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Freitag, 31. Dezember 2010

Jahresschlussgottesdiesnt2010



Einführung
Zu unserem diesjährigen Silvestergottesdienst möchte ich Sie ganz herzlich begrüßen. Wir beginnen
Im Namen…….
Der Herr der Zeit und der Ewigkeit sei mit Euch!

Liebe Schwestern und Brüder.
Ich begrüße Sie sehr herzlich zu unserem Jahresdankgottesdienst. Wenige Stunden vor dem Ende des alten Jahres wollen wir Gott danken für alle guten Erfahrungen des vergangenen Jahres. Danken können wir auch für die schweren Stunden. Wir danken für die Menschen, die mit uns auf dem Weg sind. Danken wollen für unseren Glauben an Christus, der uns Hoffnung schenkt. Wir können aber unsere Augen vor den Problemen nicht verschließen, die wir in das neue Jahr mitnehmen. Für unser Versagen wollen wir in dieser Stunde des Dankes vor Gott knien und ihn um Vergebung bitten, damit wir mit der Kraft, dem Segen und der Gnade Gottes in das neue Jahr hinein gehen können.

Wir wollen uns bewusst zu Beginn dieses Gottesdienstes Zeit lassen, das vergangene Jahr zu überdenken.
Lasset uns einen Rückblick auf das Jahr 2010 machen.

Predigt an Silvester2010-12-31

Am Ende eines Tages werden wir meistens müde. Wir brauchen dann Ruhe, Schlaf, Erholung und wir wünschen uns gegenseitig eine gute Nacht. Am Ende eines Jahres dürfen wir aber nicht müde werden. Wir müssen wach bleiben, die Augen öffnen, den Blick weit öffnen und mit neuem Mut und frischem Gefühl das neue Jahr hoffnungs- und vertrauensvoll beginnen. Am Ende des Jahres 2010 habe ich das Gefühl, dass dieses Jahr kürzer als sonst war. Je älter wir werden, desto schneller vergehen die Jahre. Je mehr wir in einem Jahr geschafft haben, desto schneller geht die Zeit vorüber. Langsam tun und bewusst zu leben bedeutet, viel Zeit erfahren. Wir vergessen manchmal, dass die Tatsache, dass die Zeit schnell vergeht, hängt absolut von uns ab, weil es vollkommen von unserem bewussten oder unbewussten Umgang mit der Zeit zu tun hat. In einem afrikanischen Gebet heißt es, „die Menschen werden älter mit jedem Jahr, doch Christen werden jünger“. Was bedeutet es, wenn der Afrikaner betet, dass die Christen jünger werden? Ist damit gemeint, dass die Christen mit dem Vergehen der Zeit näher zu Gott, näher zu Christus oder näher zur Ewigkeit kommen. Ewigkeit bedeutet Zeitlosigkeit, von Zeit sprechen wir nur unter Lebenden. Vor der Geburt und nach dem Tod, vor dem Anfang und nach dem Ende ist die Ewigkeit. Obwohl wir von der Ewigkeit nichts wissen, vergleichen wir die Ewigkeit mit der Zeit und mit unserem Leben in der Zeit und denken, dass es uns auch in Ewigkeit wie in der Zeit gehen wird. Das erwähnte afrikanische Gebet könnte aus solchem Gedanken und solcher menschlichen Erfahrung und Vorstellung entstanden sein. Diese Worte im Gebet: jedes Jahr jünger zu werden und Gott näher zu kommen und das Leben dort schöner zu erleben ist auch unser Gedanke. Auf einem Kreuz in der Mitte des alten südlichen Friedhofs hier in München steht folgendes: „Unsere Geburt ist der Anfang des Sterbens, unser Tod ist der Anfang des Lebens.“ Im Johannesevangelium wird die Todesstunde Jesu als Verherrlichung dargestellt. (Jn. 12, 28). Leben und Tod, Zeit und Ewigkeit werden als eine Zeitgeschichte gerechnet, damit der Mensch über die ahnungslose und unvorstellbare Ewigkeit Hoffnung hat und darauf sich freuen kann.

Wir können uns einmal fragen, ob wir über das rasche Vorübergehen der Zeit glücklich sind. Viele bereuen es, dass die Stunden, Tagen, Wochen und Monate des letzten Jahres wie einige Augenblicke vergangen sind. Für Gott ist ein Jahr wie ein Augenblick, aber für uns Menschen ist ein Jahr 365 Tage breit und tief; aber es ist auch für uns wie ein Augenblick. Diese Erfahrung eines Jahres wie ein Augenblick habe ich zuerst als unbewusstes Erleben mit dem Umgang der Zeit bezeichnet und sie eingeladen langsam, bewusst zu leben und mit der Zeit umzugehen. Aber wir können es gleichzeitig als Blick auf die Ewigkeit, als bewusste Erfahrung der Zeitlosigkeit und der Ewigkeit verstehen. Dann ist die Erfahrung der Zeit als Augenblick für uns die Erfahrung der Erfüllung der Zeit. Aber wenn wir jedes Jahr die Zeit zurückdrehen wollen, das schnelle Vergehen der Zeit uns Angst macht, ist es nicht mehr eine Erfahrung der Ewigkeit. Wenn wir am Ende des Jahres mit Freude und Zufriedenheit zurückblicken können und mit Freude und Hoffnung auf das neue Jahr blicken können, dann wird meiner Meinung nach die Schnelligkeit des Vergehens der Zeit zur Erfahrung der Ewigkeit, zur Erfahrung der Göttlichkeit führen.

In Jesus haben wir Gott erfahren. In Jesus ist die Ewigkeit in der Zeit erschienen. Dieses Erscheinen der Ewigkeit in der Zeit um die Zeit mit der Ewigkeit zu vereinen wird in Johannesevangelium beschrieben als „das Wort ist Fleisch geworden“. Das Wort und das Licht, die Wahrheit und das Leben, Jesus Christus ist die Ewigkeit in der Zeit. Diese Erfahrung ist die Erfüllung der Zeit in der Bibel. In Jesus ist die Zeit erfüllt. In Worten, Werken und im Leben Jesu können wir vollkommen erfahren, was ein Mensch in seinem Leben erreichen kann, was ihn zur Erfüllung führt; nämlich die Erfahrung des ewigen Gottes zu bekommen und sich mit Gott zu vereinen. Deswegen ist Christus über alles erhöht (Philipper 2, 9-11) als Herr, Kyrios (Korinther 8, 6) über alles. Christus ist der Herr des Kosmos, der Herr der Zeit. Diese Einheit mit Gott, die Jesus seit seiner Geburt bis zum Tod und der Auferstehung gehabt hatte, können wir auch im Leben erreichen, falls es uns nicht gelingt, sollen wir es wenigstens nach dem Tod nicht verpassen.

So dürfen wir am Ende des Jahres 2010 zurückblicken und uns fragen, wie wir im letzten Jahr Gottes Wort zu hören versucht haben und uns auf Gottes Wort verlassen haben. Das Hören, lesen, sehen, spüren, verstehen und erfahren sind für ein gelingendes Leben wichtig. Deswegen besteht heute erneut die Chance, vor Gott zu versprechen, dass wir im Jahr 2011 bewusst versuchen werden das Wort Gottes zu hören, das unterschiedlich kommt, Gottes Gesicht zu sehen, das unerwartet kommt, Gottes Gegenwart zu spüren, die immer da ist, Gottes Wille zu verstehen, die wir nur einlassen müssen und Gott zu erfahren, der immer bei uns ist. Um das zu realisieren, müssen wir bewusst Zeit einplanen um zu beten und zu meditieren. Fleißige Menschen zu sein, fleißig zu arbeiten, Pläne im Leben zu haben, Pläne Schritt zu Schritt erreichen, keine Minute umsonst vorüber gehen zu lassen, sollte auch zum Vorsatz des neuen Jahres werden.

P. Rupert Mayer schrieb am 16. Januar 1940 aus dem Konzentrationslager: „Jetzt habe ich wirklich nichts und niemand mehr als den lieben Gott. Und das ist genug, ja übergenug. Wenn die Menschen das doch einsehen wollten, es gäbe viel mehr Glückliche auf Erden!“ Mit diesen Worten des seligen P. Rupert Mayer wünsche ich Ihnen das Jahr 2010 zu verabschieden und das neue Jahr mit Gottvertrauen und voller Freude anzufangen.

Stephanustag


Begrüßung

Der zweite Feiertag ist dem hl. Stephanus geweiht. Der hl. Stephanus übte in der Urkirche von Jerusalem das Amt des Diakons aus. Damit war er zuständig für die Versorgung und Betreuung der Armen. Er hat in Wort und Tat Zeugnis abgelegt für die Menschenfreundlichkeit Gottes, die wir an Weihnachten feiern. Damit auch wir zu solchem Zeugnis fähig werden, treten wir in diese heilige Feier ein und lassen wir uns vom Einsatz des hl. Stephanus und vom Lebensopfer Christi berühren.
Predigt
Am zweiten Weihnachtsfeiertag sind wir in der Kirche zusammen gekommen um noch einmal bewusst dieses große Fest unseres Glaubens und unseres Lebens zu feiern und in uns Ruhe, Gelassenheit und Frieden einkehren zu lassen. In diesem Raum des Gotteshauses spüren wir eine große Geborgenheit. Deswegen feiern wir die wichtigen Ereignisse unseres Lebens im Gotteshaus und fühlen uns hier mit Gott sehr verbunden.Dieses Glück und die Freude mit unserem Dasein im Gotteshaus an Weihnachten wünschen wir uns für alle Tage unseres Lebens.
Wenn wir an den 2. Weihnachtstag denken, kommen verschiedene Bilder ins Gedächtnis. Manche sind heute erschöpft von der Feier an Heiligabend und dem 1. Weihnachtstag und sie ruhen sich aus. Manche andere haben schon den Weihnachtsbaum aus der Wohnung entfernt und sind für einige Tage verreist. Einige Andere haben keinen Weihnachtsbaum aufgestellt, weil sie es nicht lohnend sehen, für nur kurze Zeit einen Baum kaufen. 2006 wurden in Deutschland 616 Millionen Euro für 20 Millionen Bäume ausgegeben, das sind pro Baum durchschnittlich 22 Euro. Heute ist der Preis viel höher geworden. (Den Abschnitt kannst Du weglassen) Für wieder andere ist die Sitte mit dem Weihnachtsbaum nicht mehr in Mode. So geht vielleicht auch eine über 100 jährige Tradition einmal verloren und neue Traditionen entwickeln sich. Gestern habe ich im Internet Bilder zum Thema Weihnachten gesucht. Ich konnte kein einziges Bild im Internet unter dem Thema Weihnacht von Jesus oder von der Kirche sehen. Weihnachtsbaum, Weihnachtsschmuck, Lichter, Schnee oder Sternen waren dort sehr schön und beleuchtend dargestellt. Für uns Christen ist eine Weihnacht ohne Jesus, ohne Kirche, ohne Gottesdienst, eine Weihnacht ohne den Glauben nicht vorstellbar. Weihnachten ist das Fest der Geburt Christi. Der Sinn der Weihnacht ist die Gottesliebe für uns Menschen, Frieden auf Erden, Gerechtigkeit für die Menschheit. Mit Jesus ist viel Neues in die Welt gekommen, dieses Neue ist die Botschaft über die Liebe Gottes und über den Frieden unter den Menschen. Wir Christen haben die Aufgabe den Sinn der Weihnacht weiterzugeben und zu erhalten. Das be-inhaltet unser Glaube und es gehört zu unserem Auftrag. In diesem Sinne ist der zweite Weihnachtsfeiertag sehr wichtig.
Heute am zweiten Weihnachtstag gedenken wir des heiligen Stephanus, einem Diakon, einer der sieben Diakone der Urgemeinde von Jerusalem, der für die Betreuung der Armen und für die Verteilung der Güter für die Armen zuständig war. Er war auch ein guter Redner, der mit Überzeugung den Glauben an Christus verteidigte. Die Gegner des Glaubens an Christus haben ihn ermordet. Der heilige Stephan war nicht der erste der Jesus nachgefolgt ist, aber Stephanus war der erste, der wegen seines Glaubens an Christus das Martyrium erleiden musste. Nach ihm mussten tausende Menschen durch die Jahrhunderte wegen ihres Glaubens an Christus ihr Leben verlieren. Lebend oder sterbend haben viele Menschen den Glauben bezeugt und dadurch das Christentum glaubhaft gemacht: sowie Paulus, Petrus, Franz von Assisi, Theresa von Avila, Katharina von Siena, Mutter Theresa. Manche davon sterbend, manche durch ihr vorbildliches Leben. Dieses Schicksal des Sterbens wegen des Glaubens an Christus ist keine Vergangenheit, sondern eine erschreckende Gegenwart auch heute. Letztes Jahr sind durch einen Bombenanschlag während des Weihnachtsgottesdienstes im Irak viele Menschen verstorben. Dieses Jahr wurde aus Angst in vielen Kirchen im Irak der Weihnachtsgottesdienst abgesagt. In einem Weihnachtsgottesdienst auf den Philippinen ist gestern eine Bombe explodiert und hat viele Menschen verletzt.
Weihnacht ist für uns nicht nur ein Fest unseres Glaubens an Jesus, sondern ein fest um unseren Glauben an Jesus zu vertiefen und zu verkünden. Das Leben des heiligen Stephanus zeigt uns, dass wir Mut haben müssen unseren Glauben zu bezeugen. Ich möchte Sie nicht ermutigen wegen Jesus zu sterben, sondern mit Jesus bewusst zu leben. Leider musste der heilige Stephan wegen Jesus sterben. Seine Hingabe kann uns ermutigen für die Botschaft Jesu zu leben und dadurch in unserem Umfeld und in unserem Alltag eine Welt der Liebe, des Frieden und der Gerechtigkeit zu verwirklichen. Amen

Christmette2010 hl.Familieum22.00 Uhr
Einführung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes
Amen.
Die Freude der Weihnacht und der Friede des menschgewordenen Gottessohnes sei mit Euch!
Liebe weihnachtliche Festgemeinde!
Zur Christmette in dieser hochheiligen Nacht heiße ich Sie liebe Pfarrgemeinde und Freunde unserer Pfarrei Hl. Familie ganz herzlich Willkommen. Diese hochheilige Nacht ist die beste Nacht aller Nächte des Jahres. In dieser heiligen Nacht erleben wir: Gott ist mit uns. Wir verkünden heute: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden bei den Menschen seiner Gnade. Mit den Engeln in Bethlehem dürfen wir sagen: „Ich verkünde Euch eine große Freude, die der ganzen Welt zuteil werden soll. Euch ist ein Retter geboren. Er ist der Messias, der Herr. Ihm begegnen wir heute in dieser heiligen Feier. Ihn rufen wir mit Zuversicht und in der Hoffnung auf seine Gegenwart.
Predigt zu Christmette
In einem Weihnachtsgruß an mich vor einigen Tagen stand folgendes geschrieben: Wenn von überall her Spendenaufrufe kommen, Zahlkarten ins Haus flattern, wenn wir von allen Seiten zur finanziellen Unterstützung aufgefordert werden: dann ist Advent. Aber es gibt auch andere Erinnerungen und Gedanken über den Advent mit Adventskalender, Adventskerzen Adventslieder am Abend, Adventsfeier, Rorategottesdienste im Advent früh morgens usw. Ähnlich ist es mit Weihnachten. Wenn Schnee liegt, wenn der Christbaum aufgestellt wird, wenn die Straßen mit Lichtern beleuchtet sind, wenn Geschäfte und Wohnungen weihnachtlich geschmückt sind, wenn Besuche kommen oder Geschenke ausgepackt werden, oder wenn das Lied Stille Nacht heilige Nacht in der Kirche gesungen wird; dann ist für viele Weihnachten.


In einem kleinen weltbekannten Buch von Antoine de Exupery mit dem Namen „Der kleine Prinz“ schreibt der Autor: „Das wesentliche ist für die Augen verborgen.“ Dieser Spruch bewegt mich immer wieder, wenn ich im Gottesdienst mit der Gemeinde das Geheimnis unseres Glaubens feiere. Das Verborgene vor Augen erleben wir mit dem Herzen in manchen Momenten unseres Lebens. Der Weihnachtsgottesdienst ist einer dieser Momente. Der verborgene Gott offenbart sich als Kind der Krippe. Der verborgene Gott wird in Armut, Heimatlosigkeit und Obdachlosigkeit als Erlöser, als Heiland und Retter der Welt offenbart. Er ist Emmanuel: Gott mit uns. Wenn wir im neugeborenen Kind in der Krippe erfahren dass Gott ist mit uns, dann wird auch für uns Weihnacht.


Joseph hat geglaubt was ihm im Traum gesagt wurde, dass seine Verlobte Maria aus dem Heiligen Geist einen Sohn gebären wird, der der Erlöser der Welt ist. Ihm sollte er den Namen Jesus geben, Emmanuel, das heißt Gott mit uns. Diese Erfahrung Joseph im Traum und bei der Geburt Jesu und die Erfahrung Marias bei der Verkündigung und bei der Geburt haben auch die Hirten auf dem Feld erlebt, als sie Jesus in der Krippe besuchten. Diese Erfahrung von Gottes Gegenwart bei uns spüren wir besonders an Weihnachten.


Diese Erfahrung vom Emmanuel: Gott mit uns ist keine Geheimerfahrung, sondern eine Botschaft für die ganze Welt. Der Engel sagte den Hirten: „Ich verkünde Euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll. Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr“ (Lk.2:11) Diese Frohbotschaft an die Welt über die Geburt Christi ist eine Botschaft der Hoffnung für die ganze Welt, die auch durch das Leben und die Worte und Werke Jesu offenbar wurden. Deswegen hat Jesus nach seiner Auferstehung seine Jünger aufgefordert, in die ganze Welt zu gehen und die Frohbotschaft zu verkünden.
In einer Welt der unterschiedlichen Kulturen, Religionen und Weltanschauungen ist die Botschaft der Weihnacht als Gott mit uns und als Botschaft der Geburt des Erlösers dieser Welt erfahrbar. In den Worten, Taten und Leben Jesu erleben wir die Hoffnung der Welt, die Hoffnung für die Zukunft.


Deswegen brauchen wir keine „Katakombenchristen“ zu sein; was bedeutet: sich als Christen zu verstecken und sich aus der Welt heraushalten; sondern unser Auftrag ist, dass wir uns in den christlichen Fragen und Werten der Welt einmischen, in eine Welt der Kulturen und Religionen, Weltanschauungen Traditionen, in dem wir Jesus als Gottes Gegenwart und als Hoffnung der Welt erfahren, um eine zukunftsfähige Menschheit aufzubauen. Diese Erfahrung Gottes lehnt alle Arten von Fundamentalismus ab, weil Emmanuel: Gott mit uns, die Liebe Gottes selber ist. Die Geburt Jesu ist ein Zeichen der Großzügigkeit Gottes, Zeichen der Liebe Gottes zu uns Menschen. Wenn Gott an Weihnacht sich uns schenkt, sich offenbart und seine Liebe zu uns spürbar macht, dürfen wir diese Erfahrung weiter geben, für den Erhalt der Schöpfung, für die Mitmenschen, für die Tiere, die Pflanzen, für Wasser und die Luft. In den Kulturen, Religionen und Traditionen. Jesus als Gott mit uns , können wir in allen Erfahrungen und Ereignissen im eigenen Leben und im Leben der Welt als Gottes Offenbarung und Gottes Wege finden. Weihnacht als Fest der Geburt des Erlösers möge uns ermutigen seine Botschaft der Liebe zu erfahren und weiter zu vermitteln.

Kleinkinder-Christmette


Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.
Amen.
Die Freude der Weihnacht und der Friede des menschgewordenen Gottessohnes sei mit Euch!
Liebe Kinder, liebe weihnachtliche Festgemeinde!
Am heutigen Heiligen Abend heiße ich Euch, liebe Kinder, und Sie, liebe Eltern, Großeltern und Angehörige, ganz besonders herzlich Willkommen. Bei Gott und in der Gemeinde Hl. Familie sind alle mit Freude eingeladen. Heute feiern wir das größte Fest des Jahres. In diesem Gottesdienst wollen wir uns daran erinnern, wie Jesus als kleines Kind auf die Welt gekommen ist. Er hat der Welt den Frieden gebracht. Er liebt uns und begleitet uns in unserem Leben. Er schenkt uns Freude, Glück und Frieden. Wir wollen nun zu diesem Jesuskind beten, das uns die Liebe und die Freude von Gott und Himmel gebracht hat.
Gebet
Gütiger Gott, Jahr für Jahr erwarten wir voll Freudedas Fest der Geburt Jesu. Gib, dass wir deinen Sohn von ganzem Herzenals unseren Retter und Heiland aufnehmen,Er, der in der Einheit des Heiligen Geistesmit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Lied
Ansprache:
Liebe Kinder, liebe Gemeinde,
Im Krippenspiel haben wir erfahren, wie Jesus geboren wurde und wo Jesus geboren wurde. Keiner hat Jesus eine Herberge angeboten. Nach langer Suche haben Maria und Josef einen Stall für die Übernachtung gefunden. Jesus ist in diesem einfachen Stall geboren. Die Geburt Jesu war die erste Weihnacht. Die erste Weihnacht wurde in einem einfachen Stall mit Kühen, Schafen und Haustieren gefeiert.
Jesus ist der König aller Menschen. Jesus ist der Heiland. Er ist in einem sehr einfachen Stall geboren. Einfache Hirten vom Feld haben ihn besucht. Jeder durfte zu Jesus kommen. Die Hirten hatten keine Geschenke für Jesus, weil sie nichts hatten. Mit Freude sind sie gekommen, weil sie zuerst über das größte Geschenk Gottes für die ganze Welt erfahren haben. Jesus ist das größte Geschenk Gottes. Sehr einfache arme Hirten haben Gott die Nachricht über dieses Geschenk Gottes durch die Engel gegeben.
D.h. je mehr wir einfach und unkompliziert werden, desto mehr wird Gott uns über sich offenbaren. Deswegen hat Jesus einmal gesagt, lasst die Kinder zu mir kommen.
Liebe Kinder, liebe Gemeinde, so sind wir alle heute zu Jesus gekommen, weil wir die Nachricht bekommen haben, dass wir in Jesus von Nazareth Gott erfahren können. Jesus ist Immanuel. Immanuel bedeutet Gott ist mit uns. In Jesus erfahren wir, Gott ist mit uns. Es wird auch bei uns Weihnacht, wenn wir erfahren werden, Gott ist mit uns.
Mit dieser Freude dürfen wir dieses Jahr Weihnacht feiern. Gott ist mit uns. Er begleitet uns auf allen Wegen. So können wir mit Zuversicht durch das Leben gehen und brauchen uns vor nichts zu fürchten.

3. Advent


Predigt 3. Adventssonntag 12.12. 2010

Johannes der Täufer und Jesus sind miteinander verwandt. Die Eltern von Johannes und die Mutter Jesu kennen sich gut. Das Evangelium berichtet sogar über den Besuch Marias bei den Eltern des Johannes. Es gab Überraschungen, Ähnlichkeiten und besondere Freude bei der Geburt von Jesus und von Johannes. Die Tätigkeiten von Johannes der Täufer und von Jesus zeigen auch Ähnlichkeiten. Beide haben Jünger, beide verkünden die Botschaft Gottes, beide gelten als Wanderprediger, beide haben einen einfachen Lebenstil. Johannes der Täufer und Jesus wollen die Menschen zu Gott führen, die Menschen in ihrer Menschlichkeit vertiefen und alle Menschen als Kinder eines einzigen Gottes anerkennen und erfahren lassen. Nun gibt es die Frage, wer welche Stellung bei Gott hat, wer ist Johannes der Täufer, wer ist Jesus von Nazareth

Jesus hat sich zu Beginn seiner Tätigkeit von Johannes taufen lassen. Alle Besonderheiten dieser Taufe und Offenbarungen verbunden mit der Taufe Jesu hat Johannes selber erfahren. Trotzdem sendet Johannes seine Jünger zu Jesus und er lässt sie fragen, ob Jesus der Messias sei, der kommen soll. Oder solle er auf einen Anderen warten. Johannes möchte von Jesus hören, ob seine Erwartungen und die Erwartungen des ganzen Volkes Israel in Erfüllung gegangen seien. Mit der gleichen Frage wurde Johannes auch einmal selber konfrontiert. Als Johannes predigte und die Leute taufte, überlegten sich die Leute, ob Johannes der Messias sei. Johannes aber kannte genau seine Rolle und deswegen sagte er den Leuten, dass er nicht der Messias sei, sondern derjenige, der mit Wasser tauft und den Weg für den Messias vorbereitet, der mit dem heiligen Geist tauft.

Johannes war sich nicht sicher, ob Jesus der Messias sei. Jesus aber gibt keine direkte Antwort. Jesus verlangt, Johannes zu berichten was geschehen ist. Aus den Ereignissen, die mit Jesus geschahen und aus der Erfahrung mit ihm sollten die Leute erkennen wer Jesus sei. Gleichzeitig bestätigt Jesus die Rolle von Johannes der Täufer, als einem der für das Kommen des Messias die Leute vorbereitet. Jesus bestätigt auch die Wichtigkeit des Johannes, er bezeichnet ihn als der größte Mensch auf der Erde.

Aus dieser Begegnung zwischen Jesus und den Jüngern des Johannes und den Worten Jesu wird deutlich, dass wir alle aus unseren persönlichen Erfahrungen mit Jesus wissen können, wer Jesus ist.

In der Adventszeit erwarten wir das Kommen Jesu. Wie Sterndeuter durch die Sterne zu Jesus geführt wurden, werden wir durch unsere Erfahrung mit Jesus, mit seinen Worten und Taten, zu Jesus geführt. Alle Vorbereitungen in der Adventszeit und alle Feiern in dieser Zeit können uns dabei helfen, dass wir Jesus als unseren Erlöser und Heiland erfahren. In Jesus ist unsere Hoffnung. Auf ihn warten wir im Advent.

2. Advent


Einleitung:
Zum Gottesdienst am zweiten Adventssonntag, an dem wir gleichzeitig unser Patrozinium feiern, begrüße ich alle Mitfeiernde und besonders unsere Erstkommunionkinder des kommenden Jahres, die ihre Vorbereitung zur Erstkommunion mit der Adventszeit begonnen haben. Die erste Vorbereitung geschieht mit der Freude auf die Geburt Christi und auf das Weihnachtsfest und danach beginnen wir mit den Gruppenstunden im Januar. Ich begrüße auch ganz herzlich die Mitglieder unseres Kirchenchores, die heute zum erstenmal mit der neuen Kirchenmusikerin Frau Binai den Festgottesdienst musikalisch mit gestalten werden.
Am zweiten Adventssonntag begegnen wir im Evangelium eigentlich Johannes dem Täufer. Wegen unseres Patroziniums hören wir aber die Lesung vom Fest Maria Empfängnis.
Johannes hat sich in die Einöde zurückgezogen, aber die Menschen strömen zu ihm.Wir hören ihn sagen:Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!Wir kennen Wege, die ins Leere gehen, verlorene, verdunkelte Wege.Jesus will uns auf unseren Wegen entgegenkommen. Darum bitten wir ihn:


Predigt
Am zweiten Adventssonntag hören wir im Evangelium den Bericht über Johannes der Täufer, der den Weg für die Person Jesu und für die Botschaft Jesu vorbereiten sollte und es getan hat. Johannes der Täufer wurde von Jesus als der größte Mann des Alten Testamentes, (der von einer Frau geboren wurde), bezeichnet. Am 06. Dezember feiern wir den Nikolaustag, der als Bischof die Botschaft Jesu verkündete und vorlebte und uns jedes Jahr besucht und aufruft, dass wir als gute Christen und gute Menschen leben sollen. Am 08. Dezember feiern wir das Fest der unbefleckten Empfängnis Maria.

Weil die Gottes Mutter Maria Schutzpatronin unserer Kirche ist, feiern wir heute unser Patrozinium.

Johannes der Täufer, der Hl. Nikolaus und die Gottesmutter Maria sind drei wichtige Persönlichkeiten, drei wichtige Heiligen, die mit Jesus sehr verbunden gelebt haben. Der Hl. Nikolaus hat die Botschaft Jesus mit viel Liebe und Eifer verkündet, Johannes der Täufer hat Jesus größer als sich selber dargestellt und sogar seine Jünger zu Jesus geschickt oder Jesus anchfolger lies, Maria hat Jesus von der Empfängnis, über die Geburt bis zum Tod begleitet und ebenso seine Jünger nämlich die Christen. Als Mutter aller Christen und als Mutter der Kirche wird sie uns immer begleiten und unsere Fürsprecherin sein. Aus diesem bedeutenden Grund feiern wir diese Heiligenfeste in vielen Pfarrgemeinden in besonderer Weise. Eine Nikolausfeier fand in unserer Gemeinde am letzten Freitag Nachmittag für die Kinder statt. Nur bei wenigen Heiligen wird der Tag der Geburt gefeiert. So feiern wir den Geburtstag von Johannes der Täufer am 24. Juni, den Geburtstag von Maria, der Mutter Gottes, am 08. September und den Geburtstag Jesu am 25. Dezember, auf den wir uns alle jetzt in der Adventszeit vorbereiten.

Am Patrozinium sollen wir zurückblicken auf die Wege die wir im Glauben gegangen sind und voraus zu schauen versuchen, die Wege die wir gehen wollen. Manche Gotteserlebnisse in der Vergangenheit und manche Hoffnungen für die Zukunft werden uns ermutigen und manche Enttäuschungen der Vergangenheit und manche Sorgen über die Zukunft können wir durch unsere Patronin Maria, die Mutter Gottes, in die Hände Gottes legen. Wenn wir Gott und seine Erfahrung in uns und unserer Glaubensgemeinschaft suchen; dann wird er uns in die Fülle seiner Gegenwart führen.

In der Adventszeit ist die Szene der Erfahrung Marias bei der Verkündigung des Engels für unseren Glauben und unser alltägliches Leben von großer Bedeutung. Der Engel hat Maria gesagt, sie solle sich nicht fürchten. Maria hat bei Gott Gnade gefunden. Gott hat Maria besonders erwählt und ihr gezeigt, dass er sie sehr liebt. Die Ankündigung über die Geburt Jesus ist das Zeichen der besonderen Liebe Gottes zu Maria und zu uns allen. Die Haltung Maria ist wichtig. Sie sagte: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe wie du es gesagt hast. Sie lässt sich vollkommen in den Händen Gottes und vertraut, dass Gott sie schützt und in die weite der Erfahrung Gottes führen will. Jesus hat uns durch seine Worte, Zeichen und sein Leben verkündet und vorgelebt, dass Gott alle Menschen liebt und schützt wie Gott es an Maria getan hat. Alle Menschen dürfen, wie Maria sagen, mir geschehe, wie du es gesagt hast.

Johannes der Täufer und Maria standen Jesus nahe, durch Verwandtschaft, Zusammenarbeit und Zusammenleben. Sie sind uns Vorbilder für unser christliches Leben. Der Hl. Nikolaus war auch ein treuer Nachfolger Jesu in Worten und Taten. Die Gedenken dieser Heiligen und die Feier unseres Patroziniums können uns helfen, die Adventszeit als eine ruhige Vorbereitungszeit für die Weihnacht werden zu lassen und in Jesus, der Hoffnung der Welt, auch Hoffnung für unser Leben zu erfahren

Samstag, 27. November 2010

1. Advent n2010


Evangelium vom 1. Adventssonntag, Lesejahr A: Mt 24,37-44

Im Evangelium hörten wir einen Abschnitt über das Kommen des Menschensohnes und auf das Warten auf den Menschensohn mit Wachsamkeit. Der Menschensohn kommt zu einer unerwarteten Zeit. Wir sollen nicht wie die Menschen in der Zeit von Noah sein, die achtungslos auf die Worte Gottes mit essen, trinken, feiern und Handeln die Zeit verbracht haben. Wir sollen wachsam sein und uns achtsam auf das Kommen Jesu vorbereiten. Das ganze christliche Leben ist eine Zeit des Wartens und des Hoffens auf das Kommen des Menschensohnes. Der Menschensohn ist Jesus Christus. Wir warten auf die Ankunft Jesus Christus.

Die Hoffnung, dass Jesus wiederkommen wird, hat die Christenheit immer ermutigt, besonders in schwierigen Zeiten ihrer Geschichte mit Hoffnung und Zuversicht das Evangelium zu verkünden. In den ersten Jahrhunderten waren diese Gedanken über das Kommen Jesu sehr wichtig, weil die Christen damals verfolgt wurden. Später wurden diese Gedanken über die Wachsamkeit eher auf das Leben und die Gestaltung des Lebens der einzelnen Menschen gerichtet.

Jedes Jahr hören wir zu Beginn des Advents diesen Abschnitt des Evangeliums über das Warten und die Hoffnung der Christen auf das Kommen Jesus, und über die Wachsamkeit, weil der Advent eine Zeit des Wartens auf Christus ist. Die Juden haben auf Jesus gewartet und auf Jesus gehofft, dass der Messias kommen wird und der Messias den Frieden und die Freiheit bringen wird. Die Juden haben auf die Freiheit und den Frieden von der Besatzung durch die Römer gewartet und gehofft; aber Jesus brachte den Menschen einen inneren Frieden und die Freiheit der Kinder Gottes.

Im Advent warten wir auf das erste Kommen Jesu. Jesus ist geboren in Bethlehem als Gottes Gegenwart auf der Erde. Seine Geburt war eine große Freude für die ganze Menschheit, weil durch die Geburt Jesu mehr Frieden, mehr Hoffnung und mehr Liebe in die Welt kam. Frieden, Hoffnung und Liebe wünschen sich alle Menschen und alle Völker. Die Zeit der Vorbereitung auf das Kommen Jesu in der Adventszeit, ist für uns eine Zeit der Freude, weil wir durch die Feier des Geburtstages Jesu an Weihnachten mehr Friede in der Welt und in der Familie erwarten. Diese Botschaft ist auch heute von großer Bedeutung. Wir alle brauchen mehr inneren Frieden, mehr Erfahrung der Liebe und Geborgenheit, mehr Hoffnung in den Schwierigkeiten des Alltags.

Wir denken, manchmal, dass wir Frieden haben und vielleicht manche Anderen keinen Frieden haben. Was ist dann der Friede. Frieden ist Harmonie. Wenn alles gut zusammenpasst, gibt es Harmonie. Wo Gott Gegenwart ist, wo Gottes Botschaft ernst genommen wird, wo Gottesliebe gesucht und erfahren wird, dort gibt es Frieden, mehr Harmonie, mehr Liebe.

Im Advent suchen wir Gottes Gegenwart, Gottes Nähe, Gottes Botschaft für uns Menschen. Für die Wochen des Advents wünschen ich Ihnen und mir selbst, mehr Ruhe, Zeit und Gelassenheit, Gott zu suchen und ihn und seine Botschaft zu erfahren.

Samstag, 20. November 2010

Christkönigssonntag2010


Evangelium vom Christkönigssonntag, Lesejahr C: Lk 23,35-43 Predigt
Heute ist der letzte Sonntag im Jahreskreis der Kirche. Am nächsten Sonntag beginnen wir die Adventszeit mit der Feier des ersten Adventssonntages und mit der Anzündung der ersten Adventskerze. Am letzten Sonntag im Jahreskreis verehren wir Jesus als König der Welt. Am ersten Sonntag des Advents beginnt die Erwartung des Kommens von Jesus, der König, der Retter der Welt. An beiden Sonntagen, dem letzten Sonntag im Jahreskreis und dem ersten Sonntag im Advent denken wir an Jesus, der als König kommt oder als König sein Leben gestaltet hat.

Wir erfahren ein Paradox in diesem Verständnis und der Vorstellung Jesus als König. Heute haben wir im Evangelium gehört, dass gefragt wurde, ob er der Messias sei. Er wurde als König der Juden ausgelacht. Die Soldaten haben ihn verspottet und wie einen Verbrecher behandelt. Im Advent hören wir die Ankündigung über die Geburt dieses Königs. Wir hören in der Ankündigung der Engel des Herrn von den Erwartungen der Völker über das Kommen des Messias, des Königs. Die Botschaft, dass in der Stadt Davids ein Retter geboren sei, ist die Erfüllung der Erwartungen von tausenden Juden.

Es gibt einen großen Unterschied zwischen der Erwartung der Völker über den Messias und die Erfahrung Jesu als König. Die Juden hatten einen weltlichen Herrscher und Retter aus der Besatzung der Römer erwartet. Jesus kam aber nicht nur als König der Juden, sondern als König aller Menschen. Er war kein weltlicher Herrscher. Er predigte Frieden, Liebe und Gerechtigkeit. Den Armen, Ausgestoßenen, Kranken und den Notleidenden hat Jesus Frieden und die Liebe gepredigt.

Jesus hat durch sein Leben gezeigt, dass wir Macht und Herrschaft, königliche Paläste, Soldaten und schwere Waffen nicht brauchen, um König zu sein und um uns mit Einfluß verändern zu können. Kein Mensch hat die Welt so verändert wie Jesus. Keine Botschaft wurde von allen Menschen so angenommen wie die Botschaft Jesu. Sogar die Gegner Jesu haben akzeptiert, dass die Botschaft Jesu den Menschen gut tut. Kein Anhänger anderer Religionen hat bisher die Botschaft Jesu abgelehnt. Jesus ist für alle Menschen der größte Mensch aller Zeiten.

Für uns ist Jesus aber viel mehr als ein Mensch. Wir haben es erkannt, dass in Jesus sich Gott selber offenbart. Aus der Erfahrung der Offenbarung Gottes in Jesus sind wir überzeugt, dass Jesus mit Recht von allen Menschen als große Persönlichkeit verehrt wird. Wir erfahren in jeder Feier der Eucharistie, dass in Worten, Taten und im Dasein Jesu die Gegenwart Gottes selber da ist und wir in der Gegenwart Gottes, Geborgenheit, Frieden und Liebe erfahren. In Gott selber hinein tauchen zu können und dadurch den wahren Sinn des Lebens finden zu können, ist der Grund warum wir zu Jesus kommen, seine Worte hören und versuchen zu tun wie Jesus alles gehandelt hat.

Die Feier des letzten Sonntages im Jahreskreis und die Woche auf den ersten Sonntag im Advent können uns wieder mehr das Bewusstsein geben, in unserem Reden, Handeln und Dasein Gott zu erfahren und seine Gegenwart zu vermitteln. Advent sollte keine hektische Zeit werden, sondern eine ruhige Zeit, eine Zeit das Leben genießen zu können und im Leben Gott zu finden und zu erfahren.

Sonntag, 14. November 2010

Zeichen der Endzeit


Evangelium vom 33. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C: Lk 21,5-19

Im Evangelium redet Jesus über die Endzeiten. Einmal wird die Welt zu Ende gehen. Das Ende bedeutet keine totale Vernichtung, sondern eine Verwandlung. Die Zeichen dieser Endzeiten und Verwandlungen sind auch von Jesus bekannt gegeben.


Diese Endzeiten in der Bibel können auch im Zusammenhang mit der Endzeit und Verwandlung einzelner Menschen und eines einzelnen Volkes verstanden werden. Zum Beispiel die Endzeitenrede in der Bibel ist mit der Endzeit des jüdischen Volkes in Jerusalem, mit der Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahr 72 nach Christus, mit dem Verlieren der jüdischen Heimat im nahen Osten eng verbunden. Ähnliche Endzeiten können verschiedene Menschen und Völker in ihrem eigenen Leben und in der eigenen Kultur erleben.


Der erste und der zweite Weltkrieg, verschiedene Kriege in der Geschichte, haben die Endzeiten verschiedener Völker, Ideologien, Kulturen angekündigt oder Endzeiten verursacht. Naturkatastrophen oder Krankheiten haben ebenso manches vernichtet. Solche Verursachung durch Krieg oder Naturkatastrophen sind in Europa, Amerika, Asien, Australien und Afrika eine Realität gewesen und bleiben Realität auch in der heutigen Zeit.

Die Zeichen der Endzeiten in der Bibel sind Krieg, Naturkatastrophen, Streit oder Hungersnöte. Schreckliche Erfahrungen mit der Natur, einem Planeten oder mit Menschen können auch Zeichen der Endzeit sein.

Diese Erfahrungen der Zeichen der Endzeit hat die Menschheit oft erlebt. Wir haben selber in den letzten Jahren viele Zeichen aus dieser Liste erlebt und wir erleben es immer wieder und fürchten eine Endzeit. Manchmal haben wir gesehen, dass diese Endzeit mit dem Grund vieler hier genannten Ereignisse für viele Menschen Wirklichkeit wurde. Es könnte auch für uns eine Wirklichkeit sein. Wir sind über viele Jahre von Gott gesegnet und geschützt gewesen. Weder große Naturkatastrophen, Krankheiten noch Krieg mussten wir in den letzten Jahren erleben. Daher können wir sehr dankbar sein.

Gleichzeitig können wir aus den Warnungen und Mahnungen Jesu in der Bibel lernen, dass wir unseren Beitrag leisten sollen um uns und die Welt zu schützen vor Ausbeutung und Zerstörung. Kriege, Naturkatastrophen und Krankheiten können wir vermeiden, wenn wir naturfreundlich, umweltschützend, menschenfreundlich und gottgläubig leben.


Die Warnungen und Mahnungen Jesu sind kein Grund um uns zu erschrecken, sondern sie sind Ermutigungen entsprechende Maßnahmen im Leben zu ergreifen, damit die Natur, Menschen und Tiere friedlich und harmonisch weiter gut leben können.

Die Endzeitenreden Jesu sind Worte der Ermutigung und Worte, die unseren Glauben stärken und unser Leben ändern können.

Montag, 1. November 2010

Allerseelengottesdienst 2010

Begrüßung
Am 02.11.1930, genau vor 80 Jahren wurde der Grundstein für unsere Pfarrkirche gelegt. In den letzten 80 Jahren wurden viele Gläubige in dieser Kirche getauft, getraut und im Trauergottesdienst verabschiedet. Heute wollen wir besonders der verstorbenen Mitglieder unserer Pfarrgemeinde im Gottesdienst gedenken und für sie beten. Wir mussten im vergangenen Jahr 78 Mitglieder unserer Gemeinde zu Grabe tragen. Wir werden die Namen der Verstorbenen lesen und für Jeden und Jede eine Kerze anzünden.


Evangelium vom Gedenktag Allerseelen, 2. Messformular: Joh 14,1-6

Predigt.

Liebe Schwestern und Brüder,

heute sind Sie in die Kirche gekommen zum Gedenken an Ihre lieben Verstorbenen und für sie zu beten. Der Gedanke über den Verlust und die Trauer überwältigen oft die Gefühle. Der Tod nach einem erfüllten Leben können wir eher akzeptieren; aber der Verlust eines jungen Menschen bleiben uns immer wie ein Rätsel. Wir wollen in dieser Stunde alle unsere Fragen und Zweifel unserem lieben Gott anvertrauen und uns bei ihm Trost und Zuversicht holen.

Unsere verstorbenen Mitglieder der Gemeinde waren unterschiedlichen Alters und sind aus unterschiedlichen Gründen verstorben. Aber alle sind die Wege des Glaubens gegangen und haben die Verheißung Christus erreicht. Weil sie als Christen gelebt haben und im Glauben der Auferstehung verstorben sind, gedenken wir ihrer im Gottesdienst, in dem wir die Geheimnisse des Lebens Christi feiern.

Der Evangeliumsabschnitt, den wir eben gehört haben, ermutigt uns zu hoffen, dass Gott uns alle heimrufen wird, wenn er uns unsere Plätze in seinem Vaterhaus vorbereitet hat.
Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt:Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe,komme ich wieder und werde euch zu mir holen,damit auch ihr dort seid, wo ich bin.
Die Verstorbenen sind von Gott früher heimgerufen, weil Christus für sie Ihre Plätze schon vorbereitete. Wir warten bis wir an der Reihe sind. Daher sind die Verstorbenen nicht die Verlorenen, sondern die Vorausgegangenen und die voraus Auserwählten, deren Weg wir auch folgen werden. Deswegen ist der Tod nicht nur ein Anlass zu trauern, sondern auch ein Anlass zu hoffen und zu beten. Der Tod unserer Lieben kann uns bewegen an unser eigenes Lebensende zu denken und unsere Beziehung mit Gott zu überdenken.
Der Anlass des heutigen Gedenkengottesdienstes kann auch ein Dankgottesdienst sein für die guten Erfahrungen die wir mit unseren lieben Verstorbenen gemacht haben und für alles was sie für uns gewesen sind und getan haben. Wenn Dankbarkeit und Liebe unsere Gedanken einnehmen, wird die Trauer und das Gefühl des Verlustes kaum noch Raum haben. Weil wir mit Gott, seinen Engeln, allen Heiligen und mit unseren lieben Verstorbenen verbunden leben, müssen wir nicht einsam verschlossen und verbittert sein. Die Lebenden und die Verstorbenen gehören dem Reich Gottes.
So wollen wir die Worte Jesu beherzigen und wahr nehmen: „ Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“

Sonntag, 31. Oktober 2010


Evangelium vom 31. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C: Lk 19,1-10
Predigt
Die Geschichte des kleinen Zachäus, die wir eben im Evangelium hörten, ist uns allen gut bekannt. Zachäus steigt auf einen Maulbeerbaum um Jesus zu sehen. Zachäus als Zöllner ist ein öffentlicher Sünder in der jüdischen Gesellschaft. Wegen seinem Beruf hat er sich unbeliebt gemacht und durch ungerechte Wege Geld und Luxus gesammelt. Als Zöllner wollen die Leute ihn eigentlich nicht sehen und er will auch mit der Bevölkerung kaum Freundschaft pflegen oder sich bei der Bevölkerung sehen lassen, sondern nur Zoll kassieren für die Römer und für sich. Obwohl er kein gut angesehener und beliebter Bürger war, lässt er sich bei allen blicken, als er vor einer großen Menge von Menschen auf einen Maulbeerbaum steigt um Jesus zu sehen. Als Zachäus Jesus sehen wollte, hat er sogar vergessen, dass er sich durch sein Aufsteigen auf einen Baum lächerlich macht. Ein reicher Zöllner auf einem Baum in der Straße. Aber der Wunsch Jesus zu sehen hat ihn so bewegt, dass er alles andere vergessen hat.
Woher wurde in Zachäus dieser Wunsch geweckt. Das Hören über Jesus, die Unruhe in seinem eigenen Leben und die innere Suche nach einer Möglichkeit gerecht zu handeln, die Gnade Gottes, die jeden Mensch ruft oder die Umgebung die von Jesus berührt und bewegt war? Es ist nicht entscheidend, wie und warum Zachäus auf einen Baum stieg um Jesus zu sehen und sich von ihm berühren zu lassen. Es ist entscheidend, dass Zachäus den Ruf Jesus gehört hat und bereit war diesem Ruf zu folgen, Schritte dafür zu machen und wichtige, konsequente Entscheidungen zu treffen, da wo es nötig war. Er war bereit zurück herab zu steigen und umzukehren um Jesus in seinem Haus einkehren zu lassen. Wenn Jesus nach Hause kommt, ist Jesus der Herr des Hauses. Dann wird alles nach den Kriterien und Werten Jesu gerichtet, wie Zachäus es gemacht hat. Seine Entscheidung die Hälfte seines Vermögens den Armen zu geben, und von dem zu viel geforderten Geld das Vierfache zurück zu geben, zeigt, dass Zachäus wirklich ein neuer Mensch geworden ist.

Jesus lädt jeden von uns ein, ein neuer Mensch zu werden wie Zachäus und kleine und große Veränderungen nach den Kriterien Jesu im Leben zu machen, damit wir seine Jünger bleiben. Was wir brauchen ist Mut, zu Jesus zu kommen und ihn einzuladen, seine Wege zu kennen und das Geheimnis seiner Botschaft zu erleben. Durch die Feier der Eucharistie und die Teilnahme am Leben mit der Gemeinde Jesu können wir immer wieder neu ermutigt werden zu Jesus zu halten und ihn in der Welt zu vertreten.

Sonntag, 24. Oktober 2010

Weltmissionssonntag 2010


Begrüßung

Geh und handle genau so, unter diesem biblischen Leitwort steht der heutige Sonntag der Weltmission.
Genau vor 100 Jahren nämlich am 26. Aug. 1910 wurde Mutter Teresa in Mazedonien als Tochter albanischer Eltern geboren. Anläßlich des hundertsten Geburtstages der in 2003 selig gesprochenen Mutter Teresa lädt Missio uns ein, uns vom Vorbild dieser Ordensfrau und vielen tausend Ordensfrauen in Indien anstecken zu lassen. In der Predigt werde ich mehr auf das Leben von Mutter Teresa eingehen. Die Kollekte dieses Sonntages der Weltmission ist für die Verbreitung des Evangeliums in Asien, Afrika und Lateinamerika bestimmt. Durch unsere Spenden zeigen wir unser Interesse für die Verkündigung des Wortes Gottes und für Taten der Nächstenliebe. Mutter Teresa hat vorbildlich den christlichen Glauben durch Taten der Nächstenliebe die Gläubigen, Andersgläubigen und die Nichtgläubigen spüren lassen.

Predigt

Mutter Theresa wurde am 26.Aug. 1910 in Mazedonien geboren. Mit 18 Jahren ging sie nach Dublin, absolvierte dort das Noviziat und trat in die Ordensgemeinschaft der Loretto Schwestern ein. 1930 kam sie nach Darjiling in Indien und unterichtete Geographie und Geschichte 15 Jahre lang in der dortigen Schule. 1948 verließ sie ihre Ordensgemeinschaft und gründete ein Jahr später die „Gemeinschaft der Missionarinen der Nächstenliebe“. Danach kümmerte sie und ihre Gemeinschaft sich um die Alten, Sterbenden, Kranken und um heimatlose und verwaiste Kinder. Im Jahr 1979 bekam sie den Friedensnobelpreis, 1997 starb sie im Alter vom 87 Jahren und 2003 wurde sie selig gesprochen. Dieses Jahr wäre der "Engel von Kalkutta" wie sie auch genannt wurde, hundert Jahre alt geworden.

Viele Menschen aus allen Völkern, Nationen, Kulturen und Religionen sind von Mutter Teresa fasziniert. Mutter Teresa hat das Gebot der Nächstenliebe durch ihre Taten für die ausgegrenzten, entrechteten und kranken Menschen praktiziert; mit ihren Mitschwestern wirkte sie zunächst in Kalkutta und danach in vielen Nationen der Welt. Sie hat ihren Glauben an Gott, die Liebe zu Christus und den Auftrag für die Verkündigung des Evangeliums dadurch vollkommen vollendet. Entwicklungsarbeit als Verkündigung und die Verkündigung als Entwicklungsarbeit war in ihrer Tätigkeit deutlich spürbar. Ihre Arbeit wurde stets vom täglichen Gebet begleitet. Die tägliche Anbetung der Eucharistie und ein Leben in der Gemeinschaft waren für sie sehr wichtig. Mutter Teresa hat ihren christlichen Glauben mit sozialer und humanitärer Tätigkeit untrennbar verbunden bezeugt und gelebt.

Vor 10 Jahren habe ich die Einrichtungen von Mutter Teresa in Kalkutta besucht. Ich konnte feststellen, dass in dieser Großstadt mit mehreren Millionen Menschen Mutter Teresa mit ihrem Wirken ein Zeichen der Hoffnung war für viele Arme, Kranke, Alte, Sterbende und Kinder. Diese Hoffnung wurde dann auf andere Länder und Kontinente ausgebreitet. Sie forderte nicht zuerst von anderen, von Politik und Gesellschaft, die Lebensbedingungen zu verbessern, sondern machte selbst den ersten Schritt. Am Weltmissionssonntag dieses Jahres möchte das internationale katholische Missionswerk, Missio, Mutter Teresa als Vorbild missionarischer Tätigkeit darstellen. Zusammen mit Mutter Teresa betrachten wir die Arbeit von vielen Ordensfrauen weltweit als selbstlose Hingabe für die Verbreitung des Evangeliums in Glauben, Gebet und Taten der Nächstenliebe. Vielleicht können wir selber nicht so leben und für die Notleidenden tätig sein wie Mutter Teresa und viele Ordensschwestern. Aber die lebendige Erinnerung an Menschen wie Mutter Teresa und viele Ordensfrauen können uns an unseren Auftrag als Christen erinnern, sie brauchen unsere Unterstützung und unseren Rückhalt.


Besonders in den Ländern, wo die Christen eine Minderheit sind, ist die Unterstützung von uns als Mitchristen von großem Wert. Nur durch unsere Mitfinanzierung können Ordensfrauen und -männer ihr Zeugnis des Glaubens durch Taten der Nächstenliebe und Zeichen der Christenheit mit dem Bau von Kirchen und Ordenseinrichtungen und durch Aufbau der lebendigen Gemeinden schaffen.


So wollen wir unsere Solidarität zeigen und die Kollekte dieses Sonntages an Missio spenden, die die Projekte sorgfältig prüfen und unsere Spenden weiterleiten.


Kircheweihe 2010




Kirchweihe 2010
Einleitung in Heilige Familie:

Zum heutigen Gottesdienst am Kirchweihfest begrüße ich Sie ganz herzlich. Einmal im Jahr danken wir Gott besonders für unser Gotteshaus, das vor 79 Jahren gebaut wurde. Wir bitten Gott, dass er uns und unsere Kirche schützt und vielen Menschen in der Kirche ein Ort der Ruhe und des Gebetes anbietet.

Einleitung in Maria Immaculata
Zum heutigen Gottesdienst zum Kirchweihfest begrüße ich Sie ganz herzlich. Einmal im Jahr danken wir Gott besonders für unser Gotteshaus, das vor 51 Jahren gebaut wurde. Wir feiern heute auch den Abschlussgottesdienst der Kinderbibelwoche. Ich danke allen Kindern die teilgenommen haben. Wir bitten Gott, dass er uns und unsere Kirche schützt und vielen Menschen ein Ort der Ruhe und des Gebetes anbietet.




Predigt
Liebe Gemeinde,
heute feiern wir das Kirchweihfest. Wir feiern den Jahrestag der Weihe unserer Pfarrkirche. Es ist 79 Jahre her, dass die Harlachingerinnen und Harlachinger ihr wunderschönes Kirchengebäude vollendet haben. Das war für sie ein besonderer Grund zu feiern, wie jede Pfarrei die Einweihung eines eigenen Gotteshauses feierte. Es ist klar, dass zu einem Fest neben den geistlichen und spirituellen Aspekten auch das leibliche Wohl dazu gehört. So entwickelte sich das weltliche Brauchtum zusammen mit dem Kirchweihfest. Seit dem 9. Jahrhundert gingen aus dem Kirchweihfest auch Jahrmärkte in Deutschland hervor. Wir verbinden heute in unserer Pfarrei, mit dem Kirchweihfest unser Weinfest. Wir genießen die Gemeinschaft beim Essen und Trinken während unserer Bemühungen um ein Leben nach dem Sinne des Evangeliums.



Wenn wir an unsere Pfarrkirche denken, ist es nicht übertrieben, wenn ich sage, dass die Pfarrkirche dem Stadtteil ihr Gesicht gibt. Ohne die Kirche und das Kirchengebäude hätte Harlaching bedeutend weniger an Tradition und Kultur. Unser Kirchengebäude wurde im zweiten Weltkrieg zerstört, aber mit dem Einsatz vieler Menschen nach altem Vorbild wieder hergestellt. (Für Immac: Unser Kirchengebäude wurde nach dem zweiten Weltkrieg gebaut)
Hunderte Menschen wurden in dieser Kirche getauft, getraut, feierten ihre Erstkommunion und erhielten dort die Spendung der Firmung. Viele tausend Verstorbene wurden hier im Trauergottesdienst verabschiedet. Tausende Menschen haben in dieser Kirche Gott erfahren, sie konnten ihre Hoffnung stärken, ihren Glauben vertiefen oder sie fanden in Not und Enttäuschung wieder Zuversicht und Kraft. Viele Priester und Laien haben in dieser Kirche verschiedene Dienste geleistet, die Kirche mit Blumen geschmückt, dem Priester am Altar gedient, den Gottesdienst an der Orgel begleitet, Kerzen gespendet und das Geheimnis des Lebens und des Sterbens erlebt. Heute noch bleibt unsere Pfarrkirche das wichtigste Gebäude für die meisten Menschen in Harlaching. Die Steine dieses Gotteshauses hätten viel zu reden. Die Architektur dieses Hauses kann Geschichten erzählen. Die Malereien und die Figuren und der Schmuck dieser Kirche könnten erzählen von den Traditionen und Geschichten des Ortes. So dürfen wir uns heute am Kirchweihtag freuen über die Zugehörigkeit zur Pfarrgemeinde.


Anlässlich des Kirchweihfestes kann ich auch meinen 50. Geburtstag feiern. Das freut mich besonders, weil ich seit meiner Kindheit mit der Kirche sehr verbunden aufgewachsen bin. Als kleines Kind durfte ich oft in die Kirche gehen, mit 10 Jahren habe ich begonnen fast jeden Tag zu ministrieren und mit 15 Jahren bin ich in das Knabenseminar eingetreten. Mit 19 Jahren verpflichtete ich mich als Ordensmann und mit 28 Jahren empfing ich die Priesterweihe. 22 Jahre bin ich nun als Priester tätig, davon15 Jahre in Deutschland zunächst als Kaplan und später als Pfarrer. Ich bin sehr dankbar für viele nette Menschen, denen ich im Leben begegnet bin und die mich im Gebet begleiten und meine Arbeit unterstützen. Ich schaue auf die vielfältigen Aufgaben der Seelsorge in den Pfarrgemeinden, vor allem hier in Harlaching in den Pfarreien Heilige Familie und Maria Immaculata, wo ich seit zwei Jahren mich sehr wohl fühle und sehr dankbar bin für den offenen, unkomplizierten und ehrlichen Umgang von vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und von vielen Gemeindemitgliedern mit ihrem Pfarrer.

So wollen wir am Kirchweihfest diesen Gottesdienst feiern als Dank für unsere Pfarrkirche und ich persönlich als Dank für alles, was ich im Leben geschenkt bekommen habe. Besonders dankbar bin ich für die christliche Erziehung und Prägung im Elternhaus, auf die ich dann selbst mein Leben aufbauen und gestalten konnte. Ein Leben das mit der Kirche und den Gemeindemitgliedern sehr verbunden ist.

Samstag, 16. Oktober 2010


Begrüßung


Ich begrüße Euch und Sie ganz herzlich zum heutigen Erntedankgottesdienst. Besonders begrüße ich die Kinder des Kindergartens, ihre Eltern und Verwandten, das Kindergartenpersonal und alle die die Vorbereitung dieses Festes getroffen haben mit Erntedankaltar und allem was dazu gehört.
Am Erntedanktag sagen wir Gott Dank für die Ernte. Jeder Gottesdienst ist eine Danksagung. Aber heute wollen wir besonders Dank sagen, für die Früchte, das Gemüse und Obst, für alle Ernten des Jahres, auch für alles, was wir auf der Erde genießen dürfen, sogar für unser Leben wollen wir heute Gott danken.



Predigt

Erntedankfest ist eins von den schönen Festen des Kirchenjahres. Normalerweise feiern wir in der Kirche ein Fest für den Geburtstag Jesu an Weihnachten, oder die Geburt Mariens oder die Geburt Johannes der Täufer oder den Todestag Jesu, seine Auferstehung oder Todestage der Heiligen. D.h. wir feiern drei Geburtstage im Laufe des Kirchenjahres und viele Todestage der Heiligen. Aber das Erntedankfest ist eine Dankfeier ohne Verbindung mit den Heiligen. Wir feiern dieses Fest um Gott zu danken für diese schöne Welt. Für die Sonne, für den Mond, für den blauen Himmel, für Pflanzen, Blumen, Tiere und für die Menschen. Besonders danken wir für die Ernte, für Obst und Getreide, für alles was wir zum Essen und Trinken brauchen. Ohne Essen und Trinken werden wir nicht überleben. Ohne Schnee, Regen und Wind kann die Ernte nicht wachsen. Gott hat die schöne Welt so gut geplant, dass die Menschen und die Tiere auf der Erde als Gottes Schöpfung glücklich leben könnten. Für diese große Gnade Gottes wollen wir Gott danken und ihn loben. Deswegen feiern wir heute ein großes Fest und wir danken Gott mit ganzem Herzen.

Heute haben viele Menschen Angst, ob durch Klimawandlung, Umweltkatastrophen, Industrialisierung die Welt schön bleibt und wir auch in Zukunft genug Ernte bekommen werden. Ohne Nahrung können wir nicht überleben. Es gibt Länder auf der Erde, wo die Menschen wo das tägliche Essen keine Selbstverständlichkeit ist und Kinder und Erwachsene Hunger leiden müssen oder sogar wegen Unterernährung krank sind und viele sogar sterben müssen. Wir tragen eine große Verantwortung die Schöpfung Gottes zu bewahren und sie zu schützen und zu pflegen. Anlässe wie das Erntedankfest können uns ermutigen, zu überlegen und nachzudenken, wie wir mit der Natur, den Tieren, Pflanzen und Lebensmitteln verantwortlich umgehen können.

Im Evangelium hörten wir die Worte Jesu, dass er der Weinstock sei und wir die Reben sind. Die Reben können gute Früchte bringen, wenn sie mit dem Weinstock verbunden bleiben. Mit Jesus sind wir stark. In ständiger Verbundenheit mit ihm können wir gute Früchte bringen, nämlich erfolgreich sein in allen Bereichen unseres Lebens und die jeweilige Lebenssituation positiv bewerten und annehmen. Es ist selbstverständlich, dass kein Mensch Misserfolge wünscht, sondern Erfolg, Gewinn und Profit. Erfolg, Gewinn und Profit im Sinne Jesu haben eine langfristige und mitmenschliche Dimension. Egoistisches Denken gibt es bei Jesus nicht, sondern immer ein solidarisches Denken. Mit einer solidarischen und universal eingestellten Einstellung, können wir uns für die Menschen, aber auch für die Umwelt, die Natur oder die Landwirtschaft einsetzen. Es wäre gut, wenn alle Kinder wüssten, dass Kartoffeln, Tomaten, Gurken oder z. B. der Reis nicht in einer Firma durch maschinelle Arbeit produziert werden, sondern dass die Früchte in der Natur gesät oder gepflanzt werden und auf Regen, Sonne, Schnee und ein entsprechendes Klima angewiesen sind und viel menschlichen Bemühungen bis zur Ernte brauchen. Eine gute Ernte ist ein Geschenk Gottes.

Am Erntedankfest wollen wir Gott danken für alle die wunderbaren Gaben der Schöpfung und ihn bitten, dass er uns schützt vor Naturkatastrophen und allem Unheil.

Samstag, 25. September 2010



Predigt zu Lk 16:19-31
Lazarus und der Reiche



Das Gleichnis von Lazarus und dem reichen Mann zeigt das Verhältnis zwischen den Reichen und den Armen und die Meinung Jesu dazu.


Es gibt immer und überall arme und reiche Menschen. Es ist entscheidend, wie einer arm wird und wie einer reich wird. Es gibt Menschen die durch eigene Schuld arm werden. Über diese Menschen ist nicht die Rede im heutigen Evangelium und es gibt Menschen die durch unvermeidbare Situationen oder durch Krankheit nie ihr Brot selbst verdienen konnten. Es gibt auch Menschen, die durch ihre fleißige Arbeit oder besondere Begabung reich werden und Menschen die durch ungerechte Wege Reichtum sammeln.


Jesus berichtet im heutigen Evangelium nicht, wie der reiche Mann im heutigen Evangelium reich wurde. Er lebte mit allem Luxus. Er hat nichts gegen den armen Lazarus getan. Er hat aber den armen Lazarus ignoriert. Dafür hat der reiche Mann das Reich Gottes verloren. Seine Bitte eine besondere Gesandtschaft nach Hause zu seinen Brüdern zu schicken wurde auch nicht gehört. Sie haben Mose und Propheten sagte Abraham. Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.
D.h. wir haben schon die richtigen Wegweisungen erhalten; keine Sonderzeichen werden gegeben. Was wir im normalen Alltagsleben erleben und in der Schrift und den Traditionen erfahren sind Wegweisungen für unser Heil. Wer das nicht versteht und nicht folgt, für den werden keine besonderen Offenbarungen gegeben.


Es kann passieren, dass wir den Reichtum unseres Glaubens nicht mehr intensiv erleben oder dass uns alles zur Gewohnheit geworden ist und dadurch nicht mehr etwas Besonderes ist. Wir können immer wieder im Gottesdienst oder durch andere tägliche Begebenheiten Gottes Botschaft hören und seine Nähe erfahren. Wir können keine besondere Botschaft erwarten, um uns zu Gott zu wenden und entsprechend dem Willen Gottes leben. Wir haben alle die Möglichkeit, den Fehler zu vermeiden, den der reiche Mann im Evangelium machte. Er hat den armen Menschen ignoriert. Er hat gewünscht, dass er und seine Verwandten von Gott besondere Gesandtschaften und Offenbarungen bekommen werden.


Außerdem war Reichtum im Alten Testament ein Segen Gottes und die Armut die Strafe Gottes. Jesus korrigiert diese Auffassung. Entscheidend ist, wie man mit dem Reichtum und mit der Armut umgeht. Lazarus wusste mit seiner Situation der Armut mit Gottvertrauen umzugehen. Der reiche Mann wusste nicht mit seinem vielen Geld und dem großen Vermögen umzugehen.

Samstag, 11. September 2010


Evangelium vom 24. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C: Lk 15,1-32 Predigt
Verluste und Gewinn sind zwei interessante Themen des heutigen Evangeliums und des heutigen Alltags. Keiner von uns möchte irgendwelche Verluste verkraften müssen, sondern alle möchten möglichst nur Gewinn machen. In allen Bereichen des Lebens versuchen die Menschen Gewinne zu machen. Aus dieser Einstellung des Menschen ist das heutige Evangelium besonders aktuell.
Es berichtet über Verluste und über den Gewinn.
Der Hirt hat ein Schaf verloren. Der Hirt sucht das verlorene Schaf.Die Frau hat ein Drachme verloren. Sie sucht die verlorene Drachme( eine griechische Währung) und nachdem sie das Geldstück gefunden hat, teilt sie ihre Freude darüber mit den Nachbarn.Ein Vater hat einen seiner Söhne, den Jüngsten, verloren. Der liebende Vater gibt nicht auf, seinen Sohn zu finden und erwartet diesen verloren gegangenen Sohn mit Freude und einem großen Fest. Dieser Sohn war vor Jahren weg gezogen, er führte ein unvernünftiges Leben und hatte dabei alle Habe und alles Gut verloren; auch seinen Vater und seinen Bruder. Der ältere Sohn war auch wie verloren. Er lebte im Vaterhaus ohne wissen zu können, dass alles, was dem Vater gehörte auch ihm zusteht, auch der jüngere Sohn gehörte zu ihm als sein Bruder. Die Freude über die Rückkehr des Verlorenen konnte der ältere Sohn nicht geniessen. Daher war auch er verloren.
Durch drei Gleichnisse im Lukasevangelium über die Verluste und das Wiederfinden, sind wir zur Mitfreude eingeladen. Das Wiederfinden eines Schafes, einer Drachme und des verlorenen Sohnes können auch unsere Geschichten sein.
Wir sind Menschen auf der Suche. Wir finden auch immer wieder vieles, was wir verloren glaubten. Es gibt Menschen, die nie nach Verlorenem suchen werden oder die sich nicht mühen werden, verloren Gegangene zu finden. Manche wollen sogar auf das Verlorene verzichten, falls sie es zufällig gefunden haben. Was verloren wurde, ist verloren, sagen sie. Die Menschen können so hart, arrogant und stur sein, wie Tiere, die nicht vernünftig denken können, sondern von ihrem Instinkt abhängig reagieren. Es gibt Anlässe, in der Familie, in der Nachbarschaft, in der Verwandtschaft oder sogar in der Partnerschaft, wo manchmal an Beziehungen und Freundschaften etwas verloren geht oder gegangen ist. Wir können immer wieder Zeichen des Wiederfindens erleben. Wie der liebende Vater, die suchende Frau oder der suchende Hirt, können auch wir mit Freude die Zeichen des Wiederfindens erleben und wenn wir das Verlorene wiedergefunden haben, können wir mit Freude das Fest des Wiederfindens begehen.
Die Mitfeier der Eucharistie und der Empfang der heiligen Kommunion können uns ermutigen und uns einladen die Freude über wieder Gefundenes mit anderen zu teilen.
Amen

Mittwoch, 8. September 2010

Predigt: Evangelium vom 23. Sonntag im Jahreskreis C: Lk 14,25-33

Zwei Geschichten haben wir im heutigen Evangelium gehört: die erste Geschichte berichtet von einem Bauvorhaben und die zweite von einem Krieg. Einige von uns haben vielleicht schon ein Bauvorhaben. Andere haben schon etwas gebaut. Einen Krieg aber wünscht kaum jemand. Manche von uns haben trotzdem einen Krieg erlebt. Einen Krieg mit anderen Ländern, oder mit anderen Menschen oder mit sich selbst. Fast immer gibt es irgendwo in der Welt einen Krieg.

Bauvorhaben oder bauen können ist für viele Menschen ein schönes Erlebnis. Ein Krieg ist aber ein sehr schreckliches Erlebnis. Für beides, für ein Bauvorhaben und für einen Krieg, wie Jesus es meint, wenn wir das Ziel erreichen wollen und erfolgreich sein wollen, ist genaue Planung und Umsetzung dieser Planung mit anstrengendem Einsatz nötig. Halbfertig ein Bau stehen zu lassen ist einem sehr peinlich, weil die Zuschauer mindestens darüber reden werden. Genauso ist es mit dem Verlieren eines Krieges, den einer selber initiiert hat.

Es ist interessant zu wissen, dass Jesus weder über den Bau eines Hauses redet noch über die Selbstverteidigung in einem Krieg. Jesus redet über den Bau eines Turmes und den Gewinn eines Krieges. Einen Turm bauen oder einen Krieg gewinnen ist etwas besonderes. Ohne einen Turm zu bauen oder in einen Krieg zu ziehen, konnten die Leute damals friedlich und normal leben. Aber wenn einer einen Turm baut oder einen Krieg beginnt, musste er genau planen und kalkulieren.

Jesus vergleicht diesen Bau eines Turmes und den Gewinn eines Krieges mit der Nachfolge seiner Jünger. Nachfolge ist nicht Jedermanns Sache. Die Nachfolge Jesu verlangt eine genaue Planung, anstrengenden Einsatz, und eine Bereitschaft für Jesus und seine Botschaft sich ganz hinzugeben.

Den Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achten, sein Kreuz tragen, seinen ganzen Besitz verzichten, sind nach Aussage Jesu die Voraussetzungen um Jesus nachzufolgen. Es scheint hart und unmöglich. Man fragt sich, ob ohne die Familie und die Verwandtschaft gering achten zu müssen, ob wir Jesus nicht nachfolgen können. Eigenes Leben ist für jeden Menschen eigentlich das wichtigste. Eigenes Leben gering achten und etwas anderes wichtiger halten als eigenes Leben ist für viele nicht einfach. Kreuz und Leiden wollen wir vermeiden. Besitz wollen wir vermehren und die Zukunft versichern und ein besseres Ansehen und bessere Verfügbarkeit schaffen. Aber Jesus verlangt das Gegenteil. Er will, dass seine Nachfolger auf alles verzichten. Jesus meint dadurch, dass Gott, Gotteserfahrung und seine Botschaft wichtiger sind als alle weltlichen Gegebenheiten. Wer das nicht versteht und dafür sich nicht hingibt, kann keine Jünger Jesu sein.

Wir können uns prüfen, welchen Einfluss hat Jesus und seine Botschaft in unserem Leben. Jesus war ein Mensch, der für die Anderen gelebt hat. Wie setzen wir uns für das Wohlwollen anderer Menschen ein. Daraus können wir uns prüfen, wie weit wir die Jünger Jesu sind und wie nahe wir ihn nachfolgen. Amen.

Sonntag, 29. August 2010


Einführung
Zum heutigen Sonntagsgottesdienst begrüße ich Sie und Euch ganz herzlich. Gestern bin ich aus Indien zurück gekommen. Ich freue mich, ab jetzt wieder gemeinsam mit Ihnen Gottesdienst feiern zu können. Wir hören im heutigen Evangelium Hinweise Jesu, die wir bei Einladungen und Festen ernst nehmen sollen. Heute sind wir zum Tisch der Eucharistie eingeladen, die Jesus uns als seine Selbsthingabe gibt. Damit wir diese Feier würdig begehen, wollen wir uns besinnen und um Gottes Erbarmen bitten.




Evangelium vom 22. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C: Lk 14,1. 7-14
Predigt

Zwei besondere Themen gibt es im heutigen Evangelium. Erstens: Eine Tischordnung mit Vergabe von Sitzplätzen wie es bei Einladungen und Festen manchmal üblich ist. Der Gastgeber bestimmt dabei, wo wer sitzen darf und sitzen soll und zweitens, Hinweise und Anweisungen die wir bei Festen und Einladungen einhalten sollen, nämlich wir sollen möglichst diejenigen einladen, die die Einladung nicht mit einer Gegeneinladung vergelten können.

Das erste Thema in diesem Evangeliums-Abschnitt ist für uns vielleicht nicht schwierig zu verstehen oder umzusetzen. Heute wird niemand wünschen hinzugehen, wo man nicht willkommen ist und sich nicht hin setzen wo es nicht gewünscht ist. Vielleicht haben wir gelernt die Ehrenplätze nicht bevorzugen zu wollen, sondern den eigenen Platz vom Gastgeber bestimmen zu lassen. Einen eigenen passenden Platz zu finden und sich dort wohl zu fühlen ist wichtiger als die Rangordnung der Sitzplätze. Ob wir einen passenden Platz gefunden haben oder wir mit dem angebotenen Platz zufrieden sind, bleibt die entscheidende Frage. Es geht nicht nur um einen Platz bei einer Einladung, sondern um den Platz den wir im Leben gefunden haben oder der uns geschenkt wurde. Den Platz in der Familie, den Platz in der Gemeinde, den Platz im Beruf, den Platz in der Gesellschaft, den Platz vor Gott. Überall haben wir unseren eigenen Platz. Oft können wir unseren Platz nicht selber aussuchen. Oft finden wir den Platz nicht, auf dem wir gerne sitzen würden. Oft sind wir gezwungen einen gegebenen Platz anzunehmen, weil wir sonst keinen Platz finden. Es ist immer besser einen Platz zu haben als gar keinen. Manche sind mit dem gefundenen und gegebenen Platz zufrieden, andere nicht. Manche Menschen können mit dem Platz im Leben gut umgehen und diesen Platz schön gestalten und sind stolz darauf und andere werden den Platz unwichtig und unwürdig machen. Was wir mit unserem eigenen Platz im Leben machen ist wichtiger als die Tatsache auf welchem Platz und in welcher Rangordnung wir sitzen.

Wenn Jesus sagt, die Armen, Krüppel, Lahme und Blinde einzuladen anstatt Freunde, Verwandte oder die reichen Nachbarn,weist Jesus uns hin auf unsere soziale Verantwortung. Es gibt viele Menschen in jeder Stadt, die selten oder nie eine Einladung bekommen oder die selbst keine Einladung machen können, weil sie weder die entsprechenden finanziellen und sozialen Mittel haben oder nicht die entsprechenden Kontakte besitzen. Einladungen und Feste stärken die Gemeinschaft und die Freundschaft. Wenn wir aus diesem Grund Feste feiern, sollen wir auch an diejenigen denken, die von der Gemeinschaft und der Gesellschaft ausgestoßen sind oder keinen Platz mehr finden. Ich denke nicht, dass Jesus Feste und Feiern mit Freunden und Verwandten ablehnte, Jesus wird eher bezeichnet als einer der gerne in Gemeinschaft isst und trinkt, der gefeiert hat mit unterschiedlichen Gruppen von Menschen und der überall eingeladen wurde. Jesus ist nicht gegen Feste und Feiern, sondern er will unsere Augen öffnen und unser Bewusstsein schärfen für die Menschen in Not und er will dass wir Verantwortung tragen für die Armen, Kranken und Lahmen hier bei uns und in der Welt.

Diese beiden Themen sind uns heute wichtig: unseren eigenen Platz im Leben zu finden und dass an diesem Platz auch die Armen, die Kranken und die Ausgestoßenen einen Platz finden. Die Kirche versucht immer wieder solche Themen aufzugreifen und zu verkünden. Denken wir in diesen Tagen bes. an die große Not der Menschen in Pakistan, denen wir zwar nicht mit einer Einladung helfen können, aber die wir finanziell großzügig unterstützen können. Sie haben durch die Überschwemmungen nicht nur ihren Platz und ihr Zuhause verloren, sondern leiden an Hunger und Durst und kämpfen täglich ums Überleben. Daher haben die deutsche Bischöfe aufgerufen, mit unseren Spenden, beosnders mit den Sonntagskollekten von 04.09, den notleidenden Menschen in Pakistan zu unterstützen.

Die Entscheidung, unseren Mitmenschen in Pakistan finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen wäre ein sichtbares Zeichen leidende Menschen anzuerkennen und ihnen unsere helfende Hand zu reichen. Die Sonntagskollekte am kommenden Sonntag ist für die vielen Millionen leidenden Menschen in Pakistan bestimmt, die von einer unerwarteten Flutkatastrophe betroffen sind.

Dienstag, 27. Juli 2010


Evangelium vom 17. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C: Lk 11,1-13

Predigt

An dem Ort, wo Jesus die Jünger das Vater unser Gebet gelehrt hat, gibt es heute in Israel die „Vater unser“ Kirche. Diejenigen von Ihnen, die schon in Israel waren, haben bestimmt diese berühmte Kirche besucht. In Deutschland gibt es eine Vater Unser Kapelle in Ibental in der Nähe von Freiburg, in der das Vater unser Gebet architektonisch dargestellt wird. Es gibt tausende Melodien mit diesem Gebet in unterschiedlichen Sprachen der Welt und Übersetzungen in alle Sprachen der Welt und auch tausende theologische Bücher wurden über das „Vater unser“ geschrieben. Ich besuchte einmal in Freiburg im Breisgau eine kleine Bibliothek mit einigen tausend Büchern über das Vater unser. Dieses Gebet fasziniert viele Menschen aus allen Religionen. Für uns Christen ist das „Vater unser“ das wichtigste Gebet, weil Jesus es uns gelehrt hat. Deswegen beten wir es in jedem Gottesdienst.

Im ersten Satz des ersten Teils beten wir: „Geheiligt werde Dein Name“. Im ersten Satz des zweiten Teils beten wir: „Gib uns unser tägliches Brot. Wir loben und wir preisen Gott den Vater und sprechen damit unsere Dankbarkeit aus.( Wir fühlen uns sehr wohl und frei Gott den Vater dankbar zu loben und dabei sehr glücklich zu sein???) Gleichzeitig haben wir keine Scheu ihn zu bitten, uns unser tägliches Brot zu geben. Das ist die Freiheit der Kinder Gottes. Vor Gott dürfen wir denken, reden und wünschen, wie wir Menschen es können und wollen. Mit vollem Vertrauen und einer tiefen Zugehörigkeit dürfen wir uns in allen Anliegen an Gott den Vater wenden.


Im zweiten Satz des ersten Teils beten wir: Dein Reich komme. Im zweiten Satz des zweiten Teils beten wir: „Vergib uns unsere Schuld. Gottes Reich kommt nur, wenn Gott uns unsere Schuld vergibt. Durch menschliche Fähigkeiten alleine können wir kein glückliches Leben auf Erden ermöglichen. Dafür brauchen wir auch Gottes Gnade. Aber es ist wichtig zu wissen, dass Gott uns vergibt, nur wenn wir unseren Mitmenschen vergeben. Wenn die Menschen die Fähigkeit zu vergeben und vergessen nicht hätten, wäre ein menschliches und friedliches Leben unmöglich.


Im dritten und letzten Satz des ersten Teils beten wir, dass Gottes Wille auf Erden geschehen solle. Im dritten und letzten Satz des zweiten Teils beten wir, dass Gott uns vom Bösen erlösen und nicht in Versuchung führen solle. D.h. Gottes Herrschaft kann uns glücklich machen. Wir sind alleine nicht fähig, uns auf Gott und seine Herrschaft einzulassen, sondern Gott selber soll uns vor dem Bösen bewahren. Wir drücken dadurch die Abhängigkeit von Gott aus, so wie kleine Kinder von ihren Eltern abhängig sind.


Wir heißen Kinder Gottes und wir nennen Gott als Vater, weil wir wie kleine Kinder 100 prozentig auf Gott vertrauen dürfen und uns auf ihn verlassen können und wir von Gott allein abhängig sind.


In diesem Sinne können wir jeden Tag das Gebet des Herrn beten und dadurch die Erfahrung Gottes in uns wirksam werden lassen.

Samstag, 17. Juli 2010


Evangelium vom 16. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C: Lk 10,38-42


Predigt


Über die Stelle im heutigen Evangelium wird in verschiedenen Ebenen viel diskutiert und der Abschnitt wird auf unterschiedliche Art interpretiert. Zwei Geschwisterfrauen unterschiedlicher Art und Einstellung waren mit Jesus befreundet und hatten ihn als Gast eingeladen. Eine von ihnen, nämlich Maria saß mit Jesus zusammen, unterhielt sich mit ihm und hörte ihm zu. Marta, die andere kochte und sorgte für Jesus.


Die Worte Jesu an Marta, dass Maria das Bessere gewählt hat, wurden sogar so interpretiert, dass das zusammen sitzen und zuhören besser ist als die praktische Tätigkeit. Ich finde es schwierig aus diesem Gespräch heraus eine Bewertung von guter Kontaktpflege zu ziehen.
Manche Gelehrte haben das Verhalten von Maria und Marta auch als Beispiele für Kontemplation und für Aktion bezeichnet: Maria ist das Beispiel für Kontemplation und Marta für Aktion. Ich finde es übertrieben, aus einem Besuch und einem einfachen Gespräch zwischen Jesus und zwei Schwestern so extreme Bedeutungen zu schließen, es ist aus meiner Sicht über den Kontext und die Themen hinaus strebend.


Es ist normal für den Gast zu kochen oder manche Vorbereitungen zu treffen wenn wir einen Gast erwarten. Wenn zwei Schwestern zusammen oder ein Paar zusammen leben, ist es auch normal, dass sie entweder die Arbeiten zusammen machen, nämlich die Vorbereitung für den Gast, in diesem Fall oder eine vorher abgesprochene Arbeitseinteilung vorhanden ist und jeder weiß, wofür er oder sie zuständig ist. Im Fall von Marta und Maria gab es weder eine vorher abgesprochene Arbeitseinteilung noch eine Bereitschaft die Arbeit zusammen zu erledigen. Es wurde spontan und unkompliziert geregelt, d.h. jede machte, wie es ihr gefiel. Als Jesus eintraf, hat Marta sich um die Bewirtung und ein Essen für den Gast gekümmert. Maria aber setzte sich zu Füßen Jesu, redete mit ihm und hörte ihm zu. Das hätte auch Marta gerne getan, aber sie fühlte sich verantwortlich dem Gast ein Essen zu bereiten. Weil die beiden Frauen Jesus gut gekannt haben und mit Jesus vertraut waren, traute sich Martha berechtigt zu, vor Jesus zu sagen und zu klagen, dass Maria ihr alle Arbeiten überlässt und er sie bitten soll ihr zu helfen.


Maria ist ein ganz anderer Typ, die sich eher gerne mit Jemandem unterhält und die Freude des Besuches durch ihre Worten und Fragen zum Ausdruck bringt oder versucht das Miteinander im Gespräch zu stärken. Die Worte Jesu, dass Maria das Bessere gewählt hat bedeutet nicht, dass die Art von Maria besser ist oder zu sitzen und zu unterhalten besser ist als zu arbeiten.
Es bedeutet nur, dass Marta sich auch dazu setzen kann, weil die ganzen Vorbereitungen für Jesus nicht so wichtig sind. Jesus wäre zufrieden auch wenn kein großes Essen vorbereitet würde. Jesus wäre zufrieden, wenn er das Haus wie immer vorgefunden hätte, ohne die ganzen Vorbereitungen. Maria hat sich vielleicht wegen der Vorbereitung auf den Besuch keine großen Sorgen gemacht. Maria kann leicht einen Gast ohne große Vorbereitungen einladen, weil sie nicht an die Vorbereitungen denkt, sondern ihre Zeit nur dem Gast widmen will. Marta dagegen möchte eine gute Gastgeberin sein, sie organisiert und kümmert sich um alles und will den Gast sehr vorbereitet empfangen.


Es ist auch für uns Nachdenkens wert ob wir spontan ohne Vorbereitung Gäste empfangen können oder es uns viel Arbeit kostet, um jemanden einzuladen. Ich habe den Eindruck, dass wir oft viel zu sehr damit beschäftigt sind, Gäste formal zu empfangen, als sie an unserem Dasein teilhaben zu lassen. Jesus legt viel Wert auf eine unkomplizierte Art der Freundschaft und Unterhaltung, die keinen Stress verursacht, wie Maria es gemacht hat und lädt Marta ein alles etwas lockerer zu sehen.


Wir können auch an uns die Frage stellen. Wie steht es mit unserer Beziehung zu Jesus. Sind wir noch in der Lage uns Zeit zu nehmen die Frohbotschaft und dass, was sie uns für das heutige Leben zu sagen hat, konzentriert zu hören. Oder sind wir mit Organisation, Planung und viel Aktivität so beschäftigt, dass wir die leisen Töne Gottes vor lauter Stress nicht mehr wahrnehmen. Ich wünsche Ihnen und mir im Bezug auf Jesus und im Bezug auf das Miteinander in der Gemeinde die Erkenntnis für eine angemessene Handlungsweise, mal Maria mal Marta.


Evangelium vom 14. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C: Lk 10,1-12. 17-20
Predigt


In den letzten Tagen haben wir in unseren beiden Pfarrgemeinden, Heilige Familie und Maria Immaculata Helfer und Helferinnen gesucht. Wir hatten angekündigt, dass die Helfer sich telefonisch im Pfarrbüro melden oder in der aufgehängten Liste eintragen sollten. Viele Menschen sind diesem Aufruf gefolgt und waren bereit zu helfen. Deswegen ist das Pfarrfest Heilige Familie gut gelaufen und das heutige Sommerfest Maria Immaculata ist gut vorbereitet. Ohne viele gute Menschen, die sich selbstlos für ein Projekt oder für ein Ziel einsetzen, können wir nicht viel erreichen.


Als ich im heutigen Evangelium den Aufruf Jesu gelesen habe, um Arbeiter für die Ernte zu bitten, dachte ich an unsere kleineren und größeren Projekte, Programme und Veranstaltungen in den Pfarreien. Wir brauchen auch viele Helfer und Helferinnen um unsere Aufgaben gut und gewissenhaft erfüllen zu können.


Jesus spricht zu den Jüngern vor der Aussendung: „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter.Bittet also den Herrn der ErnteArbeiter für seine Ernte auszusenden.“
Dieses Problem der großen Ernte und der zu wenigen Arbeiter ist nicht neu. In allen Bereichen des Soziallebens und in allen Zeiten der Kirche gab es Probleme, gute und passende Arbeiter zu bekommen. Dieses Problem können wir überwinden, wenn wir immer dran bleiben die geeigneten Arbeiter zu suchen und sie dann entsprechend einzusetzen. Was fehlt, ist oft diese ernsthafte Suche nach Arbeitern und einen vertrauensvollen Einsatz in die Ernte des Herrn. Die Ernte in der Diskussion in diesem Evangeliumsabschnitt ist nicht unsere eigene Ernte oder eigenes Verdienst, sondern die Ernte des Herrn, die wir für Gott und für unsere Mitmenschen ernten, wo auch viele andere Menschen mit uns ernten können.


Jesus sendet seine Jünger zu den Menschen und warnt vor den Problemen und Schwierigkeiten bei dieser Arbeit. Er verlangt von seinen Jüngern einen ganz selbstlosen Einsatz mit vollem Vertrauen auf Gott. Deswegen sagte Jesus: Geht!Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.Nehmt keinen Geldbeutel mit,keine Vorratstasche und keine Schuhe!


Der Gedanke, wie Schafe unter den Wölfen zu sein ist Angst machend und sehr von Unsicherheit geprägt. Diese Gefahr und diese Unsicherheit erfahren auch wir manchmal im Leben, wenn wir uns für die Wahrheit und für Gerechtigkeit einsetzen und die Botschaft des Evangeliums leben. Ohne Risiko und fleißige Arbeit erreichen wir kaum etwas.


Die Einladung ohne Geldbeutel, ohne Vorratstasche und ohne Schuhe zu gehen um die Botschaft Jesu, seine Werte und sein Programm zu verkünden scheint sehr hart und anspruchsvoll. Wer bereit ist diesen Weg zu gehen bekommt alles, nicht als sein Eigentum, sondern als Gabe der Gastfreundschaft. Deswegen sagt Jesus unterwegs zu essen und zu trinken, was angeboten wird.

In allen Religionen gibt es solche Aufrufe und Lebensstile, wo die Menschen für ihre Überzeugung leben und dafür auf alles andere verzichten. Unsere Kirche ist durch die Jahrhunderte aufgebaut worden durch solche bereitwilligen, selbstlosen Menschen. Heute sind wir eingeladen diesem Ruf Jesu zu folgen und die Arbeit unserer Vorväter weiter zu machen.

Kirche ist Gemeinschaft. Wenn wir immer wieder versuchen diese Gemeinschaft im Gottesdienst und untereinander zu stärken , wird es uns gelingen als Kirche Christi die Botschaft des Evangeliums überzeugend zu verkünden und zu leben.

Sonntag, 20. Juni 2010

12. Sonntag im Jahreskreis: Für wen halten wir Jesus


Begrüßung

Im heutigen Gottesdienst möchte ich Sie einladen nachzudenken und versuchen zu erfahren, wer ist Jesus für mich; was bedeutet seine Botschaft und seine Gebote für mich, für uns.
Durch eine korrekte Antwort auf diese Fragen werden wir in die Erfahrung der Gemeinschaft Jesu hineinwachsen und überzeugt sein, dass wir für die Welt eine große Mission in uns tragen, die wir mit Gottes Hilfe erfüllen können.

Predigt zu Evangelium vom 12. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C: Lk 9,18-24


Jesus stellt im heutigen Evangeliumsabschnitt an seine Jünger eine ganz normale Frage eines Führers, nämlich für wen ihn die Leute halten. Wie viele andere möchte Jesus wissen, ob die Leute ihn verstehen und akzeptieren, wie Jesus ist und wie Jesus verstanden werden will. Ob die Leute seinen Auftrag, seine Mission, seine Person verstehen und anerkennen, damit Jesus durch diese Rückmeldung weiterhin bewusst und vertraut seine Arbeit machen kann. In jeder Firma, in jedem Verein, sogar in der Familie wird diese Frage einem nicht erspart bleiben. Welchen Ruf, welche Position haben wir und was für eine Vorstellung und welches Wissen haben die Anderen über uns. Sogar in der Partnerschaft und in der Beziehung zwischen Eltern und Kindern, sogar in einer Pfarrgemeinde in der Beziehung untereinander ist die Frage entscheidend, nämlich wie verstehen wir uns und wie akzeptieren wir uns gegenseitig; oder was wissen wir über die anderen und wer ist eigentlich der Andere für mich. Wer sind die Kinder für mich, wer sind die Eltern für mich, wer ist der Lebenspartner für mich, der Nachbar oder ein Gemeindemitglied.


Während der Zeit Jesu haben die meisten Leute Jesus nicht richtig und korrekt erkannt und verstanden, manche sahen in ihm Johannes der Täufer, andere dachten er sei Elija und wieder andere sahen in ihm einen Propheten. Alle diese Antworten waren falsch, weil Jesus keiner von denen war. Derjenige, der es verstanden hat, wer Jesus sei, nämlich Petrus, der ihn als Messias, Sohn Gottes bekennt, musste über das Leiden und Sterben Jesu hören und sich über das Kreuz bewusst werden, das er wegen dieser Erkenntnis und diesem Bekenntnis tragen musste. Das ist heute noch so. Erkenntnis und Bekenntnis zu Jesus bringen Leiden und manchmal auch Ausgrenzung. Wer die Wahrheit kennt und wer für die Wahrheit steht muss leiden. Das ist immer so gewesen und es wird auch so bleiben. Aber dieses Leiden ist kein Verlust sondern ein großer Beitrag für das Wohlwollen der Mitmenschen und der Welt.


Für uns alle ist es oft interessant und des Nachdenkens wert: Was denken die Leute über einen. Diese Frage ist auch für mich persönlich von Bedeutung. Z.B. wurde ich nach dem einjährigen Aufenthalt in Harlaching in einem Laden in der Nauplastrasse in englischer Sprache gefragt; wie lange ich schon in Harlaching Pfarrer bin. Ich antwortete: Ein Jahr. Dann kam die weitere Frage, wieder in englisch, „in einem Jahr haben Sie vielleicht schon ein bisschen deutsch gelernt: Die Person dachte vielleicht, dass ich ohne die deutsche Sprache sprechen zu können, die Gemeinde betreuen kann. Ähnliche Erfahrung haben Sie vielleicht selbst auch schon einmal gemacht und festgestellt, dass die Leute nicht verstehen wie wir es wollen oder wie wir sind oder wie wir meinen. Dieses Problem ist störend für unser menschliches Miteinander und das gesellschaftliche Leben.


Wir können die Frage Jesus an seine Jünger in der heutigen Zeit neu stellen. Für wen halten die Menschen heute Jesus. Hält das christliche Europa Jesus für Gottes Sohn, der Erlöser der Welt, der den Menschen den Weg zu Gott zeigen kann? Für wen halten die Leute den Papst, die Bischöfe, die Priester, die Ordensleute und die Mitglieder der Kirche, die die kirchliche Gemeinschaft für wichtig halten und mit der Kirche verbunden bleiben?


Es gibt viele Forschungen über Jesus und viele Meinungen über den Papst, die Bischöfe, Priester und Gemeindemitglieder. Wie Jesus Petrus gefragt hat, können wir uns selber fragen, für wen halten wir Jesus und seine Jünger, den Papst, die Bischöfe, die Priester, die Ordensleute, die Mitarbeiter der Kirche und unsere Mitbrüder und Mitschwestern im Glauben.


Wir wissen alle, dass die Kirche im 21. Jahrhundert keine leichte Position hat. Aber wir vergessen, dass die Kirche zu keiner Zeit eine leichte Stellung hatte. Nicht nur die Kirche, alle Menschen, die für die Wahrheit einstehen, die Wahrheit verkünden und für die Wahrheit eintreten haben keine leichte Position. Jesus aber bleibt gestern, heute und morgen derselbe. Wir Christen glauben an ihn, verkünden ihn und dürfen ihm vertrauen. Er ist unsere Hoffnung. Amen.

Montag, 14. Juni 2010


Begrüßung
Dem Gott der Barmherzigkeit und der Liebe begegnen wir in jedem Gottesdienst. Durch das Brot und den Wein, die der Leib und das Blut Christi werden, haben wir die Möglichkeit Gottes Gnade und Liebe sichtbar und greifbar zu erleben. Als Vorbereitung dazu bitten wir Gott im Kyrie.


Predigt zu Lk 7,36-50


Was wir im heutigen Evangelium erfahren war für die Pharisäer etwas Ungewöhnliches, nämlich eine Sünderin kommt in die Öffentlichkeit und zeigt ihre Liebe und Reue. Die Reaktion Jesu war auch sehr ungewöhnlich nämlich Jesus sagte der Frau „Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie (mir) so viel Liebe gezeigt hat. Wem aber nur wenig vergeben wird, der zeigt auch nur wenig Liebe. Dann sagte er zu ihr: Deine Sünden sind dir vergeben.“

Sünden vergeben kann nur Gott. Durch die Sündenvergebung hat Jesus seinen Anspruch als Gottessohn erhoben. Durch das öffentliche Auftreten dieser Frau bei Jesus und durch ihre Tat hat sie Jesus anerkannt und fest geglaubt, dass Jesus ihr die Sünden vergeben und helfen kann für den Beginn in ein neues Leben.


Der Grund dieser Vergebung von der Seite Jesu war die Reue und die Umkehr von der Seite der Sünderin und das Vertrauen und die Liebe die sie gegenüber Jesus gezeigt hat, die als Liebe zu Gott und Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit verstanden wurde. Die Reue der Sünder und die Bereitschaft umzukehren, sind Voraussetzung für die Vergebung der Sünden.

Früher haben die Christen mit einem großen Schuldgefühl gelebt. Deswegen wurden Taten der Buße und Reue sehr groß geachtet und viele Menschen haben als Zeichen ihrer Reinheit und als Versuch die Reinheit des Herzens zu gewinnen sogar den eigenen Leib gestraft. Die Übertreibung des Schuldgefühls und der Selbstbestrafung sind lange vorbei. Heute finden wir es eher schwierig Menschen zu finden, die ihre eigene Schuld eingestehen und bereuen. Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen die Wörter Sünde, Schuld, Buße, Reue nicht gerne hören. Viele entscheiden selber, was richtig und was falsch ist, was Sünde und was Tugend sind. Eine universal geltende Norm der Ethik und der Moral wird durch religiöse, politische und kulturelle Verschiedenheiten bedroht und sogar in den Ländern mit christlichen Traditionen werden die Werte des Evangeliums relativiert. Zum Beispiel sind Euthanasie und Abtreibung in manchen Ländern durch die Entscheidung der Politiker erlaubt und deswegen ist es für viele Menschen dort keine Sünde mehr. In den Ländern, wo die Politiker solche Taten nicht erlaubt haben, sind es strafbare Taten und sie werden dadurch als Sünde und Schuld betrachtet. Wegen solchen unterschiedlichen Einstellungen und Erfahrungen unserer Menschheit bezweifeln viele Menschen, ob die Nationalführung, die Politik und politische Regierungen über den Werten des Evangeliums, über den Glauben an Gott und über den Geboten Gottes stehen und die politische Entscheidung als absolute Gültigkeit verlangt wird.

In der Auseinandersetzung zwischen Jesus und den Pharisäern im heutigen Abschnitt des Evangeliums erfahren wir die Konflikte zwischen Gottes Eigenschaft und der von Gott kommenden Werte und die von menschlicher Führung und politischen Gegebenheiten her kommenden Versuche, eigene Interessen als Werte zu vermitteln. Die Mächtigeren haben immer schon versucht, Dinge in denen sie für sich Vorteile sahen, als für alle geltenden Werte und Rechte zu vermitteln. So war es auch im Fall der Sünderin. Sie war damals in den Augen der Gasgeber /Juden) keine wertvolle Person, aber für Jesus war sie durch ihre Reue eine vorbildliche Person vor Gott und den Menschen, viel wertvoller, als die, die sie anklagten und ihre eigene Schuld versteckten und die anderen als Sünder bezeichneten.

Als Kinder Gottes sollen wir nicht wie die Pharisäer handeln und tun. Jeder von uns kann Gott um Vergebung bitten und dadurch ein reines Herz bekommen. In jeder Eucharistiefeier sprechen wir die Vergebungsbitte zu Beginn des Gottesdienstes mit der Hoffnung, dass Gott uns vergibt und uns rein macht. Aber oft sind wir nicht bereit wirklich zu bereuen, von Herzen um Vergebung zu bitten und etwas in unserem Leben und unserem Lebensstil zu ändern. Wir haben im Evangelium gehört, wie friedvoll die Sünderin von Jesus weggehen konnte und wie liebevoll Jesus über sie zu den selbstgerechten Anklägern

geredet hat. Wir können aus den Worten Jesu vernehmen, dass er auch uns unsere Schuld vergibt und er uns zu seinen Kindern des Reiches Gottes zählt, wenn wir vertrauensvoll vor ihm unser Versagen und unsere Schuld bekennen.