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Dienstag, 1. Januar 2013

33. Sonntag im Jahreskreis

Predigt
Mk. 13:24-32
Der Monat November  ist, meiner Meinung nach, der schwierigste Monat des Kalenderjahres.  Der schöne Sommer ist vorbei, es gibt jetzt mehr dunkle als helle Stunden, in der Natur fallen die Blätter, viele Bäume stehen kahl, wie abgestorben  und viele Pflanzen zerfallen oder ziehen sich in die Erde zurück. Manche Menschen werden durch die Stimmung  im November sogar depressiv. Mit dem Fest Allerheiligen und dem Tag Allerseelen haben wir besonders an die Verstorbenen  gedacht und uns mit dem Thema Tod und Auferstehung auseinander gesetzt.  Wir schauen dabei auch zurück in die Vergangenheit. Der Volkstrauertag, der am heutigen Sonntag begangen wird, gedenkt der Toten der Weltkriege und der Totensonntag erinnert uns ebenso jedes Jahr vor dem 1. Advent an das Sterben. In den Lesungen der Liturgie hören wir in diesen Wochen ernste und nachdenkliche  Nachrichten. Manchmal kommt mir der Gedanke, als ob im Monat November die Freude des Lebens untergehen soll?

Heute hören wir im Evangelium z. B. von Tagen nach der großen Not, von der Verfinsterung der Sonne, der Verdunkelung des Mondes, vom Runterfallen der Sterne usw. Eine sehr erschreckende und verängstigende Botschaft. Diese Texte im Evangelium wurden in einer Zeit der Zerstörung des jüdischen Tempels in Jerusalem durch Römer und der Versteuerung (des Auseinandergehens) des jüdischen Volkes geschrieben. Dieser Krieg und die Zerstörung in Jerusalem waren für die Juden und für die Menschen in Palästina damals um 72 nach Christus eine Erfahrung des Weltunterganges und eine Situation der Hoffnungslosigkeit. Die Urkirche und die Urchristen waren fest überzeugt, dass sie den Weltuntergang erleben.  Aber die Welt und die Menschen existieren noch. Im Hintergrund der Erfahrung des Krieges und der Zerstörung schreibt  der Evangelist Markus an die Christen. Wir können diese Hinweise als Warnung sehen und zweifellos auch als eine Erweckung der Hoffnung.

Oft gab es in der Geschichte der Menschheit ähnliche Gedanken über den Zeitpunkt des Weltunterganges, aus Erfahrung der Hoffnungslosigkeit und Prognosen der Zerstörung auf Grund aktueller Situationen.

Als Kind habe ich öfter etwas gehört über einen möglichen dritten Weltkrieg und die dadurch geschehende Zerstörung der Welt und des kommenden Weltunterganges. Das war die Zeit des kalten Krieges zwischen den USA und der Sowjet Union. Die Zeitungen haben in den sechziger Jahren oft über die Kriege berichtet und die Menschen haben in Angst gelebt und die Christen wurden motiviert, viel zu beten und um  Gottes Hilfe zu rufen.

Heute noch wie vor 2000 Jahren gibt es genug Gründe zu denken, dass der Weltuntergang kommen kann. Atomkrieg, Atomkraftwerkunfall, Naturkatastrophen wie ein Tsunami, Terrorismus, Fundamentalismus, Armut, Umweltverschmutzung, Ölkatastrophen, Verschmutzung von Wasser und Luft, die Finanzkrise, der Zerfall moralischer Werte, die Prognose über die Lebensdauer unseres Planeten bieten uns genügend Gründe zu denken, dass wir hoffnungslos werden können oder mit einem baldigen Ende der Welt rechnen müssen.
Ob das Ende wirklich kommen wird oder wir das Ende verhindern können, ist oft ein wichtiges Gesprächsthema.

Auch 2012 kursiert in einigen Kreisen wieder ein Datum für den Weltuntergang, was viele Menschen in Panik und Angst versetzt. Der 21. Dez. ist dieser Tag, weil dann der Kalender der Maya endet.

Aber die wirkliche Botschaft im November und die Botschaft der Lesungen in der Liturgie sind viel anders. Das Evangelium verkündet das Kommen des Menschensohnes in Macht und Herrlichkeit. Jesus, der Menschensohn kommt; Jesus lebt unter uns, er ist nicht fern von uns.  Er kann uns Freude, Hoffnung und Zuversicht schenken. Die Freude, Jesus wieder sehen zu können, mit ihm verbunden leben zu können, die Ewigkeit anstreben zu können, haben die Christen damals motiviert; heute soll diese Botschaft uns motivieren. Der Himmel und die Erde werden vergehen; aber die Worte Jesu bleiben  ewig, lebendig, wirksam und machtvoll. Die Botschaft des Evangeliums lädt uns ein, unser Leben nicht als Dauer zu sehen, sondern als eine Erfahrung. Das Leben sollen wir nicht verstehen als eine Dauer aus Genuss, Konsum, Besitz und Macht, sondern als Erfahrung der Liebe, Geborgenheit, Freundschaft und Menschlichkeit.

Kein Besitz, keine Macht, kein Luxus kann Liebe und Geborgenheit schenken. Das können nur Menschen und Gott geben. Gott und die Menschen sind wichtiger als alles andere. Die Ewigkeit ist stärker als das Jenseits. Die Ewigkeit ist keine Dauer, sondern eine Erfahrung. Die Botschaft des Evangeliums weckt eine Hoffnung auf Ewigkeit, eine Hoffnung auf Auferstehung, sie weckt das Vertrauen auf die Gemeinschaft mit Gott und allen Lebenden und Verstorbenen.

Im Glaubensbekenntnis beten wir „Ich glaube an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben“. Wenn die Christen wirklich an die Auferstehung der Toten und an das ewige Leben glauben, ist die Botschaft der Lesungen im November keine Drohbotschaft, sondern eine Frohbotschaft. 
Am nächsten Sonntag feiern wir das Christkönigsfest. Mit dem Christkönigssonntag verstärken wir unsere Hoffnung auf die Liebe und die Macht der Herrlichkeit Gottes in Jesus Christus. Er ist unsere Hoffnung. Er ist unser Herr.

1 Kommentar:

  1. Ockhams Gesetz

    Wenn die einfachste Theorie alles erklärt und zudem ganz ohne irrationale Annahmen auskommt, während alle anderen Theorien eigentlich gar nichts erklären und im Grunde nur irrationaler Unfug sind, ist davon auszugehen, dass die einfachste Theorie die richtige ist:

    (Vorwort zur 7. Auflage der NWO) "Die Wirtschaftsordnung, die Gesellschaftsordnung, der Staat sind, das sieht man jetzt endlich ein, auf dem Geldwesen, auf der Währung aufgebaut. Mit der Währung steht und fällt der Staat, und zwar nicht nur der Staat, wie ihn die herrschende Schicht zu Herrschaftszwecken errichtet hat, sondern der Staat schlechthin, der Staat der Bureaukraten, der Sozialisten, sogar der "Staat" der Anarchisten. Denn mit dem Sturz der Währung hört jedes höhere Gesellschaftsleben einfach auf, und wir fallen in die Barbarei zurück, wo es keinen Streit um Staatsformen gibt."

    (NHC II,2,001) Wer die Erklärung dieser Worte findet, wird den Tod nicht schmecken.
    (NHC II,2,044) Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel.
    (NHC II,2,055) Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein.
    (NHC II,2,105) Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden.
    (NHC II,2,106) Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: "Berg, hebe dich hinweg!", wird er verschwinden.
    (NHC II,2,113) Seine Jünger sagten zu ihm: "Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?" Jesus sagte: "Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: "Siehe hier oder siehe dort", sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht." ***

    Mutter = Summe aller Ersparnisse
    Hure = Finanzkapital
    Brüder und Schwestern = Sachkapitalien
    Berg = Rentabilitätshürde
    Tod = Liquiditätsfalle
    Vater (der Kultur) = Kreditangebot
    Sohn = Kreditnachfrage
    heiliger Geist = umlaufgesichertes Geld
    (heilig = gesichert; Geist = Geldumlauf)
    Königreich des Vaters = Natürliche Wirtschaftsordnung

    *** (Vorwort zur 3. Auflage der NWO) "Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat.

    Der Kurzsichtige ist selbstsüchtig, der Weitsichtige wird in der Regel bald einsehen, dass im Gedeihen des Ganzen der eigene Nutz am besten verankert ist."

    Jüngstes Gericht

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