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Samstag, 20. November 2010

Christkönigssonntag2010


Evangelium vom Christkönigssonntag, Lesejahr C: Lk 23,35-43 Predigt
Heute ist der letzte Sonntag im Jahreskreis der Kirche. Am nächsten Sonntag beginnen wir die Adventszeit mit der Feier des ersten Adventssonntages und mit der Anzündung der ersten Adventskerze. Am letzten Sonntag im Jahreskreis verehren wir Jesus als König der Welt. Am ersten Sonntag des Advents beginnt die Erwartung des Kommens von Jesus, der König, der Retter der Welt. An beiden Sonntagen, dem letzten Sonntag im Jahreskreis und dem ersten Sonntag im Advent denken wir an Jesus, der als König kommt oder als König sein Leben gestaltet hat.

Wir erfahren ein Paradox in diesem Verständnis und der Vorstellung Jesus als König. Heute haben wir im Evangelium gehört, dass gefragt wurde, ob er der Messias sei. Er wurde als König der Juden ausgelacht. Die Soldaten haben ihn verspottet und wie einen Verbrecher behandelt. Im Advent hören wir die Ankündigung über die Geburt dieses Königs. Wir hören in der Ankündigung der Engel des Herrn von den Erwartungen der Völker über das Kommen des Messias, des Königs. Die Botschaft, dass in der Stadt Davids ein Retter geboren sei, ist die Erfüllung der Erwartungen von tausenden Juden.

Es gibt einen großen Unterschied zwischen der Erwartung der Völker über den Messias und die Erfahrung Jesu als König. Die Juden hatten einen weltlichen Herrscher und Retter aus der Besatzung der Römer erwartet. Jesus kam aber nicht nur als König der Juden, sondern als König aller Menschen. Er war kein weltlicher Herrscher. Er predigte Frieden, Liebe und Gerechtigkeit. Den Armen, Ausgestoßenen, Kranken und den Notleidenden hat Jesus Frieden und die Liebe gepredigt.

Jesus hat durch sein Leben gezeigt, dass wir Macht und Herrschaft, königliche Paläste, Soldaten und schwere Waffen nicht brauchen, um König zu sein und um uns mit Einfluß verändern zu können. Kein Mensch hat die Welt so verändert wie Jesus. Keine Botschaft wurde von allen Menschen so angenommen wie die Botschaft Jesu. Sogar die Gegner Jesu haben akzeptiert, dass die Botschaft Jesu den Menschen gut tut. Kein Anhänger anderer Religionen hat bisher die Botschaft Jesu abgelehnt. Jesus ist für alle Menschen der größte Mensch aller Zeiten.

Für uns ist Jesus aber viel mehr als ein Mensch. Wir haben es erkannt, dass in Jesus sich Gott selber offenbart. Aus der Erfahrung der Offenbarung Gottes in Jesus sind wir überzeugt, dass Jesus mit Recht von allen Menschen als große Persönlichkeit verehrt wird. Wir erfahren in jeder Feier der Eucharistie, dass in Worten, Taten und im Dasein Jesu die Gegenwart Gottes selber da ist und wir in der Gegenwart Gottes, Geborgenheit, Frieden und Liebe erfahren. In Gott selber hinein tauchen zu können und dadurch den wahren Sinn des Lebens finden zu können, ist der Grund warum wir zu Jesus kommen, seine Worte hören und versuchen zu tun wie Jesus alles gehandelt hat.

Die Feier des letzten Sonntages im Jahreskreis und die Woche auf den ersten Sonntag im Advent können uns wieder mehr das Bewusstsein geben, in unserem Reden, Handeln und Dasein Gott zu erfahren und seine Gegenwart zu vermitteln. Advent sollte keine hektische Zeit werden, sondern eine ruhige Zeit, eine Zeit das Leben genießen zu können und im Leben Gott zu finden und zu erfahren.

Sonntag, 14. November 2010

Zeichen der Endzeit


Evangelium vom 33. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C: Lk 21,5-19

Im Evangelium redet Jesus über die Endzeiten. Einmal wird die Welt zu Ende gehen. Das Ende bedeutet keine totale Vernichtung, sondern eine Verwandlung. Die Zeichen dieser Endzeiten und Verwandlungen sind auch von Jesus bekannt gegeben.


Diese Endzeiten in der Bibel können auch im Zusammenhang mit der Endzeit und Verwandlung einzelner Menschen und eines einzelnen Volkes verstanden werden. Zum Beispiel die Endzeitenrede in der Bibel ist mit der Endzeit des jüdischen Volkes in Jerusalem, mit der Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahr 72 nach Christus, mit dem Verlieren der jüdischen Heimat im nahen Osten eng verbunden. Ähnliche Endzeiten können verschiedene Menschen und Völker in ihrem eigenen Leben und in der eigenen Kultur erleben.


Der erste und der zweite Weltkrieg, verschiedene Kriege in der Geschichte, haben die Endzeiten verschiedener Völker, Ideologien, Kulturen angekündigt oder Endzeiten verursacht. Naturkatastrophen oder Krankheiten haben ebenso manches vernichtet. Solche Verursachung durch Krieg oder Naturkatastrophen sind in Europa, Amerika, Asien, Australien und Afrika eine Realität gewesen und bleiben Realität auch in der heutigen Zeit.

Die Zeichen der Endzeiten in der Bibel sind Krieg, Naturkatastrophen, Streit oder Hungersnöte. Schreckliche Erfahrungen mit der Natur, einem Planeten oder mit Menschen können auch Zeichen der Endzeit sein.

Diese Erfahrungen der Zeichen der Endzeit hat die Menschheit oft erlebt. Wir haben selber in den letzten Jahren viele Zeichen aus dieser Liste erlebt und wir erleben es immer wieder und fürchten eine Endzeit. Manchmal haben wir gesehen, dass diese Endzeit mit dem Grund vieler hier genannten Ereignisse für viele Menschen Wirklichkeit wurde. Es könnte auch für uns eine Wirklichkeit sein. Wir sind über viele Jahre von Gott gesegnet und geschützt gewesen. Weder große Naturkatastrophen, Krankheiten noch Krieg mussten wir in den letzten Jahren erleben. Daher können wir sehr dankbar sein.

Gleichzeitig können wir aus den Warnungen und Mahnungen Jesu in der Bibel lernen, dass wir unseren Beitrag leisten sollen um uns und die Welt zu schützen vor Ausbeutung und Zerstörung. Kriege, Naturkatastrophen und Krankheiten können wir vermeiden, wenn wir naturfreundlich, umweltschützend, menschenfreundlich und gottgläubig leben.


Die Warnungen und Mahnungen Jesu sind kein Grund um uns zu erschrecken, sondern sie sind Ermutigungen entsprechende Maßnahmen im Leben zu ergreifen, damit die Natur, Menschen und Tiere friedlich und harmonisch weiter gut leben können.

Die Endzeitenreden Jesu sind Worte der Ermutigung und Worte, die unseren Glauben stärken und unser Leben ändern können.

Montag, 1. November 2010

Allerseelengottesdienst 2010

Begrüßung
Am 02.11.1930, genau vor 80 Jahren wurde der Grundstein für unsere Pfarrkirche gelegt. In den letzten 80 Jahren wurden viele Gläubige in dieser Kirche getauft, getraut und im Trauergottesdienst verabschiedet. Heute wollen wir besonders der verstorbenen Mitglieder unserer Pfarrgemeinde im Gottesdienst gedenken und für sie beten. Wir mussten im vergangenen Jahr 78 Mitglieder unserer Gemeinde zu Grabe tragen. Wir werden die Namen der Verstorbenen lesen und für Jeden und Jede eine Kerze anzünden.


Evangelium vom Gedenktag Allerseelen, 2. Messformular: Joh 14,1-6

Predigt.

Liebe Schwestern und Brüder,

heute sind Sie in die Kirche gekommen zum Gedenken an Ihre lieben Verstorbenen und für sie zu beten. Der Gedanke über den Verlust und die Trauer überwältigen oft die Gefühle. Der Tod nach einem erfüllten Leben können wir eher akzeptieren; aber der Verlust eines jungen Menschen bleiben uns immer wie ein Rätsel. Wir wollen in dieser Stunde alle unsere Fragen und Zweifel unserem lieben Gott anvertrauen und uns bei ihm Trost und Zuversicht holen.

Unsere verstorbenen Mitglieder der Gemeinde waren unterschiedlichen Alters und sind aus unterschiedlichen Gründen verstorben. Aber alle sind die Wege des Glaubens gegangen und haben die Verheißung Christus erreicht. Weil sie als Christen gelebt haben und im Glauben der Auferstehung verstorben sind, gedenken wir ihrer im Gottesdienst, in dem wir die Geheimnisse des Lebens Christi feiern.

Der Evangeliumsabschnitt, den wir eben gehört haben, ermutigt uns zu hoffen, dass Gott uns alle heimrufen wird, wenn er uns unsere Plätze in seinem Vaterhaus vorbereitet hat.
Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt:Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe,komme ich wieder und werde euch zu mir holen,damit auch ihr dort seid, wo ich bin.
Die Verstorbenen sind von Gott früher heimgerufen, weil Christus für sie Ihre Plätze schon vorbereitete. Wir warten bis wir an der Reihe sind. Daher sind die Verstorbenen nicht die Verlorenen, sondern die Vorausgegangenen und die voraus Auserwählten, deren Weg wir auch folgen werden. Deswegen ist der Tod nicht nur ein Anlass zu trauern, sondern auch ein Anlass zu hoffen und zu beten. Der Tod unserer Lieben kann uns bewegen an unser eigenes Lebensende zu denken und unsere Beziehung mit Gott zu überdenken.
Der Anlass des heutigen Gedenkengottesdienstes kann auch ein Dankgottesdienst sein für die guten Erfahrungen die wir mit unseren lieben Verstorbenen gemacht haben und für alles was sie für uns gewesen sind und getan haben. Wenn Dankbarkeit und Liebe unsere Gedanken einnehmen, wird die Trauer und das Gefühl des Verlustes kaum noch Raum haben. Weil wir mit Gott, seinen Engeln, allen Heiligen und mit unseren lieben Verstorbenen verbunden leben, müssen wir nicht einsam verschlossen und verbittert sein. Die Lebenden und die Verstorbenen gehören dem Reich Gottes.
So wollen wir die Worte Jesu beherzigen und wahr nehmen: „ Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“

Sonntag, 31. Oktober 2010


Evangelium vom 31. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C: Lk 19,1-10
Predigt
Die Geschichte des kleinen Zachäus, die wir eben im Evangelium hörten, ist uns allen gut bekannt. Zachäus steigt auf einen Maulbeerbaum um Jesus zu sehen. Zachäus als Zöllner ist ein öffentlicher Sünder in der jüdischen Gesellschaft. Wegen seinem Beruf hat er sich unbeliebt gemacht und durch ungerechte Wege Geld und Luxus gesammelt. Als Zöllner wollen die Leute ihn eigentlich nicht sehen und er will auch mit der Bevölkerung kaum Freundschaft pflegen oder sich bei der Bevölkerung sehen lassen, sondern nur Zoll kassieren für die Römer und für sich. Obwohl er kein gut angesehener und beliebter Bürger war, lässt er sich bei allen blicken, als er vor einer großen Menge von Menschen auf einen Maulbeerbaum steigt um Jesus zu sehen. Als Zachäus Jesus sehen wollte, hat er sogar vergessen, dass er sich durch sein Aufsteigen auf einen Baum lächerlich macht. Ein reicher Zöllner auf einem Baum in der Straße. Aber der Wunsch Jesus zu sehen hat ihn so bewegt, dass er alles andere vergessen hat.
Woher wurde in Zachäus dieser Wunsch geweckt. Das Hören über Jesus, die Unruhe in seinem eigenen Leben und die innere Suche nach einer Möglichkeit gerecht zu handeln, die Gnade Gottes, die jeden Mensch ruft oder die Umgebung die von Jesus berührt und bewegt war? Es ist nicht entscheidend, wie und warum Zachäus auf einen Baum stieg um Jesus zu sehen und sich von ihm berühren zu lassen. Es ist entscheidend, dass Zachäus den Ruf Jesus gehört hat und bereit war diesem Ruf zu folgen, Schritte dafür zu machen und wichtige, konsequente Entscheidungen zu treffen, da wo es nötig war. Er war bereit zurück herab zu steigen und umzukehren um Jesus in seinem Haus einkehren zu lassen. Wenn Jesus nach Hause kommt, ist Jesus der Herr des Hauses. Dann wird alles nach den Kriterien und Werten Jesu gerichtet, wie Zachäus es gemacht hat. Seine Entscheidung die Hälfte seines Vermögens den Armen zu geben, und von dem zu viel geforderten Geld das Vierfache zurück zu geben, zeigt, dass Zachäus wirklich ein neuer Mensch geworden ist.

Jesus lädt jeden von uns ein, ein neuer Mensch zu werden wie Zachäus und kleine und große Veränderungen nach den Kriterien Jesu im Leben zu machen, damit wir seine Jünger bleiben. Was wir brauchen ist Mut, zu Jesus zu kommen und ihn einzuladen, seine Wege zu kennen und das Geheimnis seiner Botschaft zu erleben. Durch die Feier der Eucharistie und die Teilnahme am Leben mit der Gemeinde Jesu können wir immer wieder neu ermutigt werden zu Jesus zu halten und ihn in der Welt zu vertreten.

Sonntag, 24. Oktober 2010

Weltmissionssonntag 2010


Begrüßung

Geh und handle genau so, unter diesem biblischen Leitwort steht der heutige Sonntag der Weltmission.
Genau vor 100 Jahren nämlich am 26. Aug. 1910 wurde Mutter Teresa in Mazedonien als Tochter albanischer Eltern geboren. Anläßlich des hundertsten Geburtstages der in 2003 selig gesprochenen Mutter Teresa lädt Missio uns ein, uns vom Vorbild dieser Ordensfrau und vielen tausend Ordensfrauen in Indien anstecken zu lassen. In der Predigt werde ich mehr auf das Leben von Mutter Teresa eingehen. Die Kollekte dieses Sonntages der Weltmission ist für die Verbreitung des Evangeliums in Asien, Afrika und Lateinamerika bestimmt. Durch unsere Spenden zeigen wir unser Interesse für die Verkündigung des Wortes Gottes und für Taten der Nächstenliebe. Mutter Teresa hat vorbildlich den christlichen Glauben durch Taten der Nächstenliebe die Gläubigen, Andersgläubigen und die Nichtgläubigen spüren lassen.

Predigt

Mutter Theresa wurde am 26.Aug. 1910 in Mazedonien geboren. Mit 18 Jahren ging sie nach Dublin, absolvierte dort das Noviziat und trat in die Ordensgemeinschaft der Loretto Schwestern ein. 1930 kam sie nach Darjiling in Indien und unterichtete Geographie und Geschichte 15 Jahre lang in der dortigen Schule. 1948 verließ sie ihre Ordensgemeinschaft und gründete ein Jahr später die „Gemeinschaft der Missionarinen der Nächstenliebe“. Danach kümmerte sie und ihre Gemeinschaft sich um die Alten, Sterbenden, Kranken und um heimatlose und verwaiste Kinder. Im Jahr 1979 bekam sie den Friedensnobelpreis, 1997 starb sie im Alter vom 87 Jahren und 2003 wurde sie selig gesprochen. Dieses Jahr wäre der "Engel von Kalkutta" wie sie auch genannt wurde, hundert Jahre alt geworden.

Viele Menschen aus allen Völkern, Nationen, Kulturen und Religionen sind von Mutter Teresa fasziniert. Mutter Teresa hat das Gebot der Nächstenliebe durch ihre Taten für die ausgegrenzten, entrechteten und kranken Menschen praktiziert; mit ihren Mitschwestern wirkte sie zunächst in Kalkutta und danach in vielen Nationen der Welt. Sie hat ihren Glauben an Gott, die Liebe zu Christus und den Auftrag für die Verkündigung des Evangeliums dadurch vollkommen vollendet. Entwicklungsarbeit als Verkündigung und die Verkündigung als Entwicklungsarbeit war in ihrer Tätigkeit deutlich spürbar. Ihre Arbeit wurde stets vom täglichen Gebet begleitet. Die tägliche Anbetung der Eucharistie und ein Leben in der Gemeinschaft waren für sie sehr wichtig. Mutter Teresa hat ihren christlichen Glauben mit sozialer und humanitärer Tätigkeit untrennbar verbunden bezeugt und gelebt.

Vor 10 Jahren habe ich die Einrichtungen von Mutter Teresa in Kalkutta besucht. Ich konnte feststellen, dass in dieser Großstadt mit mehreren Millionen Menschen Mutter Teresa mit ihrem Wirken ein Zeichen der Hoffnung war für viele Arme, Kranke, Alte, Sterbende und Kinder. Diese Hoffnung wurde dann auf andere Länder und Kontinente ausgebreitet. Sie forderte nicht zuerst von anderen, von Politik und Gesellschaft, die Lebensbedingungen zu verbessern, sondern machte selbst den ersten Schritt. Am Weltmissionssonntag dieses Jahres möchte das internationale katholische Missionswerk, Missio, Mutter Teresa als Vorbild missionarischer Tätigkeit darstellen. Zusammen mit Mutter Teresa betrachten wir die Arbeit von vielen Ordensfrauen weltweit als selbstlose Hingabe für die Verbreitung des Evangeliums in Glauben, Gebet und Taten der Nächstenliebe. Vielleicht können wir selber nicht so leben und für die Notleidenden tätig sein wie Mutter Teresa und viele Ordensschwestern. Aber die lebendige Erinnerung an Menschen wie Mutter Teresa und viele Ordensfrauen können uns an unseren Auftrag als Christen erinnern, sie brauchen unsere Unterstützung und unseren Rückhalt.


Besonders in den Ländern, wo die Christen eine Minderheit sind, ist die Unterstützung von uns als Mitchristen von großem Wert. Nur durch unsere Mitfinanzierung können Ordensfrauen und -männer ihr Zeugnis des Glaubens durch Taten der Nächstenliebe und Zeichen der Christenheit mit dem Bau von Kirchen und Ordenseinrichtungen und durch Aufbau der lebendigen Gemeinden schaffen.


So wollen wir unsere Solidarität zeigen und die Kollekte dieses Sonntages an Missio spenden, die die Projekte sorgfältig prüfen und unsere Spenden weiterleiten.


Kircheweihe 2010




Kirchweihe 2010
Einleitung in Heilige Familie:

Zum heutigen Gottesdienst am Kirchweihfest begrüße ich Sie ganz herzlich. Einmal im Jahr danken wir Gott besonders für unser Gotteshaus, das vor 79 Jahren gebaut wurde. Wir bitten Gott, dass er uns und unsere Kirche schützt und vielen Menschen in der Kirche ein Ort der Ruhe und des Gebetes anbietet.

Einleitung in Maria Immaculata
Zum heutigen Gottesdienst zum Kirchweihfest begrüße ich Sie ganz herzlich. Einmal im Jahr danken wir Gott besonders für unser Gotteshaus, das vor 51 Jahren gebaut wurde. Wir feiern heute auch den Abschlussgottesdienst der Kinderbibelwoche. Ich danke allen Kindern die teilgenommen haben. Wir bitten Gott, dass er uns und unsere Kirche schützt und vielen Menschen ein Ort der Ruhe und des Gebetes anbietet.




Predigt
Liebe Gemeinde,
heute feiern wir das Kirchweihfest. Wir feiern den Jahrestag der Weihe unserer Pfarrkirche. Es ist 79 Jahre her, dass die Harlachingerinnen und Harlachinger ihr wunderschönes Kirchengebäude vollendet haben. Das war für sie ein besonderer Grund zu feiern, wie jede Pfarrei die Einweihung eines eigenen Gotteshauses feierte. Es ist klar, dass zu einem Fest neben den geistlichen und spirituellen Aspekten auch das leibliche Wohl dazu gehört. So entwickelte sich das weltliche Brauchtum zusammen mit dem Kirchweihfest. Seit dem 9. Jahrhundert gingen aus dem Kirchweihfest auch Jahrmärkte in Deutschland hervor. Wir verbinden heute in unserer Pfarrei, mit dem Kirchweihfest unser Weinfest. Wir genießen die Gemeinschaft beim Essen und Trinken während unserer Bemühungen um ein Leben nach dem Sinne des Evangeliums.



Wenn wir an unsere Pfarrkirche denken, ist es nicht übertrieben, wenn ich sage, dass die Pfarrkirche dem Stadtteil ihr Gesicht gibt. Ohne die Kirche und das Kirchengebäude hätte Harlaching bedeutend weniger an Tradition und Kultur. Unser Kirchengebäude wurde im zweiten Weltkrieg zerstört, aber mit dem Einsatz vieler Menschen nach altem Vorbild wieder hergestellt. (Für Immac: Unser Kirchengebäude wurde nach dem zweiten Weltkrieg gebaut)
Hunderte Menschen wurden in dieser Kirche getauft, getraut, feierten ihre Erstkommunion und erhielten dort die Spendung der Firmung. Viele tausend Verstorbene wurden hier im Trauergottesdienst verabschiedet. Tausende Menschen haben in dieser Kirche Gott erfahren, sie konnten ihre Hoffnung stärken, ihren Glauben vertiefen oder sie fanden in Not und Enttäuschung wieder Zuversicht und Kraft. Viele Priester und Laien haben in dieser Kirche verschiedene Dienste geleistet, die Kirche mit Blumen geschmückt, dem Priester am Altar gedient, den Gottesdienst an der Orgel begleitet, Kerzen gespendet und das Geheimnis des Lebens und des Sterbens erlebt. Heute noch bleibt unsere Pfarrkirche das wichtigste Gebäude für die meisten Menschen in Harlaching. Die Steine dieses Gotteshauses hätten viel zu reden. Die Architektur dieses Hauses kann Geschichten erzählen. Die Malereien und die Figuren und der Schmuck dieser Kirche könnten erzählen von den Traditionen und Geschichten des Ortes. So dürfen wir uns heute am Kirchweihtag freuen über die Zugehörigkeit zur Pfarrgemeinde.


Anlässlich des Kirchweihfestes kann ich auch meinen 50. Geburtstag feiern. Das freut mich besonders, weil ich seit meiner Kindheit mit der Kirche sehr verbunden aufgewachsen bin. Als kleines Kind durfte ich oft in die Kirche gehen, mit 10 Jahren habe ich begonnen fast jeden Tag zu ministrieren und mit 15 Jahren bin ich in das Knabenseminar eingetreten. Mit 19 Jahren verpflichtete ich mich als Ordensmann und mit 28 Jahren empfing ich die Priesterweihe. 22 Jahre bin ich nun als Priester tätig, davon15 Jahre in Deutschland zunächst als Kaplan und später als Pfarrer. Ich bin sehr dankbar für viele nette Menschen, denen ich im Leben begegnet bin und die mich im Gebet begleiten und meine Arbeit unterstützen. Ich schaue auf die vielfältigen Aufgaben der Seelsorge in den Pfarrgemeinden, vor allem hier in Harlaching in den Pfarreien Heilige Familie und Maria Immaculata, wo ich seit zwei Jahren mich sehr wohl fühle und sehr dankbar bin für den offenen, unkomplizierten und ehrlichen Umgang von vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und von vielen Gemeindemitgliedern mit ihrem Pfarrer.

So wollen wir am Kirchweihfest diesen Gottesdienst feiern als Dank für unsere Pfarrkirche und ich persönlich als Dank für alles, was ich im Leben geschenkt bekommen habe. Besonders dankbar bin ich für die christliche Erziehung und Prägung im Elternhaus, auf die ich dann selbst mein Leben aufbauen und gestalten konnte. Ein Leben das mit der Kirche und den Gemeindemitgliedern sehr verbunden ist.

Samstag, 16. Oktober 2010


Begrüßung


Ich begrüße Euch und Sie ganz herzlich zum heutigen Erntedankgottesdienst. Besonders begrüße ich die Kinder des Kindergartens, ihre Eltern und Verwandten, das Kindergartenpersonal und alle die die Vorbereitung dieses Festes getroffen haben mit Erntedankaltar und allem was dazu gehört.
Am Erntedanktag sagen wir Gott Dank für die Ernte. Jeder Gottesdienst ist eine Danksagung. Aber heute wollen wir besonders Dank sagen, für die Früchte, das Gemüse und Obst, für alle Ernten des Jahres, auch für alles, was wir auf der Erde genießen dürfen, sogar für unser Leben wollen wir heute Gott danken.



Predigt

Erntedankfest ist eins von den schönen Festen des Kirchenjahres. Normalerweise feiern wir in der Kirche ein Fest für den Geburtstag Jesu an Weihnachten, oder die Geburt Mariens oder die Geburt Johannes der Täufer oder den Todestag Jesu, seine Auferstehung oder Todestage der Heiligen. D.h. wir feiern drei Geburtstage im Laufe des Kirchenjahres und viele Todestage der Heiligen. Aber das Erntedankfest ist eine Dankfeier ohne Verbindung mit den Heiligen. Wir feiern dieses Fest um Gott zu danken für diese schöne Welt. Für die Sonne, für den Mond, für den blauen Himmel, für Pflanzen, Blumen, Tiere und für die Menschen. Besonders danken wir für die Ernte, für Obst und Getreide, für alles was wir zum Essen und Trinken brauchen. Ohne Essen und Trinken werden wir nicht überleben. Ohne Schnee, Regen und Wind kann die Ernte nicht wachsen. Gott hat die schöne Welt so gut geplant, dass die Menschen und die Tiere auf der Erde als Gottes Schöpfung glücklich leben könnten. Für diese große Gnade Gottes wollen wir Gott danken und ihn loben. Deswegen feiern wir heute ein großes Fest und wir danken Gott mit ganzem Herzen.

Heute haben viele Menschen Angst, ob durch Klimawandlung, Umweltkatastrophen, Industrialisierung die Welt schön bleibt und wir auch in Zukunft genug Ernte bekommen werden. Ohne Nahrung können wir nicht überleben. Es gibt Länder auf der Erde, wo die Menschen wo das tägliche Essen keine Selbstverständlichkeit ist und Kinder und Erwachsene Hunger leiden müssen oder sogar wegen Unterernährung krank sind und viele sogar sterben müssen. Wir tragen eine große Verantwortung die Schöpfung Gottes zu bewahren und sie zu schützen und zu pflegen. Anlässe wie das Erntedankfest können uns ermutigen, zu überlegen und nachzudenken, wie wir mit der Natur, den Tieren, Pflanzen und Lebensmitteln verantwortlich umgehen können.

Im Evangelium hörten wir die Worte Jesu, dass er der Weinstock sei und wir die Reben sind. Die Reben können gute Früchte bringen, wenn sie mit dem Weinstock verbunden bleiben. Mit Jesus sind wir stark. In ständiger Verbundenheit mit ihm können wir gute Früchte bringen, nämlich erfolgreich sein in allen Bereichen unseres Lebens und die jeweilige Lebenssituation positiv bewerten und annehmen. Es ist selbstverständlich, dass kein Mensch Misserfolge wünscht, sondern Erfolg, Gewinn und Profit. Erfolg, Gewinn und Profit im Sinne Jesu haben eine langfristige und mitmenschliche Dimension. Egoistisches Denken gibt es bei Jesus nicht, sondern immer ein solidarisches Denken. Mit einer solidarischen und universal eingestellten Einstellung, können wir uns für die Menschen, aber auch für die Umwelt, die Natur oder die Landwirtschaft einsetzen. Es wäre gut, wenn alle Kinder wüssten, dass Kartoffeln, Tomaten, Gurken oder z. B. der Reis nicht in einer Firma durch maschinelle Arbeit produziert werden, sondern dass die Früchte in der Natur gesät oder gepflanzt werden und auf Regen, Sonne, Schnee und ein entsprechendes Klima angewiesen sind und viel menschlichen Bemühungen bis zur Ernte brauchen. Eine gute Ernte ist ein Geschenk Gottes.

Am Erntedankfest wollen wir Gott danken für alle die wunderbaren Gaben der Schöpfung und ihn bitten, dass er uns schützt vor Naturkatastrophen und allem Unheil.