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Samstag, 7. Januar 2017

Jahresschlussgottesdienst 2016

Jahresschlussgottesdienst 2016-12-31
Bevor das alte Jahr in wenigen Stunden zu Ende geht und das neue Jahr beginnt, versammeln wir uns als Gemeinde und Gemeinschaft um Gott für das vergangene Jahr zu danken und für das neue Jahr um Schutz und Geleit zu bitten. Wir haben im persönlichen Leben sowie als Gemeinde viele Gründe Gott zu danken, wenn wir positiv über uns, unsere Umgebung und über die Welt eingestellt sind. Ich würde uns wünschen, sich viel mehr an das Gute, Positive und Bereichernde zu erinnern und dafür Gott zu danken. Die traurigen, enttäuschenden, deprimierenden  oder ängstigenden Ereignisse und Erlebnisse liegen in unseren Händen um mit Gottes Hilfe daraus positive Ergebnisse zu erzielen. Deswegen wollen wir zum Ende des Jahres unser Leben und unsere Erfahrung als Geschenk Gottes annehmen und dafür Gott danken.
Nun wollen wir einen kleinen Rückblick auf das vergangene Jahr halten.

 Rückblick
Das vergangene Jahr war voll mit mehreren bedeutenden Ereignissen und Erlebnissen in unserem persönlichen Leben, in unserer Pfarrgemeinde, im Bistum, in der Kirche, in unserem Land und in der Welt, in verschiedenen Bereichen des Lebens. Wir wollen Gott dafür danken. 
                           
In der Politik kam es zu Veränderungen in mehreren Ebenen und in mehreren einflussreichen Ländern, mit Perspektivenwechsel. Viele Menschen setzen ihre Hoffnung darauf, manche bilden Ängste und Unsicherheit. Wir bitten Gott um Hilfe, damit die positiven Hoffnungen in Erfüllung gehen.

Die Weltkirche hat durch die Feier des Jahres der Barmherzigkeit und den vielen Zeichen der Zuwendung an Hilflose und Bedürftige, Arme und Leidende, durch die Initiative von Papst Franziskus bei vielen Menschen und ärmeren Ländern Hoffnung geweckt. Wir bitten Gott um Hilfe, damit dieses positive Gesicht der katholischen Kirche bewahrt bleibt und für viele Menschen durch die caritativen Aktivitäten, die Kirche Christi erfahrbar wird.

Inmitten der Bürgerkriege und Terroranschläge konnte durch Vermittlung von Menschen und Gruppen in mehreren Gegenden der Welt zwischen streitenden, verfeindeten Gruppen und Völkern Frieden und Waffenstillstand geschaffen werden. Wir bitten Gott um Geduld und Verständnis zwischen Nationen und Völkern.

Erstmals in Deutschland seit 35 Jahren ist die Geburtsrate in Deutschland 2016 wieder gestiegen. Manche Länder freuen sich über die Steigerung der Geburtsrate in ihren Ländern, Menschen in anderen Ländern werden sich über eine Steigerung der Geburtsrate in ihren Ländern ängstigen und die Möglichkeit einer Reduzierung diskutieren. Wir bitten um Vernunft, Gerechtigkeit und das Recht der Menschen, geboren zu werden.

Die Forschungen über die Möglichkeit in anderen Planeten zu wohnen und zu leben beschäftigen viele Menschen. Viel mehr Wissenschaftler und Humanisten suchen und forschen umweltfreundlicher zu leben, den ökologischen Anbau zu fördern und die Welt zu schützen. Wir bitten um vernünftige, kluge Entscheidungen und Gottes Segen.

Sport, Medien und Freizeit nehmen immer mehr zu an Bedeutung. Es gab eine Vielzahl von neuen Geräten und Technologien. Länder und Völker jubeln über den Gewinn der ersten Plätze in Freizeitveranstaltungen und Sport und auf mehr Einfluss durch erfolgreiche  Verwaltung der Medien.  Wir bitten um die Gnade, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Die Vorbereitung zum Gedenken des Lutherjahres und das Treffen von Papst Franziskus mit dem russisch-orthodoxen Patriarch Kyrillos-I in Kuba setzen Hoffnung auf eine Ökumene, die die Christen als Kirche vereint. Wir bitten um ein christliches Miteinander zwischen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften. 
                          

Predigt
In wenigen Stunden wird in mehreren Stadtteilen bei uns ein Feuerwerk gezündet. Viele Menschen haben genug Zündstoff eingekauft, um selber Mitveranstalter dieser farbigen und zum Teil auch gefährlichen Feuershows zu sein und viele Andere sind darauf eingestellt mit einem Getränk im Glas, das Feuerwerk anzuschauen. Ist es so, dass wir einmal im Jahr eine Stunde des Feuerwerkes feiern, genauso wie wir einmal im Jahr am 25. Dezember einen Tag der immer teurer werdenden Geschenke feiern?
Bestimmt nicht. Feuerwerk oder Geschenke sind Zeichen von etwas Bedeutendem und um das Bedeutende in Erinnerung zu bringen und in Erinnerung zu halten.
Aber durch das Sehnen nach stärkerem Feuerwerk und teureren Geschenken gerät oft stark in Vergessenheit, woran wir uns erinnern wollten.  Wir beginnen dann mehr über das Zeichen zu reden und über deren Werte zu diskutieren oder sogar darüber sich zu ärgern oder sind enttäuscht, statt daran zu denken, wofür diese Zeichen dienen.

Am 31. Dezember zum Jahresende erinnern wir an die Zeit als Dauer und setzen dadurch einen Zeitpunkt, um die Vergangenheit und Zukunft innerhalb einer bestimmten Zeitdauer zu rechnen. Dankbarkeit gegenüber Gott und den Mitmenschen, Freude über viele gute Erfahrungen und Vorsätze und Pläne für eine angenehme Zukunft können wir heute vor Gott bringen. Gott für die eigenen Schwächen und Fehler um Verzeihung zu bitten und aus dem Glauben Kraft zu schöpfen und unseren Mitmenschen zu verzeihen, dazu können wir auch diesen Zeitpunkt nutzen. Dieser Zeitpunkt des Jahresendes ist für Menschen und Völker nicht immer das gleiche und daher kann es sein, dass durch Migrationen und Multikulturalität innerhalb eines Jahres mehrere solcher Zeitpunkte, Jahresenden und Jahresanfänge stärker sichtbar gefeiert werden.


Zur Feier des Jahresendes und Jahresbeginns dürfen wir uns Gedanken machen, ob mehrere Feiern des Jahresendes und Jahresbeginns innerhalb eines Jahres ein Verlust des Eigenen sind oder Gewinn und Bereicherung sein kann. Ob wir bereit sind an solchen Feiern teilzuhaben oder alles nur für bestimmte Völker und Gruppen begrenzt bleiben soll. Wenn wir den Sinn dieser Feier verstehen, kann solche Feier uns mehrmals im Jahr an das Wesentliche erinnern und motivieren, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Geschwindigkeit und Schnelligkeit wird in allen Bereichen des Lebens hoch geschätzt. Mehr Leistung und schnellste Leistung werden überall verlangt. In kurzer Zeit mehr haben und mehr zu erfahren ist das Motto. Das schnellste Fahrzeug oder der schnellste Zug fahren mehr als 350 Kilometer pro Stunde und das schnellste Flugzeug über 3000 Kilometer pro Stunde.  Ständig erreichbar zu sein, überall präsent zu sein, alles wissen zu können, der Erste und der Beste zu sein, Macht und Einfluss zu genießen und dafür alles einzusetzen werden hoch geachtet. Auch wenn die Menschen mit 100 Jahren sterben, denken sie, dass die Zeit zu schnell vergangen ist, und sie noch Vieles erreichen und erleben wollten. Ich habe aber auch Menschen erlebt, die ausdrücklich sagten, dass sie ihre Zeit mit gutem Gewissen achtsam gelebt und erlebt haben und sich nun von der Zeit zur Ewigkeit verabschieden können.

Die Feier des Jahresendes und der Beginn des Jahresbeginns können uns daran erinnern, dass wir manchmal zu uns selber zurückkehren und durch innere Ruhe und Meditation geistige Kraft und Stärke erreichen sollten, (müssen) um Gott in uns und unseren Herzen finden zu können. Dann können wir wie Petrus im heutigen Evangelium erfahren, „Du bist Messias, der Sohn Gottes, Gott in unserer Mitte, in unseren Herzen.


Wir danken Gott für seinen Segen und sein Geleit durch das Jahr 2016 und wir wünschen jede Sekunde im nächsten Jahr in der Gegenwart Gottes bleiben zu können und seinen Segen und Schutz spürbar und wirksam erfahren zu dürfen.