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Mittwoch, 31. Mai 2017

Erstkommunion2017 (Heilige Familie)


Liebe Erstkommunionkinder,
viele Tage, Wochen und Monate habt ihr auf das heutige große Fest gewartet und Euch gut darauf vorbereitet. Heute ist der Festtag, den ihr freudig erwartet habt. Heute empfangt ihr zum ersten Mal die heilige Kommunion.
Ich möchte Euch meine herzlichen Glückwünsche aussprechen zu diesem feierlichen und frohen Ereignis Eurer Erstkommunion.
Die vielen Wochen der Vorbereitung, die besondere Dekoration hier in der Kirche, der Schmuck und die Blumen, Eure festliche Kleidung, Eure schön gestalteten Kerzen, die vielen Angehörigen, die Euch durch das Fest begleiten, die Vorbereitungen zum Fest nach dem Gottesdienst zeigen, wie bedeutend für uns katholische Christen der Erstempfang der heiligen Kommunion ist.
Diese große Festfeier für Euch liebe Kinder ist nur der Anfang. Ihr empfangt heute zum ersten Mal den Leib Christi. Aber ihr dürft ab heute bei jedem Gottesdienst die heilige Kommunion empfangen. Diese Freude feiern wir heute, dass ihr beginnt, Jesus im Zeichen des Brotes zu empfangen, um dadurch ganz nahe mit ihm verbunden zu sein.

Im Evangelium hörten wir einen Text über das Brot des Lebens. Jesus gab das Brot und sagte, das ist mein Leib und dass er das Brot des Lebens sei. Wer ihn empfängt wird das ewige Leben haben. Das ewige Leben bedeutet, das Leben mit Gott und das Leben in Gott und Gott in unserem Leben. Das wünsche ich Euch liebe Kommunionkinder, Euch und Euren Eltern, Verwandten und Freunden. Das Leben in Gott und Gott in Eurem Leben.

Auf dem Liedheft sieht ihr ein schönes Bild vom Wein,Reben und Trauben. Wie die Reben mit dem Weinstock verbunden sind ist, so sind wir alle mit Jesus und untereinander verbunden. Als Zeichen dieser Verbundenheit mit Jesus und untereinander treffen wir uns zum Gottesdienst und um dieses Brot des Lebens zu empfangen.
Für das Plakat an der Wand hinter dem Altar habt ihr Fische gebastelt und darauf Eure Fotos geklebt. Der Fisch ist ein sehr altes Zeichen für die Eucharistie und ein Zeichen für Jesus. Eure Fotos auf dem Fisch zeigen, dass ihr mit Jesus und mit der heiligen Eucharistie verbunden bleiben möchtet.
Die Kirche, in der wir die heilige Messe feiern, bezeichnen wir als Gotteshaus. Wenn wir Jesus im Zeichen der Eucharistie und in Gestalt der Hostie empfangen, werden wir selber zum Gotteshaus, in dem Jesus wohnt.
Der Tabernakel ist der Ort, wo die heilige Kommunion aufbewahrt wird.
Wir glauben, dass dadurch der Tabernakel eine besondere Stelle der Gegenwart Gottes ist. Heute empfangt ihr das Brot des Lebens. Dadurch werdet ihr selber Tabernakel Gottes, in dem Gottes Leib und Gottes Kraft gegenwärtig wird. 

Damit die Freude der Gegenwart Gottes in Eurem Leben weiterhin bleibt und Gott in Euch wirken kann, lade ich Euch und Eure Eltern herzlich ein, oft dieses Brot des Lebens zu empfangen, um mit Gott und der Kirche eng verbunden zu bleiben.

4. Sonntag der Osterzeit

Predigt 
Jn.10,1-10

Predigt
In den letzten Jahren hatte ich Gelegenheit Schafe etwas näher zu betrachten, die Bewegung der Schafe in der Herde zu beobachten und sogar Schafe zu berühren oder zu füttern. Ich habe festgestellt, dass Schafe sehr einfache und unkomplizierte Tiere sind, die schnell untereinander und mit Menschen vertraut werden. Es ist ziemlich einfach Schafe zu füttern, weil sie viele verschiedene Gräser Pflanzen, sowie Heu und Stroh fressen und keine großen Anforderungen ans Futter stellen. 
Es kann nicht so schwierig sein Schafe zu führen, weil das Schaf ein Herdentier ist, das gerne in Gemeinschaft lebt und sich in der Gemeinschaft der gleichen Tierart sicher und wohl fühlt. Falls ein Schaf die Gemeinschaft der Herde verlässt, verliert es oft sogar die Überlebenschance.
Jesus vergleicht die Menschen und Völker mit Schafen und Herde, weil die Menschen trotz der Persönlichkeit des Einzelnen grundsätzlich einfach und unkompliziert sind und sie die Gemeinschaft z. B. in der Familie, in einer Glaubensgemeinschaft, im beruflichen und gesellschaftlichen Gemeinschaftsleben schätzen und mögen
und sich einordnen lassen unter der Führung einer Leitung.

Leiter eines Volkes waren zu Lebzeiten Jesu oft Kaiser oder Könige, die ein Leben in Luxus führten und für alles Diener hatten, aber Menschen und Völker ausnutzten, unterdrückten und sie sogar oft hungern ließen. Die bestimmende Art und Macht, die letzte Entscheidung in allen Fragen des Lebens treffen zu können, verursacht auch heute manchmal ungerechtes und menschenverachtendes Denken und Handeln.

Heute gibt es nicht mehr viele Länder die von Königen regiert werden. Leiter der Völker haben heute andere Namen wie Präsident, Kanzler, Premier, Minister. Die Funktion und Aufgaben dieser Leiter und ihr Lebensstil können wir mit einem König der Antike vergleichen und feststellen, dass in vielen Bereichen des Dienstes heute Vieles besser geworden ist.

Trotzdem ist Jesus mit diesem Leitungsbild unzufrieden und stellt sich selber vor als ein treusorgender Hirte einer Schafherde und  schlägt vor, dass der Leiter eines Volkes wie ein Hirt sein soll. Jesus nennt sich als Hirt, der seine Schafe kennt und sie seine Stimme kennen, der durch die Tür in den Stall reinkommt, nicht wie ein Dieb, der anderswie einsteigt, um zu schlachten und zu vernichten. Der gute Hirt gibt sein Leben für seine Schafe, weil er sie liebt. Das Bild vom Hirten hat Jesus damals nicht unbedingt für das Leitbild von Bischöfen und Priester gemeint, weil es damals keine Bischöfe und Priester gab, erst später wurde das Bild vom Hirten übertragen auf Bischöfe und Priester.

Dieser Vergleich Jesu zwischen dem Hirten und der Schafherde wirft die Frage auf,   ob wir uns mit Schafe und Herde vergleichen können. Sind wir so einfach zu führen,  suchen wir die Gemeinschaft und fügen wir uns ein in die Regeln der Gesellschaft und reagieren unkompliziert?

Es ist auch zu bedenken, dass die Führungsart von Königen und ähnlichen Herrschern uns beeinflussen und wir ihre oft ungerechte, Art und Mentalität aufnehmen und verinnerlichen können. Gibt es heute weltliche und kirchliche Führer, die wirkliche Hirten sind und ihr Leben für die Menschen hingeben würden?

Ich denke, jeder Mensch kann Schaf und Hirt sein und in jedem Mensch ruhen Eigenschaften eines Hirten und eines Königs. Leichter ist es vielleicht wie ein König zu leben oder wenigstens einige Eigenschaften von einem König zu haben, als ein Hirt zu sein, der immer nur sich hingibt, seine Herde liebt und schützt, ohne etwas zurück zu erwarten.

Ein Hirt spürt Erfüllung, wenn er für seine Schafe lebt und seine Schafe schützt. Wir können uns entscheiden, ob wir wie Schafe sein wollen und Hirt werden möchten oder uns wie Könige verhalten. Jesus ist unser Hirt. Seine Jünger können nur Hirt sein.

In jeder Eucharistiefeier erleben wir die intensive und vollkommene Hingabe Jesus, als unser Hirt. Wenn wir ihm am Altar begegnen und seinen Leib und sein Blut empfangen, empfangen wir die Gnade Hirt zu sein, wie Jesus; um
diese Gnade wollen wir bitten.

Erstkommunion 2017 (in Maria Immaculata)

Predigt:
Liebe Erstkommunionkinder, liebe Festgemeinde,
Der 14. Mai 2017 ist der Muttertag. Dazu wünsche ich allen Müttern und allen mütterlichen Frauen einen frohen gesegneten Feiertag. Heute am jährlichen Ehrentag der Mütter empfangen 41 Kinder unserer Gemeinde zum ersten Mal die heilige Kommunion.

Liebe Kinder, wenn ihr zum ersten Mal die heilige Kommunion empfangt, dürft  Ihr Jesus Eure Anliegen sagen und ihn bitten für ein gutes Miteinander  in der Familie und in der Schule, und im Gebet könnt ihr heute am Muttertag Jesus danken, für alles was Eure Mutter für Euch tut.  

Gestern hat Papst Franziskus in Fatima das 100-jährige Jubiläum der himmlischen Mutter gefeiert und die zwei Hirtenkinder Franzisco und Jacintha heilig gesprochen, denen die himmlische Mutter vor 100 Jahren erschien.

Heute bei Eurer Feier der Erstkommunion dürft auch ihr besonders um den Schutz und die Fürsprache der himmlischen Mutter Maria bitten.

Gestern fand am Marienplatz in München die „100 Jahrfeier Patrona Bavaria“ statt. Vor 100 Jahren kurz vor dem Ende des ersten Weltkrieges wurde das Land Bayern unter den Schutz und Segen der himmlischen Mutter gestellt, der Mutter Jesus und Gottesmutter Maria. 

In der Festpredigt sagte unser Erzbischof Kardinal Marx, dass wir Christen weder einer Lehre noch einer Moral glauben sondern an die Eröffnung  des Geheimnisses Gottes glauben, die in Festen, Feiern, Hoffnung, Zuversicht und Verwandlung spürbar wird. Diese Gedanken haben mich fasziniert. Oft denken wir, dass die katholische Kirche mit Dogmen und Lehren den Menschen etwas vorschreiben und das Leben verunsichern.

Aber der Kern unseres Glaubens ist das Fest, die Feier, die Gemeinschaft, die Hoffnung. Z.B. heute feiern wir den Erstkommunion-Gottesdienst und anschließend gehen bestimmt viele Teilnehmer zu einem Festessen. So taten es die Christen am Anfang des Christentums. Selbstverständlich können wir nicht jeden Sonntag zu einem teuren Restaurant gehen oder ein großes Festessen für viele Gäste zuhause bereiten. Aus diesem Grund bieten wir an manchen Sonntagen ein Mittagessen nach dem Gottesdienst im Pfarrsaal an, um daran zu erinnern, dass wir Christen die Gemeinschaft und Feste für wichtig halten, und die Christen in ersten Jahrhunderten der Gottesdienst mit einem gemeinsames Mahl abschließen.

Die Gottesmutter Maria hat Jesus bei der Hochzeit in Kana gebeten, Wasser in Wein zu verwandeln und Jesus hat diese Bitte erfüllt. In der Eucharistiefeier wird Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi verwandelt, damit wir durch den Empfang des Leibes und Blutes Christi, das Brot des Lebens, in liebende, hoffende und zuversichtliche Menschen verwandelt werden können.

Papst Franziskus hat gestern in Fatima zum 100- jährigen Jubiläum der Erscheinung der Gottesmutter für den Frieden und das Ende der Kriege gebetet und aufgerufen. Unser Erzbischof hat gestern am Marienplatz gesagt, dass wir Christen Zeugen der Hoffnung sein sollen und wir uns nicht entmutigen lassen sollen, sondern uns bestärkt fühlen können, weil Gott der Vater aller Menschen, aller Nationen und aller Kulturen ist, nicht der Vater einer bestimmten Nation und einer bestimmten Kultur.

Liebe Erstkommunionkinder, liebe Eltern und Angehörige,

zu dem großen Festtag heute möchte ich diese Botschaft des Friedens, der Hoffnung, der Liebe, der Gemeinschaft, der Verwandlung mitgeben und wünschen, das Ihr liebe Kommunionkinder in Eurer Familie und Eurer Verwandtschaft  diese Gemeinschaft  untereinander bei  Feiern und Festen regelmäßig erlebt und das Ihr die Gemeinschaft mit Jesus oft sucht, durch die Teilnahme am Gottesdienst und  im Empfang der heiligen Kommunion. Jesus ist unser Bruder und Freund, mit ihm an der Seite könnt Ihr das Schöne am Christentum erleben und weitergeben und dadurch Hoffnungsträger für eine friedvolle Welt werden.

Montag, 17. April 2017

Ostermontag 2017



Predigt
Liebe österliche Festgemeinde! 
Vor drei Monaten bin ich für eine Woche in mein Heimatland geflogen um einen alten, kranken Onkel zu besuchen, den ich  vor 12 Jahren zuletzt besuchte. Da es ein Überraschungsbesuch war, wusste er nicht, dass ich komme.

Als ich in sein Zimmer eintrat, sagte ich ihm, ich bin Josef, dein Neffe.  Sein Sohn erklärte ihm ebenso, Joseph, dein Neffe ist gekommen, dich zu besuchen. Der Onkel erwiderte: „Ihr sollt mit mir solchen Spaß nicht machen“. Er erkannte mich nicht. Da er es nicht glauben konnte, erzählte ich ihm über einige gemeinsame Unternehmungen, während meiner Jugend und über eine besondere gemeinsame Fahrt in eine Großstadt. Er sagte dann, dass alle diese Erzählungen wahr seien und diese Zeit mit seinem Neffen sehr gut war. Aber sein Neffe lebe nicht im Land, er sei irgendwo weit weg als Pfarrer tätig, wahrscheinlich in Deutschland. Er kenne seinen Neffen Joseph gut und  würde ihn sofort erkennen. Er habe sogar mit ihm in früheren Jahren einiges gemeinsam unternommen. Mit seinem Namen und Geschichten über ihn, sollt ihr nicht versuchen mich zu täuschen.

Als er mich endlich erkannte, hat er geweint und sagte, dass es ihm sehr leid tue, mich nicht gleich erkannt zu haben.

Als ich das heutige Evangelium las und die Geschichte der Emmausjünger zu verstehen versuchte, dachte ich von der Seite Jesu, die Situation seiner Auferstehung zu verstehen. Jesus geht mit seinen Jüngern, die aus Angst vor Juden nach dem Tod Jesu aus Jerusalem nach Emmaus fliehen wollten und redet mit ihnen über Jesus und versucht sie zu überzeugen, dass Jesus leiden und sterben musste. Jesus erklärt es mit Hilfe der heiligen Schriften der Juden, die diese Jünger als Offenbarung Gottes glauben und wahrnehmen. Trotzdem erkennen sie Jesus nicht, den sie sich als ihren Retter und Erlöser vorstellen, auf ihn ihre ganze Hoffnung setzen und mit dem sie unterwegs waren. Nicht nur diese Jünger, die aus Jerusalem nach Emmaus gingen, sondern sogar Maria Magdalena, bei der Jesus öfter zu Gast war und deren Bruder Lazarus Jesus von den Toten erweckte, hielt ihn für den Gärtner, als der auferstandene Jesus ihr erschien. Als die Emmausjünger, nach dem sie Jesus beim Brotbrechen erkannten, nach Jerusalem zurück kehrten und im Jüngerkreis darüber redeten, erschien ihnen der auferstandene Jesus in ihrer Mitte und sagte ihnen, Friede sei mit euch. Dann hatten sie große Angst und meinten, einen Geist zu sehen. Die Emmausjünger haben Jesus als einen Fremden betrachtet, Maria Magdalena sah ihn als den Gärtner und der Apostelkreis meinte ihn als einen Geist zu sehen und sie hatten große Angst.

Dass mein alter kranker Onkel, mich nicht gleich erkannte, kann ich gut verstehen. Aber dass die sehr vertrauten Jünger Jesu, die seit drei Jahren immer bei ihm waren, nach dem Versuch der Machthaber, Jesus zu vernichten, ihn in einem Zeitraum von drei Tagen nicht mehr erkennen, ist für mich schwer verständlich.

Ich frage mich, ob der auferstandene Jesus sich so verändert hat, dass sogar seine Jünger und Freunde ihn nicht mehr erkennen können? Diese Denkweise finde ich nicht für wahr. In drei Tagen kann Jesus sich nicht radikal verändern und unerkennbar für die Jünger sein, obwohl er durch die Passion und das Leiden viel gelitten hat und sein Körper sehr verwundet wurde.

Wir lesen im heutigen Lukasevangelium, dass die Emmausjünger die Schrift nicht erkannt hatten, dass der Messias auferstehen musste und sie, wie mit Blindheit geschlagen wurden. Sie haben sogar nicht erkannt, dass ihr Herz  brannte, als Jesus unterwegs mit ihnen redete und ihnen den Sinn der Schrift eröffnete.

Nicht nur die Emmausjünger, auch Maria Magdalena und alle Jünger Jesus waren aus Furcht und Angst, Sorge um die Zukunft und Unsicherheit wie von  Blindheit getroffen. Aber in kurzer Zeit haben sie durch das Brotbrechen in der Gemeinschaft oder durch das Kommen des Geistes ihre Blindheit überwunden, den Auferstandenen erkannt und sich mutig für ihn entschieden.


Der auferstandene Jesus ist über Zeit und Raum ewig lebendig und er ist auch heute unter uns. Er ist unter uns in unerwarteten Zeiten und überraschend gegenwärtig in unerwarteten  Anlässen. Wir erkennen ihn oft nicht, weil wir wie die Jünger Jesu damals aus Sorgen und Angst, aufgrund der Beschäftigung mit uns selbst, wie mit Blindheit getroffen. Lasst uns die Feier des Osterfestes zum Anlass nehmen, im Alltag dieses Jahres in der Begegnung mit unseren Mitmenschen unsere Augen zu schärfen um den Herrn unter uns zu erkennen. Er ist immer unter uns. Um ihn zu erkennen, sollten wir unseren christlichen Glauben bezeugen und wachsam sein.