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Mittwoch, 17. Februar 2010

Aschermittwoch


Evangelium vom Aschermittwoch: Mt 6,1-6. 16-18

Predigt

Mit dem Aschermittwoch ist nicht alles vorbei. Wir glauben an dieses Karnevalslied nicht mehr. Aschermittwoch ist für uns ein Neuanfang. Mit dem Aschermittwoch beginnen wir Kraft zu schöpfen um unser Leben sinnvoller, schöner und menschlicher gestalten zu können und zu wollen. Es bedeutet nicht, dass uns was fehlt, sondern es bedeutet, dass wir keine Götter sind, sondern schwache Menschen, die den Segen von Oben brauchen, um uns immer wieder verbessern zu können, um uns neu zu orientieren, um heiliger, göttlicher, perfekter oder menschlicher werden zu wollen.

Mit dem Aschermittwoch wollen wir in der Mitte unserer Spaßgesellschaft zur Besinnung kommen. Besinnen wollen wir uns um uns neu zu orientieren. Die Anforderung unserer Gesellschaft verlangt eine Neuorientierung; die heutige Situation des Glaubenslebens erfordert eine Neuorientierung um gläubige Menschen bleiben zu können und um den Glauben sichtbar zu praktizieren.

Im heutigen Evangelium wird über drei wichtige Themen geredet: Beten, Fasten und Almosen geben sind diese in jeder Zeit der Menschheit bedeutend gewesenen Themen, die auch heute viel Bedeutung finden.

Beten wollen wir zu Gott unserem Schöpfer und Erlöser um mit ihm in enger Beziehung bleiben zu können und Gott als unseren Herrn bekennen zu wollen. Ohne Glauben an Gott wäre unser Leben sinnlos. Alles wird vergehen. Aber der Glaube an Gott und die Hoffnung auf Gottes Verheißung werden ewig bleiben. Was wir fest halten können ist der Glaube und die Hoffnung. Ohne Gottes Glaube und eine feste Beziehung mit Gott wären wir nicht glücklich. Der Glaube und diese Beziehung verlangen von uns, seine Botschaft zu hören und sie zu leben. Das Gebet hilft uns dabei. Im gemeinsamen Gebet, oder im privaten Einzelgebet können wir nicht nur Gott bitten, sondern ihn hören oder sehr einfach bei Gottes Gegenwart bleiben. Das Bewusstsein in der Gegenwart Gottes zu sein ist die Erfahrung Gottes, dass wir Gebet oder Meditation nennen können. Die Fastenzeit können wir bewusst in der Gegenwart Gottes verbringen, in Meditation oder im Bewusstsein seiner Nähe.

Zweitens, wie im Evangelium berichtet wird, ist die Fastenzeit eine Zeit des Fastens. Das Fasten hilft uns körperlich und geistlich fit zu werden und fit zu bleiben. Fasten bedeutet auch Verzicht. Wir verzichten auf manches um einiges neu zu gewinnen. Was wir gewinnen wollen ist die Gesundheit an Körper und Seele. Es ist aber entscheidend, auf was wir verzichten wollen. Ob wir überhaupt auf etwas verzichten können oder wollen. Eigentlich müssen wir auf alles verzichten können. Mit anderen Worten sollen wir fähig sein auf alles zu verzichten um Gottes Erfahrung zu gewinnen, die uns als Menschen die Erlösung sei. Die Menschen die viel im Leben und danach verdient haben sind die Menschen, die auf vieles verzichten konnten und wollten.

Drittens Almosen geben. Wir geben Almosen um den Notleidenden zu helfen. Unsere Beziehung mit Gott und unser Versuch und Wunsch körperlich und seelisch gesund zu bleiben setzt das Verständnis für die Mitmenschen voraus die durch unsere Hilfe ein besseres Leben haben oder an unserem Glück teilhaben können. Dafür führt die Kirche in der Fastenzeit auch einige bestimmte Aktionen durch, bei denen wir teilnehmen können.

Die Juden haben das Beten, Fasten und Almosengeben praktiziert. Jesus sagt auch, dass wir beten sollen, fasten können und Almosen geben sollen. Im heutigen Evangelium haben wir gehört, von der Art und Weise wie wir es tun sollen, und Richtlinien die wir achten können. Beten, Fasten und Almosen geben sollten nach dem Bericht im Evangelium eine ganz persönliche Sache zwischen uns und Gott sein. Dadurch sollen wir weder Ansehen noch irgendwelche Vorteile gewinnen. Wir tun es, weil wir Gott lieben, weil wir mit ihm in Beziehung bleiben wollen und mit unseren Mitmenschen als gleichwertige Gotteskinder umgehen wollen.

In den kommenden Wochen der Fastenzeit dürfen wir in besonderer Weise versuchen im Sinne Jesu zu beten, unsere Haltung zu überdenken, auf einiges zu verzichten oder zu fasten und die mit Almosen zu unterstützen, die es notwendig haben. Dann werden wir erfüllt und mit frohem Herzen Ostern feiern können. Amen.

Sonntag, 14. Februar 2010

Fasching und Valentinstag


6.Sontag im Jahreskreis 2010-02-14
Einleitung

Mitten in den Faschingstagen sind wir heute am 6. Sonntag des Jahreskreises zusammen gekommen um Eucharistie zu feiern. Während andere Menschen sich schon morgens gruppieren, kostümieren und in Feierstimmung sind und versuchen den Alltag zu vergessen mit lachen, tanzen und singen, sind wir in der Kirche um zu beten. Vielleicht ist uns nicht bewusst, dass zum Gebet auf jeden Fall das frohe Singen gehört und wenn jemandem zum Lachen zumute ist, ist auch das kein Verbot. Jesus ging froh zu den Festen und hat gerne an Feiern teilgenommen wie uns mehrfach aus den Evangelien berichtet wird.
Heute wollen wir mit Gott und bei Gott das menschliche Bedürfnis zum Singen, Lachen und Tanzen erfüllen und wie Gott es will uns lenken lassen. Wir rufen ihn in Kyrie.


Predigt:
Evangelium vom 6. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C: Lk 6,17. 20-26


Früher haben die Christen gedacht und geglaubt, dass die Menschen die nie lachen wollen und lachen können die Wichtigen und Bedeutenden sind. Manche haben sogar geglaubt, dass die Christen nicht lachen können. Lachen war in den Kirchengebäuden unvorstellbar. Lachen während des Gottesdienstes oder lachen im Gottesdienst und in der Kirche wurde nicht gerne gesehen. Sehr ernst zu erscheinen und ernst zu benehmen war ein Kennzeichen der anständigen Menschen. Sogar lachen beim Fotografieren und ein Foto mit lachendem Gesicht hat man früher nicht gerne gesehen.


Das Bedürfnis zum Lachen haben die Leute deswegen beim Fasching erfüllt. Faschingstage sind da zum Lachen und zum Tanzen und zum Feiern. Interessante Karnevalssitzungen aus Mainz, Köln und Düsseldorf habe ich manchmal im Fernsehen gesehen und dabei erlebt, wie gerne die Menschen lachen. Bei den Faschingsfeiern in den letzten zwei Jahren in Heilige Familie und Maria Immaculata habe ich erlebt, dass hier in der Region eher gerne getanzt wird. Vielleicht lachen Sie auch viel. Heute gibt es in Deutschland anerkannte Lachseminare und Lachtherapien, die von Ärzten befürwortet werden, weil sie der Gesundheit dienen. Die Lachtherapie wurde ursprünglich von einem indischen Guru vor einigen Jahren eingeführt. Aus tiefer Seele lachen können ist gesund, lachen heilt, lachen ist heilig. Aber der Text eines Karnevalsliedes, dass am Aschenmittwoch alles vorbei ist, gilt nicht für uns. Die Feier, das Tanzen, Lachen und Singen nehmen mit dem Aschermittwoch eine andere Dimension ein. Durch die Fastenzeit und ihre entsprechende Gestaltung werden wir innerlich, seelisch und körperlich fähiger und gelassener, zu lachen, zu singen, zu beten, zu glauben, zu vertrauen, zu helfen, zu verstehen und zu lächeln.


Neben dem Fasching ist heute ein wichtiger Tag für die Jugend wie für die Erwachsenen: der Valentinstag. Vor fünfzehn Jahren habe ich noch nicht gewusst, was der Valentinstag bedeutet und was die Geschenke am Valentinstag bedeuten. Vor ungefähr 60 Jahren haben viele Menschen in Deutschland es auch nicht ernst genommen oder gewusst. Nach dem zweiten Weltkrieg, wurde durch die Amerikaner in Deutschland der Brauch des Valentinstages verbreitet. 1950 fand in Deutschland in Nürnberg der erste Valentinsball statt. Heute feiert man Valentinstag weltweit.


Der Heilige hat um 200 n. Chr. in Rom die Liebespaare heimlich getraut, die nicht heiraten durften. Deswegen hat der römische Kaiser ihn enthaupten lassen. Daher wurde der heilige Valentin Patron der Liebespaare. In Rom entstand der Brauch Blumen am Valentinstag an die weiblichen Familienmitglieder zu schenken.


Das Lachen und feiern zu Fasching und die Liebe zum Valentinstag und die sonntägliche Feier der Gotteserfahrung fallen an diesem Sonntag zusammen, an dem wir im Evangelium in den Seligpreisungen: "Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen." (Lk. 6,21b) gehört haben. Vielleicht haben wir jetzt nichts zum Weinen. Aber das Sprichwort „Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag“ können wir heute ernst nehmen.


Unser Glaube heißt Evangelium, es bedeutet eine Freude bringende Botschaft. Wir sind eingeladen fröhliche Menschen zu sein, die lachen, feiern, singen und tanzen, alles zu seiner Zeit. Amen.

Samstag, 6. Februar 2010

"Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen.“


Begrüßung


Zum Gottesdienst am 5. Sonntag im Jahreskreis begrüße ich Sie ganz herzlich. Besonders begrüßen möchte ich die Kinder , die im heutigen Gottesdienst getauft werden und deren Angehörige.

Predigt:

Evangelium am 5. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C:Lk 5,1-11


Wir sind alle Menschen, die Vieles wissen und viele Erfahrungen im Leben gemacht haben. Viele von uns haben studiert, viele haben einen guten Beruf oder sind nach vielen Jahren Berufsleben in den Ruhestand gegangen. Auch diejenigen, die kein wissenschaftliches Studium absolviert haben oder in keinen besonderen Fächern ausgebildet worden sind, wissen Vieles in vielen Bereichen des Lebens. Außerdem soll man nicht vergessen, dass viele Menschen sich ein großes Allgemeinwissen aneignen oder aus eigener Erfahrung sehr viel wissen und in vielen Dingen sehr kompetent sind. Unser Wissen und unsere Erfahrungen sind uns sehr wichtig, wir sind davon überzeugt. Wenn jemand uns etwas sagt oder von uns etwas wünscht, das unserem Wissen, unserer Erfahrung und Überzeugung widerspricht, werden wir es wahrscheinlich nicht akzeptieren oder wir werden dagegen unser Wissen und unsere Erfahrung dar stellen und versuchen entsprechend zu handeln.


Etwas Ähnliches passiert im heutigen Evangelium. Petrus und seine Freunde hatten die ganze Nacht lang versucht im See Fische zu fangen. Sie hatten keinen Erfolg. Die Fischer wissen, dass sie nur nachts einen guten Fang machen können, weil am Tag bei der hellen Sonnenstrahlung die Fische tief in den See tauchen, weil sie schon von weitem das Boot an der Wasseroberfläche bemerken. Jesus war kein Fischer. Er war ein Zimmermann oder eines Zimmermanns Sohn. Einer, der vom Fischfang keine Ahnung hat, sagte den erfahrenen Fischern Petrus und seinen Kollegen am Tag einen Versuch zum Fischfang zu machen, weil sie in der Nacht nichts gefangen hatten. Wo in der Nacht kein Fischfang gelingt, würde es am Tag überhaupt nicht möglich sein, davon waren die Fischer überzeugt. Die Antwort Petrus ist hier sehr bemerkenswert. Er sagte:
„Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen.“

Petrus konnte über sein Wissen und seine Erfahrung hinaus denken und entsprechend handeln. Petrus hatte eine große Offenheit für die Worte von anderen und ein großes Vertrauen gegenüber seinem Meister. Petrus war kein blind gehorchender Jünger. Er machte Jesus noch einmal aufmerksam, dass sie die ganze Nacht gearbeitet hatten und nichts fangen konnten, obwohl Jesus das wusste. Aber danach hat er sich bereit erklärt, zu tun was und wie Jesus es gewünscht hat. Sein eigenes Wissen und seine Erkenntnis über den Fischfang stellte er zurück. Mit Offenheit und Vertrauen zu Jesus zu stehen, bedeutet für Petrus keinen Konflikt, sondern die Erkenntnis den Worten seines Meisters Jesus zu folgen und sie wichtiger und bedeutender zu halten als die eigene Berufserfahrung.


Von Petrus können wir lernen, der als der erste Papst die Kirche geleitet hat. In jeder Angelegenheit können wir sagen, dass unser Wissen und unsere Erfahrungen nicht unbedingt das absolute Dogma sein müssen, sondern dass es immer die Möglichkeit gibt, dass wir nicht das ganze sehen können oder gesehen haben. Bevor wir unsere Erfahrung und unser Wissen durchzusetzen beginnen, wäre es empfehlenswert an Petrus zu denken, der auf die Worte Jesu gehört hat und deswegen einen guten Fischfang bekommen hat. Amen

Ablehnung Jesu


Liebe Firmlinge, liebe Gemeinde,


zum Gottesdienst am 4. Sonntag des Jahreskreises begrüße ich Sie und Euch ganz herzlich. Mit dem heutigen Gottesdienst wollen wir unsere Firmvorbereitung eröffnen. Wir hatten schon einen Elternabend der Firmlinge, das Auftakttreffen liegt hinter uns und die Gruppenstunden haben wir schon begonnen. Heute wollen wir gemeinsam die Eucharistie feiern und Gott bitten, dass er uns begleitet und für den Empfang des heiligen Geistes würdig macht. Herr Lohmeier wird jetzt über die Firmvorbereitung einige Worte sagen und die Vorstellung der Firmlinge vornehmen.

Predigt am m4. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C: Lk 4,21-30


77 Jugendliche aus der Pfarrei Heilige Familie Maria Immaculata bereiten sich auf das Sakrament der Firmung vor, dass am 25.04.2010 in der Pfarrkirche Maria Immaculata gespendet wird. Wir freuen uns sehr, dass die jungen Menschen unserer Pfarreien durch dieses Sakrament ihr Bekenntnis zu Christus besiegeln möchten und ihren weiteren Lebensweg als verantwortliche Christen vorbildlich führen wollen.


Im heutigen Evangelium haben wir eine schwierige Situation erlebt, die nicht nur damals Jesus, sondern manchmal auch wir heutigen Christen, in der Nachfolge Christi erleben müssen.


Jesus hatte eine Mission, eine Botschaft für die Welt. Jesus hat in seiner Heimat unter seinen eigenen Leuten seine erste Rede gehalten, an einem Sabbat, wie es in den Synagogen üblich war. Zuerst hatte er aus der Bibel gelesen, dies haben wir am letzten Sonntag im Evangelium gehört. Heute hörten wir über die Rede Jesu und über die Reaktion der Zuhörer. „Seine Rede fand bei allen Beifall“, so steht es im Evangelium.


Jesus behauptete, dass er der Messias, die Erfüllung der Erwartungen der Juden sei. Gleichzeitig hat Jesus laut gesagt, dass kein Prophet in seiner Heimat, unter seinen eigenen Leuten anerkannt wird. Jesus meinte damit, dass er trotz seiner messianischen Sendung und seiner messianischen Eigenschaft in seiner eigenen Heimat unter seinen eigenen Leuten Ablehnung erfahren wird. Diese Voraussage Jesu zeigte sich in der sich langsam entwickelnden Ablehnung der Leute in der Synagoge gegen Jesu. Im Evangelium heißt es:„Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen. „


Wir Menschen wollen immer alle gut aufgenommen, anerkannt und verstanden, geliebt und geschätzt werden. Diese und ähnliche Wünsche sind oft Wünsche gegenüber der Familie, der Schule, gegenüber Berufskollegen und Freunden oder innerhalb einer Gemeinschaft. Wenn wir dann das Gegenteil erfahren sind wir enttäuscht. Im Fall Jesu aber haben seine Leute ihn nicht nur abgelehnt, sondern sie versuchten ihn von einem hohen Berg hinab zu stürzen und zu töten. Wenn wir Jesus versuchen zu verstehen, können wir feststellen, dass manche unserer Enttäuschungen und Ablehnungen gegenüber der Erfahrung die Jesus machte, leichter und erträglicher sind. Aber wir werden oft ungeduldig, traurig und manchmal auch launig. Jesus ist trotz der Ablehnung und dem Versuch der Leute aus der Synagoge ihn zu töten, mitten durch die Menge geschritten und weggegangen. Weggehen wenn wir Ablehnung und Enttäuschungen erfahren, sollen auch wir praktizieren und uns auf Neues und Positives einstellen, um uns immer wieder neu zu orientieren. Wir dürfen uns auf keinen Fall von irgendwelchen schlechten Erfahrungen beeinflussen lassen oder resigniert aufgeben. Wir haben noch viele weitere Wege zu gehen. Wie Jesus müssen wir auch eine Mission, einen Auftrag von Gott, ein Ziel, eine Botschaft für die Menschen erfüllen. Der heilige Geist wird uns dazu Kraft und Mut schenken. Im Sakrament der Firmung und in der Hinwendung zum Geist Gottes im Gebet können wir uns mit der Kraft und der Weisheit des heiligen Geistes beschenken lassen.

Montag, 25. Januar 2010

"Heute ist das Schriftwort, das Ihr eben gehört habt, erfüllt"


„Heute ist das Schriftwort, das Ihr eben gehört habt, erfüllt“
3. Sonntag im Jahreskreis
Einleitung:

Die Verkündigung Jesu steht im Vordergrund des heutigen Evangeliums. Jesus predigt zum ersten Mal in seiner Heimat. Jesus hat begonnen öffentlich zu wirken, seine Prioritäten und Schwerpunkte bekannt zu geben und seine Sendung und Missionierung wahrzunehmen. Was Jesus vorgetragen hat und wie Jesus seine von Gott gegebene Aufgabe erfüllt hat sind auch für uns Hinweise für unseren Alltag und für unsere Sendung, die wir als Christen wahrnehmen.
Wir wollen im Gottesdienst die Botschaft Jesu hören und die Eucharistie feiern. Heute wollen wir besonders an die Menschen in Haiti denken. Die heutige Kollekte ist für die durch das Erdbeben fast 1 Million obdachlos gewordenen Menschen in Haiti bestimmt. Falls Sie außerdem eine Spende ins Pfarrbüro bringen oder auf das Konto der Pfarrei überweisen wollen, werden wir das Geld über unsere Diözesanleitung nach Haiti weiterleiten.

Predigt zum Evangelium am 3. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C: LkLk 1,1-4. 4,14-21


„Heute ist das Schriftwort, das Ihr eben gehört habt, erfüllt“ So beginnt Jesus seine erste öffentliche Predigt in seiner Heimat, nach dem er vom Buch Jesaja über das Kommen und die Sendung von dem Messias gelesen hat. Alle Zuhörer dieser Predigt haben gewusst, worum es im Text Jesaja geht und um welche Botschaft es sich in dieser Bibelstelle handelt. Es geht um den Messias und seine Tätigkeit, der kommen soll um das Volk Gottes, das Volk Israel zu retten und zu führen. Das war die Erwartung der Generationen in Israel, die ewige Hoffnung des bedrückten Volkes unter verschiedenen fremden Kaisern, wie Römer und Griechen. Niemand konnte denken, dass so eine große Erwartung und Hoffnung so schnell und überraschend erfüllt werden kann und erfüllt werden wird. Niemand konnte glauben, dass so ein junger Mann aus ihrer eigenen Heimat, der für mehrere Jahre verschwunden war, vielleicht im Ausland gelebt hat, eines Zimmermanns Sohn, ein Unbekannter, ihr Messias, Erlöser und König sein kann. Deswegen haben die eigenen Leute aus der eigenen Heimat, aus der eigenen Clique, wie man heute sagen würde, Jesus abgelehnt und versucht ihn umzubringen. Darüber lesen wir in den weiteren Abschnitten des heutigen Evangeliums.

Aber wir haben ihn erkannt. Aus dem Grund sind wir heute hier in unserer Pfarrkirche um seine Worte zu hören und mit ihrer Auslegung, über die Botschaft Jesu nachzudenken.
Viel verschiedene Themen sind in der ersten Predigt Jesus angeknüpft, die alle Juden geglaubt haben und die mit dem Kommen des Messias zur Erfüllung kommen würden.


Erstens um eine gute Nachricht zu den Armen zu bringen ist der Messias gesandt. Alle die an den Messias glauben und seinen Weg gehen, bringen auch eine gute Nachricht zu den Armen. Eine gute Nachricht für die Armen bedeutet Sättigung in allen Bereichen des Lebens. Armut ist nicht nur materielle Armut. Manche reichen Leute können ärmer sein als die Armen, die für ein Stück Brot kämpfen und streiten, Gewalt anwenden und unmoralisch stehlen, wie wir in den letzten Tagen im Fernsehen in den Berichten über Haiti gesehen haben.


Zweitens der Messias verkündet den Gefangenen Entlassung. Die Gefangenen werden sich wahrscheinlich freuen, aber wenn alle Gefangenen entlassen werden sollen, werden bestimmt viele andere Angst bekommen und bestimmt werden viele dagegen protestieren. Aber dadurch stellt der Messias die Frage, ob die Gefangenen schlimmer sind als viele Menschen die frei sind, die vielleicht ihre Gewalttätigkeit und Schuld verheimlichen konnten. Die Bestraften sind nur die entdeckten und verhafteten Schuldigen, die Unentdeckten können manchmal gefährlicher sein. Deswegen gibt es keinen Grund vor der Freilassung der Gefangenen Angst zu haben. So radikal ist die Botschaft des Messias.


Drittens: der Messias verspricht Augenlicht für die Blinden. Die Blinden sehen nichts und deswegen leben sie in einer anderen Welt als die Sehenden. Manchmal finden die Sehenden es gut, dass Vieles die Blinden nicht sehen können. Wenn die Blinden zu sehen beginnen, könnte das Augenlicht der Blinden die Sehenden störe. Dadurch könnte die Versuchung von der Seite der Sehenden geben, die Blinden lieber als Blinde zu behalten. Jesus möchte diese Versuchung durchbrechen. Aber die Sehenden waren vielleicht damit nicht einverstanden.


Viertens: der Messias ruft das Gnadenjahr aus. D.h. ein Jubiläumsjahr. Alle 7x7 Jahre, also einmal in 49 Jahren gibt es ein Gnadenjahr. Mit dem Gnadenjahr sollten alle Schuldverhältnisse beendet sein; alle Abhängigkeiten gelöst werden; die Sklaven frei gelassen werden, die armen Pächter müssen das Grundbuch erben können: Es gab schon unter Juden den Spruch, dass kein Sklave kommt nach oben, auch nicht im fünfzigsten Jahr, kein Herr gibt sein Land ab, was ihm gehört. Gegen diese gefährliche Einstellung der Juden, sogar gegen die Regelung im Gnadenjahr oder Jubiläumsjahr, das einmal in fünfzig Jahren kommt, verkündigt Jesus das Gnadenjahr für heute und stellt sich als Messias selber vor. Wir können uns vorstellen, was die Zuhörer über diesen Zimmermannssohn, den sie als einfaches Kind erlebten, denken und wie sie handelten.


Das war damals, heute sind wir gefragt. Wir haben den Messias erkannt, wir haben seine Botschaft vernommen. Ob wir ihn und seine Botschaft annehmen wollen oder wie die Blinden, die Gefangenen, die Armen ewig in unserer eigenen Gefangenschaft bleiben wollen, ist unsere Entscheidung. Als freie Menschen dürfen wir uns für ihn und gegen ihn entscheiden.
Amen.

Sonntag, 17. Januar 2010

Das erste Wunder Jesu in Kana



Begrüßung

Nach der Taufe im Jordan begann Jesus sein öffentliches Wirken durch seine Predigten und durch seine Taten. Worte und Taten sind zwei wichtige Aspekte jeder Leitungsaufgabe. Jesus hat nicht nur gepredigt, er hat auch vieles getan. Wir sind berufen Jesus nachzufolgen. Wir haben deswegen nicht nur zu predigen, sondern auch vieles zu tun. So ist jeder Christ berufen. Heute hören wir im Evangelium nichts über eine Predigt Jesu, sondern über die Tat Jesu, über das erste Wunder Jesu, als er in Kana in Galiläa in einem Notfall wichtige Hilfe leistete.
Zu Beginn des Gottesdienstes wollen wir uns besinnen und das Kyrie sprechen.

Predigt zu Jn 2, 1-11 am 17.01.2010


Liebe Gemeinde!


Einmal hat ein Kindergartenkind mich gefragt. „P. Joseph, können Sie auch aus Wasser Wein machen?“ Ich musste ihm sagen, dass ich es noch nicht probierte.


Keiner von uns hat wahrscheinlich versucht ein Wunder zu tun. Wir trauen es uns nicht zu. Oder wir waren nie in einer Situation, dass nur noch ein Wunder Gottes uns oder unsere Mitmenschen aus einer ausweglosen Situation hätte retten können.


Jesus probierte es zum ersten Mal in Kana in Galiläa und danach wirkte er noch oft Wunder. Aber Jesus hat nie ein Wunder bewirkt um sich einen Namen zu machen, um Bekanntschaften zu vergrößern, um Geld zu verdienen oder Macht über die Menschen zu gewinnen. Alle seine Wundertaten geschahen, um Menschen in großer Not zu helfen.


Durch sein erstes Wunder hat Jesus in Kana in einer Hochzeit Wasser zu Wein gemacht und dadurch den Gastgebern sehr geholfen und große Freude bereitet.


Es war wirklich ein Notfall. Entweder hatte die Familie weniger Gäste erwartet oder sie hatten das Trinkverhalten ihrer Gäste schlecht eingeschätzt. Keinen Wein mehr für die geladenen Gäste anbieten zu können bei einer Hochzeit war damals in Palästina nicht nur peinlich, sondern es wäre für die Gäste unvorstellbar gewesen.


Mehrere Wochen planen und bereiten die Familien sich für eine Hochzeit vor und feiern sie dann mehrere Tage. Bei so einem wichtigen Anlass sollte alles gut organisiert und geplant ablaufen. So war der Gastgeber, als der Wein ausging, in einer ziemlich ausweglosen Situation. So schnell konnten sie damals in Palästina nicht wieder Wein besorgen und ob das nötige Geld zur Verfügung gestanden hätte, wissen wir nicht.


Für Hochzeiten machen Leute in vielen Ländern damals wie heute sogar Schulden, damit die Feier groß und entsprechend dem Ansehen der Familie durchgeführt werden kann. Es könnte auch bei dieser Hochzeit so gewesen sein, dass die gastgebende Familie so sprachlos war, dass sie nicht wussten mit wem sie über das Problem reden und an wen sie sich wenden sollten. Wir lesen im Evangelium nicht, dass die Familie mit jemandem darüber redete oder irgendwie versucht hätte, eine Lösung zu finden.


Die gastgebende Familie wusste nicht, dass Jesus helfen kann. Deswegen haben sie sich nicht an Jesus gewandt. Aber die Mutter Jesu bemerkte das Problem. Sie informierte ihren Sohn und sagte den Dienern zu tun, was Jesus sagt, weil Maria, die Mutter Jesu ein volles Vertrauen in ihren Sohn hatte und wusste, dass er helfen kann und helfen würde.
Jesus verwandelte Wasser zu Wein und hat damit allen eine große Freude bereitet.


Hier möchte ich Sie liebe Gemeinde auf zwei Aspekte aufmerksam machen, einmal auf die Situation und Einstellung des Gastgebers und die Situation der Seite Jesu.


Der Gastgeber und seine Helfer waren bereit zu tun, was Jesus ihnen sagte. Sie waren bereit seine Hilfe anzunehmen ohne zu fragen, ob Jesus überhaupt helfen könne oder ob sie seine Anweisungen verstehen würden und nach ihrem Verständnis einen Sinn machten. Sie haben blind befolgt, was Jesus ihnen sagte, weil sie Jesus vertrauten und sie bereit waren, ohne Stolz und Scheinheiligkeit eine Hilfe anzunehmen, egal woher sie kommt. Diese große Offenheit und das Vertrauen zu einem Menschen sind ein gutes Beispiel für uns, wenn wir in Not sind und wenn wir Hilfe brauchen. Wir sollten in einer Notlage das Angebot von Hilfe annehmen, um aus der Schwierigkeit raus zu kommen. Manchen Menschen fällt es schwer Hilfe anzunehmen, weil sie nicht aus eigener Kraft handeln können und es Überwindung kostet sich helfen zu lassen oder weil sie zu stolz sind.


Von der Seite Jesus hatte er an diesem Tag der Hochzeit in Kana sein erstes Wunder gewirkt. In dieser Notsituation hat Jesus gewagt zu probieren, was er sonst nie probiert hatte und nie tun würde. Ich meine nicht, dass wir in Notsituationen versuchen sollten Wunder zu tun. Aber wir können in ausweglosen Situationen das Unmögliche versuchen, es ist immer ein Versuch wert. Viele Leute erleben wir in ausweglosen Situationen sprachlos und verzweifelt. Wir können von Jesus lernen in schwierigen Situationen das menschlich gesehen Unmögliche zu probieren um uns selbst und den Mitmenschen zu helfen. Viele Menschen haben schon in früherer Zeit und bis heute in Notsituationen durch Wagnis und mit viel Mut nach dem Vorbild Jesu erfolgreich helfen können.


Wir können an den Einsatz der vielen Betroffenen und Helfer in Haiti denken die in diesen Tagen nach dem schrecklichen Erdbeben Unmögliches versuchen, um Menschenleben zu retten und wo sich stündlich kleine Wunder abspielen, wenn Menschen lebend unter Trümmern gefunden werden können oder neben den vielen Toten neues Leben geboren wird.


Amen.

Sonntag, 10. Januar 2010

Taufe des Herrn

Fest der Taufe des Herrn
"Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden."
Einführung
Liebe Kinder, liebe Gemeinde,
Zum Gottesdienst am Fest der Taufe des Herrn möchte ich Euch und Sie ganz herzlich begrüßen und einladen. Mit diesem Festgottesdienst beginnen wir auch die intensive Vorbereitung für die Erstkommunion dieses Jahres. Ab dieser Woche finden die Gruppenstunden statt, in denen die Kinder für den Empfang der Sakramente der Eucharistie und Beichte vorbereitet werden. Deswegen sind zum heutigen Gottesdienst alle Erstkommunionkinder dieses Jahres, ihre Familien und die Gruppenleiterinnen und -leiter gekommen. Ich möchte Euch und sie besonders begrüßen und bitte Euch vor zu kommen und sich kurz vor zu stellen.


Predigt
Evangeliums zum Fest der Taufe des Herrn, Lesejahr C: Lk 3,15-22


Im heutigen Evangelium haben wir einen Bericht über mehrere Themen gehört. Lukas schreibt von der Erwartung des Volkes auf den Messias, über die Predigt Johannes des Täufers mit Ermahnung und Aufruf zur Umkehr, und von der Taufe von vielen Menschen und der Taufe Jesus durch Johannes und der Stimme vom Himmel, die sprach als Jesus getauft wurde: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.

Ich möchte heute ein paar Worte über das Sakrament Taufe sagen.

Damals war es im Judentum üblich, dass die Leute sich mit Wasser taufen ließen, um Vergebung ihrer Sünden zu erlangen. Dieser Brauch gibt es auch in manchen anderen Religionen wie im Hinduismus, dass die Leute an einem Fluss, den sie heilig halten oder im Wasser am Meer eintauchen oder sich mit Wasser aus bestimmten Brunnen waschen oder taufen lassen und glauben, dass ihnen dadurch ihre Sünden vergeben werden. Es gibt bei einer Tempelanlage in Südindien in Rameswaram an der anderen Seite des Meeres von Sri Lanka, 24 Brunnen, mit deren Wasser sich täglich mehrere hundert Leute taufen und glauben, dass sie dadurch von ihren Sünden befreit werden.

Wir wissen, dass Wasser den Schmutz weg waschen und alles sauber machen kann. Vielleicht passierte es aus diesem Grund, dass die Menschen Wasser als Zeichen der inneren Reinigung gewählt haben.

Auch in unserer christlichen Religion gibt es die Taufe. Alle christlichen Konfessionen, Kirchen und kirchliche Gemeinschaften halten die Taufe für wichtig. Die Taufe von mehreren christlichen Konfessionen ist gegenseitig anerkannt, weil wir alle im Namen des dreifaltigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft sind. Aber bei unserer christlichen Religion ist Taufe nicht nur ein Zeichen der Sündenvergebung und inneren Reinigung, sondern, dass wir durch die Taufe Mitglied der Kirche werden. Alle Menschen die getauft sind, gehören zur Gemeinschaft der Kirche.

Heute feiern wir das Fest der Taufe Jesu. Durch unsere Taufe gehören wir zu Jesus und seiner Kirche und sind Mitglieder einer Pfarrgemeinde. In der Osternacht werden wir unser Taufversprechen erneuern, dadurch wollen wir unser Bekenntnis zu Christus erneuern. Vor dem Empfang der Erstkommunion werden die Erstkommunikanten mit der Gemeinde auch das Taufversprechen erneuern, um sich dadurch bewusst vorzubereiten, Jesus zu empfangen. Das geschieht im Rahmen eines anderen Gottesdienstes, ebenso ist der Empfang des Beichtsakramentes eine Vorbereitung zur Erstkommunion.

Liebe Erstkommunionkinder, Ihr habt alle das Sakrament der Taufe empfangen. Bald werdet Ihr das Sakrament der Beichte und das Sakrament der heiligen Eucharistie empfangen. Alle diese Feiern und der Empfang der Sakramente sind Möglichkeiten unseren Glauben an Christus zu vertiefen und Christus persönlich zu erkennen und ihn zu erfahren. Ich lade Euch und Sie liebe Gemeinde ganz herzlich ein, solche Chancen und Möglichkeit zu nutzen um Christus zu erfahren, seine Botschaft zu hören und die Verbundenheit zu ihm und seiner Gemeinde zu vertiefen. Die Welt braucht heute Christus und seine Botschaft. Wir brauchen Christus und seine Botschaft, die uns Frieden und Geborgenheit schenken wird. Nur wenn wir mit ihm verbunden bleiben und ihn erfahren, spüren wir, wie bedeutend uns Christus und seine Kirche sein können. So möchte ich Sie einladen unsere Kommunionkinder in den nächsten Monaten im Gebet besonders zu begleiten. Wir wollen ein Zeichen setzen und bezeugen, wie wir als seine Gemeinde miteinander verbunden leben können und zum Frieden hier in Harlaching und in der Welt beitragen können.