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Samstag, 26. Dezember 2009

Predigt zu Weihnachten 2009 zu Jn 1:1-18


Weihnacht 2009: Festgottesdienst am Freitag den 25.12.2009 um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche Maria Immaculata

Begrüßung
Liebe weihnachtliche Festgemeinde!
Gestern haben wir den hochheiligen Abend und die hochheilige Nacht gefeiert. Heute feiern wir den hochheiligen Tag. Am hochheiligen Abend und in der hochheiligen Nacht sind die Geburt des Christkindes, Ankündigung der Freude und des Friedens durch den Engel und der Besuch der Hirten die rührenden Themen. Am hochheiligen Tag hören und erleben wir den Bericht über das Wesen dieses Christkindes. Der Evangelist Johannes beschreibt das Wesen dieses Christkindes. Dieses Christkind ist Gott, Gottes Sohn. Dieses Christkind ist das Wort, das Licht, die Wahrheit, das Leben, die Herrlichkeit, das Brot, der Weg, der Anfang, das Ende. Dieses Christkind ist alles auf der Erde und im Himmel.
Ihn rufen wir vertrauensvoll in unsere Mitte:

Predigt zu Jn.1:1-18

Das Christkind in der Krippe nennt Johannes der Evangelist als Wort. Dieses Wort, das Christkind ist, war bei Gott, sagt der Evangelist. Er erklärt es weiter mit der Aussage, dass dieses Wort, das bei Gott ist, Gott selbst ist. Dieses Wort, das Gott selbst ist, war am Anfang vor der Schöpfung als Wort. Dieses Wesen vor der Schöpfung war das Wort, das Gott selbst ist. Das war das Christkind in seiner ursprünglichen Wesenheit. Das Christkind in seiner ursprünglichen Wesenheit her als Wort hat alles erschaffen. Das Wort ist dann selber eine Schöpfung geworden, das ist das Kind in der Krippe. Der Schöpfer wird selber eine Schöpfung.

Diese Bezeichnung des Wortes nämlich des Logos kommt aus der damaligen hochentwickelten griechischen Philosophie. In der gleichen Zeit hat auch die indische Philosophie in ihren heiligen vedischen Schriften Gott als Wort genannt. Diese Vorstellung des Wortes als Gott und die Vorstellung Gottes als Wort war für die damalige Zeit wie für heute eine hochintellektuelle und philosophische Bezeichnung, die die Menschen mit größtem intellektuellen Niveau und der Ausbildung sich vorgestellt haben und diskutierten. In einer Zeit der Menschheit, wo die Menschen die Bäume, Sonne, Steine oder bestimmte Elemente aus der Natur als Gott verehrten, haben die Philosophen aus Griechenland und Indien Gott als Wort erlebt und verkündet. In dieser Zeit nennt Johannes auch Gott als Wort.

Das besondere im Johannesevangelium im Vergleich mit der griechischen und indischen Philosophie ist die Erfindung dieses vorgestellten Wortes als Gott unter uns Menschen als ein Mensch. In der griechischen und der indischen Philosophie war Gott als Wort nur ein Idee, eine Vorstellung und ein Begriff. Diese Idee war für sie nur eine Möglichkeit außerirdisch oder im Wesen der Menschen innerlich zu existieren. Anfassen konnte man diese Idee nicht. Sehen, hören, berühren oder fühlen konnte man diese Idee Gottes als Wort auch nicht. Man konnte höchstens über Gott als Wort meditieren. Johannes aber verkündet, dass Gott als Wort anfassbar ist, ihn kann man sehen, hören berühren und als einer von uns erleben. Dieses Wort ist ein Mensch, der unter uns lebt, für uns geboren ist, mit uns alles erlebt.

Das Paradoxe liegt darin, dass dieses Wort als Gott als höchste Erfahrung und Beschreibung Gottes nicht in der höchsten Stufe des menschlichen Lebens erscheint. Dieses Wort als Gott offenbart sich als ein einfaches armes Kind, das sogar keine Herberge für die Geburt gefunden hat, das im Stall geboren wurde und das einfache Hirten zu erst huldigen durften. Der am größten entwickelte Begriff Gottes wurde in der Einfachheit eines Kindes offenbar. Der am höchsten entwickelte Begriff Gottes wurde nicht nur in der einfachsten Form offenbar, sondern durch einfache Menschen, am besten und als Erste erkannt, erlebt und verkündet. Die Verkünder dieses Wortes Gottes, die die Intellektuellen entdeckt, aber nicht erkannt haben, waren einfache Menschen, die Fischer, wie Petrus, Jakobus, Johannes usw. Viele Menschen, die anerkannt wurden von Intellektuellen und Hochwürden als Erkannte, Nahestehende und ähnlich zu diesem Wort gewordene Menschen, gehörten eher zu den einfachen Menschen: z. B. Theresia von Lisieux, Maria Goretti, Charles de Fucous, Pfarrer von Ars usw.

Das bedeutet, das Wort las Gott und Gott las das Wort können nicht nur die Hochtheologen und Philosophen, sondern sogar einfache Menschen begreifen und erleben. Das Weihnachtsevangelium am Heiligen Abend berichtet über das Christkind in der Krippe. Das Evangelium am Festtag spricht über das Wort, das Fleisch geworden ist. Diese unterschiedliche Beschreibung über das größte Ereignis in der Menschheitsgeschichte zeigt deutlich, dass wir nicht nur Gott als Wort als eine Idee der Philosophen, sondern als Wirklichkeit erleben und anfassen können. Manchmal begreifen und erleben die einfachen Menschen auf einfachsten Wegen Gott tiefer, besser und intensiver. Ich wünsche uns allen eine gesegnete Weihnacht und die Gnade, Gott jeden Tag als Wort und Gott als Mensch oder als Kind zu erkennen und zu erleben. Amen.

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