seine Botschaft zu verkünden und entsprechend zu handeln. Aber wir können auch nicht erwarten, dass die Menschen die Glaubensweitergabe und unser christliches Tun gleich mit Jubel begrüßen werden, wenn wir versuchen zu verkünden und zu handeln, wie Jesus es gemacht hat.
 
Wir können nur hoffen, dass die Menschen heute vernünftiger sein werden, wie die Menschen in der Vergangenheit. Deswegen sollen uns der Auftrag und die Botschaft Jesu nicht gleichgültig sein. Wir wollen uns für die Werte des Christentums und für die Werte, die Jesus vermittelt und verkündet hat, einsetzen und die Liebe, die Hoffnung und die Barmherzigkeit in unserem Leben mutig bezeugen.
 
Möge Gott uns dabei helfen.

2. Sonntag im Jahreskreis

Hochzeit in Kana Jo. 2. 1-11

Predigt
Liebe Firmlinge, liebe Gemeinde,
die verheirateten Männer und Frauen unter Ihnen wissen, wie viele Vorbereitungen eine Hochzeit braucht und dass es manchmal auch stressig werden kann, wenn man es nicht frühzeitig, gut und ganz genau plant. Ein junger Man hat mir einmal gesagt, dass sie zwar heiraten wollen, aber noch nicht die Zeit hätten, um alles planen und vorbereiten zu können. Weil ich jedes Jahr einige Brautpaare zur Trauung begleite und die Trauung segne, weiß ich auf der einen Seite, wie schön die Feier der Hochzeit ist und auf der anderen Seite wie viel Zeit und Kraft es kostet, wenn eine große Feier mit vielen Gästen gewünscht und geplant wird. Auch eine kleine einfache Feier macht die Hochzeit zweier Menschen, die sich lieben und die eine dauerhafte Beziehung eingehen wollen, zu einem tiefen Erleben.
 
Zurzeit Jesu war es üblich in Israel, dass die Hochzeit mit vielen Gästen groß gefeiert wurde. In der Bibel lesen wir, dass Jesus gerne Einladungen von unterschiedlichen Menschen, Bekannten, Freunden und Prominenten annahm und bei unterschiedlichen Feiern teil nahm. Wir haben eben im Evangelium gehört, was bei der Hochzeit in Kana passierte. Der Hausherr hatte entweder zu wenig geplant oder es sind viel mehr Gäste gekommen oder die Gäste haben viel mehr getrunken als geschätzt wurde. Wenn der Wein bei einer Hochzeit in Israel ausging, war es schlimmer, als wenn bei einem Fest bei uns heute Wasser, Cola oder Bier ausgehen würden. Auch bei uns wäre es eine peinliche Situation, falls bei einer Hochzeitsfeier ein gängiges Getränk nicht ausreichen würde.
 
Als Jesus auf die Bitte seiner Mutter Wasser in Wein verwandelte, schrieb der Evangelist darüber, dass Jesus dadurch sein erstes Zeichen in Kana in Galiläa setzte und seine Jünger an ihn geglaubt haben. Seine Jünger haben geglaubt, wer Jesus sei; wie Petrus einmal verkündet hat: Du bist der Messias, der Sohn Gottes. So genau hätten es die Jünger Jesu bei der Erfahrung dieses Zeichen in Kana wahrscheinlich nicht gewusst, aber sie konnten glauben, dass Jesus kein normaler Mensch sei und sie haben das Vertrauen zu Jesus durch dieses Wunder vertieft.
 
Wichtiger als die Verwandlung von Wasser in Wein, obwohl so etwas menschlich nicht möglich ist, ist meiner Meinung nach, der Anlass dieses Ereignisses. Jesus war bereit zu helfen als der Hausherr wirklich in Not war. Die Eigenschaft Jesu, Menschen zu helfen, die in Not sind, erleben wir immer wieder im Evangelium. Die Verkündigung und die Taten Jesu hatten zwei wichtige Ziele. Erstens: Die Offenbarung der Güte und der Liebe Gottes und zweitens: Die Bereitschaft und der Aufruf, Menschen in Notsituationen zu helfen.
 
Als Christen dürfen wir die Liebe und die Güte Gottes erleben und verkünden sie und gleichzeitig haben wir die Aufgabe den Menschen zu helfen. Bei den Gottesdienstbesuchen kann uns bewusst werden, wozu wir berufen sind und was wir im Gottesdienst eigentlich erleben. Wir erleben die Gemeinschaft mit Gott und den Menschen und wir erleben, dass Gott unter uns Menschen gegenwärtig ist. Bei der Vorbereitung zur Firmung wünsche ich Euch liebe Jugendliche diese Erfahrung, dass Ihr Euch bei Gott und bei den Menschen gut aufgehoben fühlt und Ihr bei jeder Not, bei allen Zweifeln, Hilfe von allen Seiten erwarten könnt.

Sonntag, 13. Januar 2013

Taufe des Herrn

Predigt
 Lesejahr C:
Lk 3,15-16. 21-22
Mit dem Fest der Taufe Jesu ist die Weihnachtszeit vorbei. Nun beginnt in den Texten der Liturgie die Zeit des Wirkens Jesu. Seine Verkündigung der Frohbotschaft und seine unterschiedlichen Tätigkeiten für die Mitmenschen stehen in den Lesungen und der Liturgie im Vordergrund. Seine Worte und Taten haben den Menschen gezeigt, wer Jesus ist und Erfahrungen daraus bezeugen uns bis heute, wer Jesus ist.
Die Taufe Jesu war der Wendepunkt für diese Bestätigung für die Menschen. Jesus hat die Taufe mit Wasser empfangen, so wie damals die Menschen sie für die Sündenvergebung im Jordan empfangen haben. Sünde und Tod sind miteinander verbunden, weil die Sünde alles zerstört und der Tod das Ende ist. Daraus stammt der Begriff Todsünde. Wasser und Leben sind verbunden, weil die Menschen damals wie heute glauben, dass das Wasser für das Leben wichtig ist und das Leben wahrscheinlich im Wasser oder mit dem Wasser entstanden ist. Die  Taufe mit Wasser bezeichnete die Sündenvergebung und ein neues Leben aus dem möglichen Tod.
Jesus hat diese Taufe empfangen nicht aus dem Grund, dass er die Sündenvergebung brauchte oder vom Tod zum Leben übergehen musste, sondern weil er allen Menschen gleich werden wollte. Das war auch ein Anlass für die Menschen, zu erfahren wer Jesus war. Nicht als Zimmermann, nicht als ein Prophet, nicht als ein Wanderprediger wurde Jesus vorgestellt, sondern als der geliebte Sohn Gottes, an dem Gott Gefallen hat.
Wer Jesus ist und wer wir sind vor Gott und den Menschen sind zwei wichtige Fragen, womit wir uns in unserem alltäglichen Leben viel beschäftigen und die von Bedeutung sind. Beruf, Besitz, Alter und Zugehörigkeit spielen dabei eine bedeutende Rolle. Was ich habe und was ich bin, machen uns zu dem, wer wir sind. Um ein gutes Image zu erreichen und sich gut zu präsentieren, stellen die Menschen manchmal sogar falsche Behauptungen auf und erwecken dadurch einen falschen Eindruck. Deswegen gilt nicht nur, was ich habe und was ich bin, sondern auch, was ich behaupte. In manchen Ebenen des alltäglichen Lebens beeinflussen Eindrücke und Behauptungen manchmal eine Entscheidung.
Als Jesus mit den sündigen und Gott suchenden Menschen zusammen sein wollte, hat Gott ihn vor den Menschen geoffenbart, dass er der geliebte Sohn Gottes sei und Gott sein geliebter Vater. Nicht nur diese einzigarte enge Beziehung zwischen Gott und Jesus war den Menschen neu, sondern die Offenbarung Gottes als geliebter Vater war für die Menschen eine  unvorstellbar neue Erfahrung.
Durch den Empfang der Taufe und die Erneuerung der Taufe bei jedem Gottesdienst zu Beginn oder beim Glaubensbekenntnis oder beim Eintritt in die Kirche, wenn wir mit dem Weihwasser ein Kreuzzeichen machen, erfahren wir, wer und was wir sind. Wir sind die geliebten Söhne und Töchter Gottes und Gott ist unser geliebter Vater und Mutter. Diese Erfahrung kann niemand mehr von uns weg nehmen. Diese Erfahrung im Innersten kann uns zufrieden und gelassen machen, weil wir alles als vergänglich erleben, nur die Liebe Gottes ist unvergänglich, sie bleibt und lässt uns ewig lebendig sein.
Vor zwei Wochen haben wir ein neues Jahr begonnen. Für dieses neue Jahr wünsche ich Ihnen täglich und bei allen Situationen des Lebens die Erfahrung, dass sie als getaufte Christen geliebte Söhne und Töchter Gottes sind.